Anca Grosu

Anca-Ligia Grosu (* 30. April 1962 in Klausenburg) ist eine rumänisch-deutsche Strahlentherapeutin (Radioonkologin) und Hochschullehrerin am Universitätsklini…

Anca-Ligia Grosu (* 30. April 1962 in Klausenburg) ist eine rumänisch-deutsche Strahlentherapeutin (Radioonkologin) und Hochschullehrerin am Universitätsklinikum Freiburg. Sie forscht an der Entwicklung der personalisierten Therapie in der Radioonkologie. Seit 2007 ist sie Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg und seit 2018 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Grosu ist Obperson der Sektion 21 Radiologie und Senatorin der Akademie.[1]

Ausbildung und Karriere

Anca Grosu studierte Humanmedizin am Institut für Medizin und Pharmazie (IMF) in Cluj-Napoca/Klausenburg (Rumänien). Anschließend wechselte sie für ihre Facharztausbildung nach München, zunächst an die Neurologische Klinik des Städtischen Krankenhauses Harlaching und danach an das Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München, Institut für Röntgendiagnostik/Sektion Neuroradiologie. Im April 1995 begann sie die Facharztweiterbildung in der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie. Im Jahr 2000 wurde sie Fachärztin für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie. Von 2000 bis 2006 war sie Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie am Klinikum rechts der Isar und habilitierte dort 2003 zum Thema Hochpräzisionsstrahlentherapie bei Hirntumoren. Ihre Forschungsaktivitäten trugen wesentlich zur Einführung und Weiterentwicklung von speziellen, hochpräzisen Bestrahlungsmethoden wie Radiochirurgie und Stereotaktische Strahlentherapie bei. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Integration biologischer und funktioneller Bildgebung in die Planung und Überwachung der Strahlenbehandlung.

Von 2006 bis 2007 forschte sie in den Bereichen Präzisionsstrahlentherapie und Protonentherapie an der Harvard Medical School am Massachusetts General Hospital im Department of Radiation Oncology / Proton Therapy Center in Boston (USA).

Seit 2007 ist sie Professorin (W3) und Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Weitere Ämter

An der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg war Anca Grosu 2010–2013 Prodekanin und Vizedekanin der Medizinischen Fakultät und 2013–2019 Mitglied des Senats. Von 2020 bis 2025 war sie Mitglied des Universitätsrats der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sie war außerdem von 2011 bis 2019 Stellvertreterin der Gleichstellungsbeauftragten der Freiburger Universität.[2]

Grosu ist Mitglied des Fachkollegiums Nuklearmedizin, Strahlentherapie, Strahlenbiologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).[3] Sie ist Mitglied im Beirat der Deutschen Krebshilfe und stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses „Versorgungsmaßnahmen und -forschung“ der Deutschen Krebshilfe.[4] Weiterhin ist sie Außerordentliche Professorin an der Ohio State University, USA.

Grosu ist Mitgründerin der interdisziplinären Arbeitsgruppe Nuklearmedizin und Strahlentherapie der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) und war von 2021 bis 2026 deren Vorsitzende. Sie ist Gründerin der interdisziplinären Arbeitsgruppe Neuroradioonkologie der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO), deren Vorsitzende sie von 2021 bis 2025 war. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft (NOA). Grosu war Präsidentin der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) 2021 und 2022. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie hat Grosu für die Zeit 2027 bis 2029 als Präsidentin gewählt.[5]

Grosu ist President-elect des Deutschen Krebskongresses 2028 in Berlin.[6]

Am Universitätsklinikum Freiburg war Grosu von 2020 bis 2025 Sprecherin des Departments für Radiologische Diagnostik und Therapie. Sie war von 2014 bis 2023 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK), Partnerstandort Freiburg, und ist Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Comprehensive Cancer Center Freiburg (CCCF). Von 2012 bis 2016 war sie Sprecherin des Neuroonkologischen Zentrums des CCCF.[7]

Forschungsschwerpunkte

  • Biologische Bildgebung zur personalisierten Strahlentherapie: Anca Grosu erforscht die Nutzung der biologischen Bildgebung – Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) – um die Strahlentherapie sowie deren Planung und Monitoring zu optimieren. Durch den Einsatz biologischer bildgebender Verfahren in die Bestrahlungsplanung werden die individuellen Bedürfnisse der Patienten im Sinne einer biologisch individualisierten Strahlentherapie berücksichtigt.
  • Weitere Schwerpunkte sind: Präzisionsstrahlentherapie (Radiochirurgie und Stereotaktische Strahlentherapie, Interventionelle Radioonkologie), Verbindung von Strahlentherapie und Immuntherapie sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Radioonkologie.[8]

Die Erkenntnisse ihres Teams wurden in klinischen Studien überprüft und werden in der Diagnose und Behandlung von Tumoren angewendet.[9]

Auszeichnungen

  • seit 2018 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • Alfred-Breit-Preis 2020 der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) für die Integration von biologischer Bildgebung in die Strahlentherapie-Planung
  • 2022 wurde Grosu als Honorary Fellow of the American College of Radiology (FACR) aufgenommen[10]
  • Nationaler Orden für treue Dienste im Rang eines Ritters, Rumänien[11]
  • Doctor honoris causa, Universität für Medizin und Pharmazie „Carol Davila“, Bukarest, Rumänien[12]
  • Ehrenmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Radioonkologie (SASRO)[13]
  • Doctor honoris causa, Universität für Medizin und Pharmazie „Iuliu Hațieganu“, Klausenburg (Cluj-Napoca), Rumänien[14]
  • Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Radioonkologie, Radiobiologie und Medizinische Physik (ÖGRO)[15]

Anmerkungen

  1. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  2. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  3. Fachsystematik Lebenswissenschaften. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 29. April 2026.
  4. Organisation. Deutsche Krebshilfe, abgerufen am 29. April 2026.
  5. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  6. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  7. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  8. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  9. Studienportal der Klinik für Strahlenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg [1]
  10. Internationale Auszeichnung für Freiburger Radioonkologin. In: Region im Blick. Abgerufen am 29. April 2026.
  11. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  12. Freiburger Strahlentherapeutin erhält Ehrendoktorwürde. Medizinische Fakultät der Universität Freiburg, abgerufen am 29. April 2026.
  13. Curriculum Vitae Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu. (PDF) Universitätsklinikum Freiburg, 23. April 2026, abgerufen am 29. April 2026.
  14. Decernarea titlului de Doctor Honoris Causa prof. dr. Anca-Ligia Grosu. Universitatea de Medicină și Farmacie „Iuliu Hațieganu” Cluj-Napoca, abgerufen am 29. April 2026.
  15. Ehrenmitglieder. Österreichische Gesellschaft für Radioonkologie, Radiobiologie und Medizinische Radiophysik, abgerufen am 29. April 2026.

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