Affinity Partners

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Rechtsform Privatunternehmen
Gründung 2021
Sitz Miami, Florida, Vereinigte Staaten
Leitung Jared Kushner, Bret Pearlman und Asad Naqvi
Mitarbeiterzahl 20 (2021)
Branche Investmentmanagement

Affinity Partners ist eine US-amerikanische Investmentgesellschaft mit Sitz in Miami im Bundesstaat Florida. Das Unternehmen wurde 2021 von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Donald Trump, gegründet. Affinity Partners ist als privates Investmentunternehmen organisiert und unterliegt nach Darstellung von Florida Bulldog nicht denselben Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und zur Offenlegung wirtschaftlich Berechtigter wie andere Finanzinstitutionen, da es nicht unter die Definition einer Investmentgesellschaft im Sinne des Investment Company Act of 1940 fällt.[1] Das Unternehmen konzentriert sich auf Investitionen in US-amerikanische und israelische Unternehmen. Ein erheblicher Teil der Mittel stammt aus staatlichen Fonds im Nahen Osten, insbesondere aus Saudi-Arabien.

Bis Ende 2021 erhielt Kushners Unternehmen Kapitalzusagen von mehr als drei Milliarden US-Dollar für Investitionen in US-amerikanische und israelische Unternehmen, die in Indien, Afrika, dem Nahen Osten und weiteren Teilen Asiens expandieren wollten. Der mit Abstand größte Investor war der saudische Staatsfonds Public Investment Fund, der zwei Milliarden US-Dollar bereitstellte. Nach Recherchen der New York Times hatten führende Vertreter des Fonds Vorbehalte gegen die Beteiligung, wurden jedoch vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman überstimmt.[2]

Das Unternehmen befindet sich vollständig im Besitz von Jared Kushner und beschäftigte 2021 etwa 20 Mitarbeiter.[3][4] Bis 2024 hatte der Fonds nach Angaben der New York Times noch keine Gewinne an seine Investoren ausgeschüttet.[5] Das Unternehmen ist wegen möglicher Interessenkonflikte umstritten, da Kushner während seiner politischen Tätigkeit als Nahost-Vermittler der zweiten Trump-Regierung zugleich Mittel von Regierungen aus dem Nahen Osten für seine Firma eingeworben haben soll.[6] Nach Recherchen von Bloomberg News investierten manche Geldgeber in der Erwartung, dadurch Einfluss auf die Trump-Regierung gewinnen zu können.[7]

Geschichte

Kapitalausstattung und Investoren

Kushner bemühte sich für das neue Unternehmen vor allem um Kapital von Staatsfonds aus den Golfstaaten.[8][9] Diese stellten den überwiegenden Teil der gesicherten Mittel; US-amerikanische Investoren trugen nur kleinere Anteile bei. Der größte Einzelinvestor war der saudische Public Investment Fund, der sechs Monate nach Kushners Ausscheiden aus dem Weißen Haus zwei Milliarden US-Dollar in dessen Unternehmen investierte.[2]

Kushner erklärte, er wolle einen „Investitionskorridor zwischen Saudi-Arabien und Israel“ schaffen.[3][10] International wurde dies als Anzeichen einer Annäherung zwischen zwei langjährigen regionalen Rivalen interpretiert.[11] Im April 2022 verwaltete Affinity Partners nach Angaben der New York Times Vermögenswerte von 2,5 Milliarden US-Dollar.[2]

In einem Interview mit dem Wall Street Journal im Mai 2022 sagte Kushner, wenn Israelis und Muslime in der Region miteinander Geschäfte machten, könne dies die Aufmerksamkeit auf gemeinsame Interessen und Werte lenken. Er fügte hinzu, man habe einen historischen regionalen Wandel angestoßen, der gefestigt und weiterentwickelt werden müsse.[11]

Investmentportfolio

Der Fonds investierte zunächst in zwei nicht namentlich genannte israelische Hochtechnologieunternehmen.[11][10] Das Wall Street Journal berichtete, es handle sich um den ersten bekannten Fall, in dem Kapital des saudischen Public Investment Fund nach Israel geleitet wurde.[11] Im März 2022 hörten Führungskräfte von Affinity Partners Präsentationen von 13 bis 15 israelischen Start-ups an.[12]

Im Juli 2023 wurde bekannt, dass Affinity Partners Hauptinvestor einer Series-F-Finanzierungsrunde des Münchner Fitnesstechnologieunternehmens EGYM in Höhe von 225 Millionen Pfund war. Es handelte sich um die erste europäische Investition von Affinity Partners.[13]

Im Jahr 2024 erhielt der Fonds 1,5 Milliarden US-Dollar von der Qatar Investment Authority und der Investmentgesellschaft Lunate. Dadurch stiegen die verwalteten Vermögenswerte auf 4,8 Milliarden US-Dollar.[14][15]

Im März 2024 führte Affinity Partners fortgeschrittene Gespräche mit Aman Resorts über den Bau einer ökologisch ausgerichteten Ferienanlage an der Küste Albaniens.[16]

Im November 2024 berichtete Forbes, Affinity Partners habe dazu beigetragen, Kushners Vermögen auf mindestens 900 Millionen US-Dollar zu erhöhen; dies entspreche einem Anstieg um 180 Prozent gegenüber Anfang 2017, als er Berater von Präsident Trump wurde.[17]

Im September 2025 berichtete Forbes, Affinity Partners habe zusammen mit dem Investor Elad Gil das Unternehmen Brain Co. aufgebaut. Zu den weiteren Mitgründern zählten der frühere mexikanische Außenminister Luis Videgaray und der Opendoor-Mitgründer Eric Wu. Brain Co. ist ein in San Francisco ansässiges Start-up, das großen Unternehmen und Regierungen bei der Anwendung künstlicher Intelligenz in ihren Abläufen helfen soll.[18]

Im September 2025 leitete Affinity Partners gemeinsam mit Silver Lake und dem saudischen Public Investment Fund die Übernahme des Videospielunternehmens Electronic Arts ein. Die Transaktion wurde mit 52,5 Milliarden US-Dollar bewertet und machte Electronic Arts zu einem Privatunternehmen. Sie gilt als größter Leveraged Buyout der Geschichte.[19][20] Nach Angaben des Wall Street Journal hielt Affinity Partners an der Übernahmestruktur einen Anteil von 1,1 Prozent, während der saudische Public Investment Fund 93,4 Prozent halte[21]

Am 17. April 2026 teilte der demokratische Kongressabgeordnete Jamie Raskin mit, dass eine von ihm angestoßene Untersuchung ergeben habe, Affinity Partners habe Vermögenswerte von 6,16 Milliarden US-Dollar angesammelt, darunter 1,2 Milliarden US-Dollar allein aus dem Jahr 2025.[22]

Kontroversen

Nach Einschätzung von Ethikexperten erweckte die saudische Investition den Anschein einer möglichen Gegenleistung für Kushner, da dieser während seiner Tätigkeit im Weißen Haus als entschiedener Verteidiger des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman aufgetreten war.[2] Der Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses erklärte am 2. Juni 2022, er habe eine Untersuchung dazu eingeleitet, ob Kushner seine frühere Regierungsposition genutzt habe, um die Investition zu erhalten.[23]

Bis 2024 hatte der Fonds über einen Zeitraum von drei Jahren nach Angaben des Guardian etwa 157 Millionen US-Dollar an Verwaltungsgebühren von ausländischen Investoren eingenommen, ohne bis dahin eine Rendite für seine Kunden erwirtschaftet zu haben. Darin enthalten waren demnach 87 Millionen US-Dollar an Zahlungen aus Saudi-Arabien.[24][25] Der Fonds geriet im Zusammenhang mit möglichen ausländischen Einflussnahmen vor der Präsidentschaftswahl 2024 in den Vereinigten Staaten in den Fokus einer Untersuchung des Senats, nachdem ein Bericht der New York Times nahegelegt hatte, Kushner habe Kontakte genutzt, die er während seiner Tätigkeit im Weißen Haus geknüpft hatte.[24][26]

Nach Angaben von Reuters führte Kushner nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus mehrere Gespräche über die US-saudi-arabische Diplomatie. Dies warf Fragen dazu auf, ob und in welcher Weise seine finanziellen Verbindungen die US-Außenpolitik während einer zweiten Präsidentschaft Trumps beeinflussen könnten.[27]

Nach dem Sieg Donald Trumps bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2024 erklärte Kushner im Dezember 2024, er habe neue Mittel nur vor der Wahl eingeworben und werde während Trumps zweiter Amtszeit kein weiteres Kapital einsammeln. Bereits im Februar 2024 hatte er zudem erklärt, nicht in eine künftige Trump-Regierung eintreten zu wollen. Später übernahm Kushner dennoch eine Rolle als Unterhändler der Trump-Regierung; nach Recherchen der New York Times warb er zugleich neue Investitionen ausländischer Regierungen für Affinity Partners ein.[28]

Im Juni 2026 kam es zu Massenprotesten in Albanien gegen das geplante Tourismusprojekt Sazan Island Resort auf der Insel Sazan wegen dessen ökologischen Auswirkungen und Korruptionsanschuldigungen.[29]

Einzelnachweise

  1. Dan Christensen: All the ex-president's men* at Jared Kushner's Affinity Partners. In: Florida Bulldog. 31. Juli 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  2. a b c d David D. Kirkpatrick; Kate Kelly: Before Giving Billions to Jared Kushner, Saudi Investment Fund Had Big Doubts. In: The New York Times. 10. April 2022, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  3. a b Steve Holland: Jared Kushner investment firm Affinity raises $3 billion in committed funding. In: Reuters. 23. Dezember 2021, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  4. Monica Hunter-Hart; Giacomo Tognini: How Jared Kushner's Bold Bets In The Middle East Made Him A Billionaire. In: Forbes. 16. September 2025, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. September 2025; abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  5. Eric Lipton: Kushner's Fund Has Reaped Millions in Fees, but So Far Returned No Profits. In: The New York Times. 25. September 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  6. Rob Copeland; Maureen Farrell: Jared Kushner Solicits Funds for His Firm While Working as Mideast Envoy. In: The New York Times. 14. März 2026, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  7. Kushner Disappoints Mideast Clients Who Spent Millions Seeking Sway. In: Bloomberg News. 2026, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  8. Steve Holland: Kushner Investment Firm Ramping Up Activities with New Hires. In: Reuters. 4. November 2021, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  9. Kate Kelly; David D. Kirkpatrick; Alan Rappeport: Seeking Backers for New Fund, Jared Kushner Turns to Middle East. In: The New York Times. 26. November 2021, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  10. a b Jared Kushner's Fund to Invest Saudi Millions in Israeli Tech, WSJ Reports. In: Haaretz. 7. Mai 2022, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  11. a b c d Dion Nissenbaum; Rory Jones: Jared Kushner's New Fund Plans to Invest Saudi Money in Israel. In: The Wall Street Journal. 8. Mai 2022, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  12. Jared Kushner Coming to Israel in Search of Tech Investments. In: CTech. 20. März 2022, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  13. Jared Kushner's Affinity Makes First European Investment. In: Bloomberg News. 5. Juli 2023, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  14. Arabian Post Staff: Kushner's Affinity Partners Secures $1.5 Billion from Middle Eastern Investors. In: Arabian Post. 21. Dezember 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  15. Kushner's Affinity's assets jump to $4.8 billion after Gulf cash injection. In: Reuters. 28. März 2025, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  16. Ben Bartenstein: Jared Kushner's Firm Eyes Billion-Dollar Property Deals in the Balkans. In: Bloomberg News. 15. März 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  17. Giacomo Tognini: Why Jared Kushner Will Become a Billionaire No Matter Who Wins. In: Forbes. 3. November 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  18. Giacomo Tognini: Jared Kushner's New Startup Helps Businesses Figure Out How To Use AI. In: Forbes. 10. September 2025, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  19. Michelle F. Davis; Ryan Gould; Liana Baker: EA Agrees to $55 Billion Sale in Largest Leveraged Buyout on Record. In: Bloomberg News. 29. September 2025, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  20. Video gamer Electronic Arts to be acquired for $52.5 billion in largest-ever private equity buyout. In: AP News. 29. September 2025, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  21. Ben Dummett; Eliot Brown: Saudi Fund to Own Almost All of Electronic Arts After Buyout. In: The Wall Street Journal. 2. Dezember 2025, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Dezember 2025; abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  22. Ranking Member Raskin Opens Sweeping Investigation into “U.S. Special Envoy for Peace” Jared Kushner's Foreign Entanglements and Staggering Conflicts of Interest. U.S. House Committee on the Judiciary Democrats, 17. April 2026, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  23. Kate Kelly; David D. Kirkpatrick: House Panel Examining Jared Kushner Over Saudi Investment in New Firm. In: The New York Times. 2. Juni 2022, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  24. a b Robert Tait: Jared Kushner's Private Equity Firm Faces Inquiry as It Fails to Return Profits. In: The Guardian. 25. September 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  25. Ron Wyden: Chairman Wyden to Affinity Partners. (PDF) United States Senate Committee on Finance, 24. September 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  26. Eric Lipton; Jonathan Swan; Maggie Haberman: Kushner Developing Deals Overseas Even as His Father-in-Law Runs for President. In: The New York Times. 15. März 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  27. Aram Roston; Alexandra Ulmer: Trump Son-in-Law Kushner Has Discussed US–Saudi Diplomacy with Saudi Crown Prince. In: Reuters. 4. Oktober 2024, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  28. Mohamad Bazzi: Jared Kushner is seeking peace deals in the Middle East. He's also raising money for his own firm. In: The Guardian. 4. April 2026, abgerufen am 9. Juni 2026 (englisch).
  29. Oliver Soos: Albanien: Proteste gegen Luxus-Resort am Naturschutzgebiet. Abgerufen am 9. Juni 2026.

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