Aleksander Bentkowski
Aleksander Bentkowski (* 14. Februar 1941 in Stanisławów, sowjetisch besetztes Ostpolen, heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) ist ein polnischer Politiker (Z…

Aleksander Bentkowski (* 14. Februar 1941 in Stanisławów, sowjetisch besetztes Ostpolen, heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) ist ein polnischer Politiker (ZSL, PSL). Er war von 1989 bis 2001 Abgeordneter des Sejm in der X. (Volksrepublik), I., II. und III. (Dritte Republik) Wahlperiode an. Von 2005 bis 2007 gehörte er dem Senat der Republik Polen an. Von 1989 bis 1991 war er in der Regierung von Tadeusz Mazowiecki Justizminister.
Leben und Beruf
Bentkowski wurde im seit 1939 sowjetisch besetzten Ostpolen geboren. Nur wenige Monate nach seiner Geburt wurde seine Geburtsstadt im Juli 1941 im Rahmen des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion zunächst von ungarischen und dann von deutschen Truppen besetzt. Im Zuge der Zwangsumsiedlung von Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten kam auch seine Familie in das heutige polnische Staatsgebiet. Von 1961 bis 1965 war er im polnischen Landjugendverband aktiv. Er schloss 1965 ein Jurastudium an der Universität Breslau ab. Seit 1971 war er als Rechtsanwalt tätig. Von 1986 bis 1989 gehörte er dem Obersten Anwaltsrat an. 2002/03 war er Vorsitzender der Agentur für die Restrukturierung und Modernisierung der Landwirtschaft. Von 2006 bis 2023 war er Präsident des Fußballvereins Resovia aus Rzeszów. Anschließend wurde er dessen Ehrenpräsident.
Bentkowski ist verheiratet. Seine Tochter Magdalena Bentkowska ist seit April 2026 Richterin am polnischen Verfassungsgerichtshof.
Politische Laufbahn
Bentkowski war seit 1962 Mitglied der Blockpartei „Zjednoczone Stronnictwo Ludowe“ (ZSL), die 1990 in die PSL übergegangen ist, und deren Zentralkomitee er zeitweise angehörte. Bei den Wahlen zum Vertragssejm 1989 wurde er auf einem der für die bisherigen Regierungsparteien reservierten Plätze für die ZSL in das Parlament gewählt.[1] Von September 1989 bis Januar 1991 war er in der Regierung von Tadeusz Mazowiecki Justizminister.[2] Bei der Parlamentswahl 1991 wurde er für die PSL in den Sejm wiedergewählt.[3] Auch bei den Parlamentswahlen 1993[4] und 1997[5] wurde er jeweils für die PSL gewählt. Er war 1992 Vorsitzender der Untersuchungskommission des Sejm, die Vorwürfe von Verteidigungsminister Jan Parys gegen den Präsidenten Lech Wałęsa sowie die Minister der Präsidentenkanzlei Mieczysław Wachowski und Jerzy Milewski untersuchte und für nicht stichhaltig befand. Parys wurde daraufhin im Mai 1992 abberufen. Am 4. Juni 1992 übergab der damalige Innenminister Antoni Macierewicz dem Ältestenrat des Sejms eine Liste angeblicher ehemaliger Mitarbeiter der kommunistisch kontrollierten Geheimdienste UB und SB.[6] Diese wurde noch am selben Tag den Medien zugespielt. Auf dieser Liste war auch Bentkowski aufgeführt. Nach jahrelangen Untersuchungen und Gerichtsverfahren wurde 2017 festgestellt, dass Bentkowskis Erklärung, nicht mit den Geheimdiensten zusammengearbeitet zu haben, der Wahrheit entspricht.[7] Zeitweise war er Vorsitzender des Justizausschusses und von 1992 bis 1997 Vertreter des Sejm im Krajowa Rada Sądownictwa. Bei der Parlamentswahl 2001 verpasste er die Wiederwahl.[8]
Bei der Europawahl 2004 kandidierte er erfolglos, da die PSL im Wahlkreis keinen Sitz erhielt.[9] Auch bei einer Nachwahl zum Senat der Republik Polen im selben Jahr, erreichte er kein Mandat.[10] Hingegen wurde er 2005 in den Senat gewählt.[11] 2007 kandidierte er nicht erneut und schied aus dem Senat aus.
Ehrungen
- 1985 Silbernes Verdienstkreuz der Republik Polen
Weblinks
- Biogram auf der Seite des Sejm
Einzelnachweise
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1989, Nr. 21, S. 348.
- ↑ „Rząd Tadeusza Mazowieckiego“ auf www.poprzedniastrona.premier.gov.pl, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 483.
- ↑ Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 717.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ „Lista Macierewicza“ auf www.glos.com.pl, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ „Lista Macierewicza podzieliła Polskę. Polityczny podział trwa do dziś“ auf wiadomosci.onet.pl, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 137, S. 9621.
- ↑ Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 204, S. 14330.
- ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 9. August 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bentkowski, Aleksander |
| KURZBESCHREIBUNG | polnischer Politiker, Justizminister, Mitglied des Sejm und des Senats |
| GEBURTSDATUM | 14. Februar 1941 |
| GEBURTSORT | Stanisławów, sowjetisch besetztes Ostpolen |
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