Aitarun
Aitarun (üblich sind auch Aytaroun, Aitaroun, arabisch عيترون, DMG ʿAytarūn) ist ein Ort im Libanon, etwa 125 Kilometer von Beirut und zwei Kilomet…
| Aitarun عيترون | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Gouvernement: | Nabatäa | |
| Distrikt: | Bint Dschubail | |
| Koordinaten: | 33° 7′ N, 35° 28′ O | |
| Einwohner: | 20.000 (2002) | |
| Zeitzone: | UTC+2 | |
Aitarun (üblich sind auch Aytaroun, Aitaroun, arabisch عيترون, DMG ʿAytarūn) ist ein Ort im Libanon, etwa 125 Kilometer von Beirut und zwei Kilometer nördlich der Grenze zu Israel und liegt im Distrikt Bint Dschubail. Der Ort ist eine der größeren Siedlungen im südlichen Libanon. Seine Bevölkerungszahl wurde 2002 auf etwa 20.000 geschätzt, die aktuelle Zahl liegt aber infolge des Zweiten Libanonkrieges niedriger.
Öffentliche Dienste
Der Ort besteht aus etwa 1300 Häusern, von denen viele alt sind und aus gebranntem Lehm bestehen. An das Elektrizitätsnetz wurde der Ort 1964 angeschlossen, die Telekommunikationsverbindungen sind jedoch beschränkt. Im Jahre 2005 wurde ein Knotenpunkt in Betrieb genommen, der die Verbindung mit dem libanesischen Telefonnetz ermöglicht. Während der israelischen Besetzung wurde der Ort durch Israel mit Trinkwasser versorgt, diese Versorgung wurde aber nach dem Abzug der Streitkräfte Israels im Jahre 2000 eingestellt. Die Hauptwasserquelle ist das Sammeln von Regenwasser in Zisternen.
In Aitarun gibt es zwei öffentliche und drei private Schulen. Die öffentlichen Grund- und Mittelschule werden von 250 Schülern besucht, deren Mehrzahl Mädchen sind. Die private Grundschule und die beiden privaten Mittelschulen bilden etwa 570 Schüler. Das Ministerium für soziale Fragen betreibt ein Gesundheitszentrum. Im Jahre 1961 war ein Stadtrat konstituiert worden, der aber aufgrund der politischen und militärischen Gegebenheiten aufgelöst wurde. Derzeit wird der Ort durch ein Komitee geleitet.
Geschichte
Hauptquelle für den Lebensunterhalt der Familien ist die Landwirtschaft, die nahezu vollständig aus dem Anbau von Tabak besteht. Während der israelischen Besetzung von 1978 bis 2000 flossen auch Geldmittel durch Sold von in der Südlibanesischen Armee eingeschriebenen Soldaten und durch Lohnzahlungen für die Arbeit in Israel.
Während des Zweiten Libanonkrieges 2006 wurden bei israelischen Luftangriffen in dem Ort 41 Bewohner getötet, wobei der Angriff am 16. Juli, dem 20 Familienangehöriger zweier Familien zum Opfer fielen – darunter waren acht Kanadier libanesischer Herkunft[1] – zu den von der internationalen Presse am meisten beachteten Einzelereignissen gehörte. Im Verlauf der Kämpfe waren auch eine Reihe von Zivilisten verletzt worden.
Im Libanonkrieg 2026 wurde die Bevölkerung von Israel zur Flucht in den Norden aufgefordert. Aitarun befindet sich in der „Gelbe-Linie“-Zone von etwa 6 % des libanesischen Territoriums, in der Israel der Bevölkerung die Rückkehr in ihr Zuhause verbietet und die Dörfer zerstört. 251 Gebäude wurden in Aitarun bis am 13. April 2026 von der israelischen Armee und beauftragten israelischen Privatunternehmen beschädigt oder zerstört.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Reuters: „Kanadier im Libanon getötet“. In: Der Spiegel, 16. Juli 2006, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ William Christou, graphics by Lucy Swan, Heidi Wilson and Paul Scruton: Vision of destruction: Israel’s assault on southern Lebanon in video, maps and charts. In: The Guardian. 11. Mai 2026, abgerufen am 12. Mai 2026.
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