Amt Isenhagen
Das Amt Isenhagen war ein historisches Verwaltungsgebiet des Fürstentums Lüneburg, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover.
Das Amt Isenhagen war ein historisches Verwaltungsgebiet des Fürstentums Lüneburg, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover.
Geschichte
Der Amtsbezirk ging aus dem Besitz des 1528 der Reformation zugeführten und später in ein adeliges Damenstift umgewandelten Zisterzienserinnenklosters Isenhagen hervor, dessen Klostergut in Staatsbesitz überführt wurde. Die ehemalige Propstei wurde seit 1529 als Klosteramt durch einen herzoglichen Beamten verwaltet. Ihm unterstanden zunächst nur das Kloster und das Kirchspiel Isenhagen. Der übrige Grundbesitz des Klosters verteilte sich über sechs Ämter.
1799 wurde die bisher zum Amt Gifhorn gehörige Gografschaft Hankensbüttel und die Vogtei Steinhorst in das Amt Isenhagen eingegliedert. 1852 erweiterte die hannoversche Regierung das Amt um die Vogtei Wahrenholz (bisher zum Amt Knesebeck).[1] Bei der Verwaltungsreform von 1859 schloss sie das gesamte Amt Knesebeck einschließlich der früheren Gerichte Brome und Fahrenhorst dem Amt Isenhagen an.[2]
Unter preußischer Herrschaft übernahm das Amt Isenhagen wie alle hannoverschen Ämter ab 1867 die meisten Aufgaben eines preußischen Kreises. Auf seinen nunmehr als Amtshauptmann betitelten leitenden Beamten fanden die Vorschriften für Landräte entsprechend Anwendung. Lediglich für Militär- und Steuerangelegenheiten bildete die preußische Regierung einen größeren Kreis, bestehend aus den Ämtern Isenhagen, Fallersleben, Gifhorn und Meinersen sowie der amtsfreien Stadt Gifhorn, den der Amtshauptmann des benachbarten Amtes Gifhorn als Kreishauptmann in der Stellung eines Landrates leitete.[3]
1885 wurde das Amt in die im Vorjahr für die gesamte Provinz Hannover erlassene neue Kreisverfassung überführt.[4]
Umfang
Das Amt Isenhagen umfasste bei seiner Aufhebung (1885) folgende Gemeinden:
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(*) Aus dem ehemaligen Amt Knesebeck; (**) ehemalige Vogtei Wahrenholz; (***) ehemalige Vogtei Steinhorst
Amtmänner und Amtshauptleute
- 17. Jh.: Heinrich Meyer (1613–1676), Amtmann
- 1818–1839: Carl Christian Ulrich Schwarz, Amtmann, Oberamtmann
- (1840) 1841–1842: Georg Alfred Heyne, Amtmann
- 1842–1859: Ernst August Schulze, Amtmann, ab 1853 Oberamtmann
- 1860: Rudolph Schepler, Amtmann
- (1863) 1865–1868: Ernst Georg Heinrich Otto Albert, Amtmann, ab 1867 Amtshauptmann
- 1868–1870: Wilhelm Hammer, Amtshauptmann
- 1871–1884: Ernst Heinrich Friedrich Hermann Sudendorf, Amtshauptmann
Literatur
- Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981.
- Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 307–311.
Einzelnachweise
- ↑ Verordnung, die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend. In: Sammlung der Gesetze, Verordnungen und Ausschreibungen für das Königreich Hannover. Hannover 1852, S. 212 (digitale-sammlungen.de).
- ↑ Verordnung, die Bezirke der unteren Verwaltungsbehörden betreffend. In: Sammlung der Gesetze, Verordnungen und Ausschreibungen für das Königreich Hannover. Hannover 1859, S. 184 (digitale-sammlungen.de).
- ↑ Verordnung vom 12. September 1867, betreffend die Amts- und Kreisverfassung in der Provinz Hannover. In: Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. Berlin 1867, S. 1794 f. (digitale-sammlungen.de).
- ↑ Kreisordnung für die gesamte Provinz Hannover. In: Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. Berlin 1884, S. 226 (digitale-sammlungen.de).
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