Angel Applicant
Angel Applicant ist ein autobiografischer Dokumentarfilm des US-Amerikaners Ken August Meyer von 2023, der als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, Darsteller u…
| Film | |
| Titel | Angel Applicant |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 75 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Ken August Meyer |
| Drehbuch | Ken August Meyer |
| Produktion | Ken August Meyer, Jason Roark |
| Musik | Peter Broderick |
Angel Applicant ist ein autobiografischer Dokumentarfilm des US-Amerikaners Ken August Meyer von 2023, der als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, Darsteller und Erzähler fungiert. Der Film hatte seine Weltpremiere auf dem SXSW-Filmfestival in Austin, Texas, am 13. März 2023, wo er den Grand Jury Award für Documentary Feature gewann.[1]
Titel

Der Titel des Films bezieht sich auf das Bild Engel Anwärter von Paul Klee. Klee, der "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit"[2] wie Ken August Meyer an systemischer Sklerose litt, malte das Werk 1939, ungefähr ein Jahr vor seinem Tod.
Inhalt
Der Regisseur und Erzähler, Ken August Meyer, untersucht Klees ausdrucksstarke letzte Arbeiten, nachdem bei ihm die gleiche lebensbedrohliche Krankheit, die systemische Sklerose, diagnostiziert wurde. Durch die Beschäftigung mit Klees Arbeit findet er mächtige Botschaften, um mit seiner eigenen Sterblichkeit fertig zu werden. Mit farbenfrohen und skurrilen Visualisierungen nimmt der Film Angel Applicant den mystischen und ironischen Witz von Klee auf und zeigt, wie Kreativität uns dazu inspirieren kann, persönliches Leiden zu überwinden und das Beste aus dem Leben zu machen.[3]
Rezensionen
Der Regisseur, Drehbuchautor, Cutter und Kameramann Ken August Meyer hält sich nicht zurück, wenn er seine Reise mit systemischer Sklerodermie filmt, einer unheilbaren, lebensbedrohlichen Autoimmunerkrankung, die zu einer Verhärtung und Straffung der Haut führt und manchmal auch innere Organe wie Herz und Lunge befällt. Durch Nachstellungen und den geschickten Einsatz einer Schaufensterpuppe (oder Man-A-Ken, wie sie in den Pressematerialien genannt wurde) schildert Meyer seine Erfahrungen mit der zunehmenden Einschränkung seines eigenen Körpers und die frustrierenden Reaktionen anderer Menschen.[4] Meyer verwendet eine Vielzahl von visuellen Mitteln und Werkzeugen, um den Zuschauern seine ersten Anzeichen der Krankheit näherzubringen – wie sich seine Hände erst wie gefrorenes Eis am Stiel, dann wie verbrannte Hot Dogs und schließlich wie harte Krebsscheren anfühlten. In einer Szene attackiert er eine Piñata in Form seiner Lunge – ein Symbol dafür, wie sein eigener Körper gegen ihn kämpft.[4] Glücklicherweise findet Meyer die richtige Balance und denkt sorgfältig über jede Komposition und jeden Schnitt nach.[5] Meyer und sein Kameramann und Freund Jason Roark haben zehn Jahre lang Meyers Leben mit dieser Krankheit dokumentiert, oft in Momenten, in denen Meyer die schlimmsten Nachrichten seines Lebens erhielt.[4] „Chronische Krankheit führt zu chronischer Unsicherheit.“ Aber Meyer wählt einen eher optimistischen Ton und erzählt, wie er geheiratet hat, ein Kind bekommen hat und trotz der Schwere seiner Erkrankung weit über die Erwartungen der Mediziner hinaus lebt.[5] In „Angel Applicant“ geht es jedoch nicht nur um Meyers Diagnose, sondern auch um den ungewöhnlichen „Therapeuten“, den er auf seiner Reise gefunden hat – den Künstler Paul Klee.[4]
Mit einigen Gemälden und Zeichnungen von Klee beschäftigt sich der Film vertieft; andere werden nur kurz beleuchtet, um Parallelen zu betonen, während der Schnitt zwischen den Kunstwerken und dem Erzähler Meyer hin und her wechselt. Die Werktitel spielen eine besonders wichtige Rolle und klären oft den Zusammenhang zwischen Klees Krankheit und den einzelnen Werken, während Meyer im Voiceover von den Lebensrealitäten mit der Krankheit erzählt.[1] Meyer fragt, ob Weiss-braune Maske (1939) sein eigenes Porträt sein könnte, da Skleroderma die Topographie seines Gesichts verändert, und rätselt angesichts Maske Schmerz (1938), Angst vor dem Spiegel (1939) und Plötzlich starr (1940) darüber, ob Klee die gleichen Bedenken und Befürchtungen über Gesichtsveränderungen, Juckreiz, Brennen und Verhärtung hatte. Es ist schwer, nicht zuzustimmen oder zumindest seine Perspektive zu verstehen.[1]
In „Angel Applicant“ spricht Meyer über verschiedene Werke Klees, die in direktem Zusammenhang mit der Krankheit stehen, wobei Meyer Verbindungen erkennen konnte, weil er die gleichen Symptome wie Klee hat[4]. Mit unerschütterlicher Ehrlichkeit und Leidenschaft erinnert dieser bewegende, wunderbar unkonventionelle Dokumentarfilm an die Kraft der Familie, des positiven Denkens und der Kunst. Meyer beweist sein filmisches Können und ist in der Tat auch seinerseits ein Künstler.[5]
Aussagen des Regisseurs
"Es war nicht meine Absicht, mich zum Thema eines Films zu machen, da ich durch die systemische Sklerose, die meinen Körper beeinträchtigt, ziemlich zurückgezogen lebe. Als ich über Paul Klees eigenen Kampf mit der Krankheit las, ergab es sich jedoch wie von selbst, dass ich eine tiefe Verbindung zu seinen ausdrucksstarken letzten Werken spürte - (...) Dieser Film wurde zu einem Rettungsboot. Zu etwas, an dem ich mich festhalten konnte und das mir ein Gefühl von Zweck und Hoffnung gab, als es notwendig wurde, mich aus medizinischen Gründen beurlauben zu lassen. (...) Das, was ich während der Arbeit (...) gelernt habe, nutzen zu können, ermöglichte mir eine eigene Art, der Krankheit zu trotzen. (...) Es ist meine Absicht, dass dieser Film auf kulturell sinnvolle Weise Bewusstsein für die systemische Sklerose schaffen wird."[3]
Auszeichnungen
- SXSW Film & TV Festival 2023: Documentary Feature Grand Jury Award[3]
- Hamptons International Film Festival 2023: Documentary Feature Audience Award
- DOC NYC 2023: Official Selection
- HOTDOCS 2023: Top 10 Audience Favourite
- Sydney Film Festival 2023: Official Selection
- 29th Athens International Film Festival 2023: Official Selection
Literatur
- Hans Suter: Paul Klee und seine Krankheit vom Schicksal geschlagen, vom Leiden gezeichnet - und dennoch! Bern 2006, Stämpfli, ISBN 978-3-7272-1106-5
Einzelnachweise
- ↑ a b c In the Documentary 'Angel Applicant,' a Filmmaker Explores Paul Klee’s Late Work Through the Lens of Their Shared Illness. In: Artnet News. 21. März 2023, abgerufen am 11. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Hans Suter: Paul Klee und seine Krankheit: vom Schicksal geschlagen, vom Leiden gezeichnet--und dennoch! 1. Auflage. Stämpfli, Bern 2006, ISBN 978-3-7272-1106-5, S. 237–238.
- ↑ a b c Angel Applicant. Abgerufen am 11. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ a b c d e Louis Skye: REVIEW: Hot Docs 2023 — Angel Applicant Examines Life, Art, and Terminal Illness - WWAC %. In: WWAC. 5. Juni 2023, abgerufen am 11. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ a b c Andrew Stover: Angel Applicant | Film Threat. 13. März 2023, abgerufen am 11. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
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