Arch User Repository

AUR
Arch User Repository
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Artikel 78931 Pakete
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Registrierung optional
Online seit 2005
(aktualisiert 19. Juli 2022)
https://aur.archlinux.org/
Paketliste vom AUR, September 2018

Das AUR (Arch User Repository) ist ein Online-Repository für Anweisungen zum Erstellen von Paketen für den Paketmanager pacman (sogenannte PKGBUILDs). Es ist ein integraler Teil der Linux-Distribution Arch Linux.[1] Es steht jedoch auch für andere Arch-basierte Distributionen wie Manjaro zur Verfügung.

Geschichte

Das AUR entstand 2005.[2] 2015 wechselte das AUR auf das Versionskontrollsystem git.[3]

Nutzungsgründe

Lizenzfragen

Software, die nicht explizit durch Dritte verteilt werden darf, kann im Arch-User-Repository aufgenommen werden. Dabei wird auf der Website des AUR lediglich ein Shellskript gehostet, das die aktuelle Version der Software herunterlädt und packt.[4] Beispiel hierfür ist proprietäre Software wie Google Chrome.[5]

Variationen

Das Arch-User-Repository enthält auch viele veränderte offizielle Pakete (z. B. Entwicklungs- oder Legacy-Versionen) von Paketen aus den offiziellen Repositories sowie git- und hg-Versionen von Software, die in den Repositories als stabile Versionen enthalten ist.

Nischenstatus

Neue, besonders alte oder selten verwendete Programme, die zu den offiziellen Repositories (noch) nicht hinzugefügt oder aus diesen entfernt wurden. Nimmt sich ein sogenannter „Trusted User“ eines populären AUR-Paketes an, kann dieses in das offizielle community-Repository verschoben werden.[4]

Verwendung

Jeder registrierte Nutzer des AURs kann selbst PKGBUILDs hochladen. Danach ist er für die Pflege des Paketes zuständig, wie sie bei Software-Aktualisierungen nötig ist.[6] Nur der ursprüngliche Autor kann seine PKGBUILDs aktualisieren.

PKGBUILDs können von jedem Anwender heruntergeladen und zum Erzeugen eines Pakets benutzt werden. Die PKGBUILDs werden im AUR als Tarball, der extrahiert werden muss sowie als git-Repository angeboten. Es gibt eine Reihe von Hilfsprogrammen (wie z. B. paru oder yay), die den Prozess des Herunterladens, Extrahierens und Erstellens des Pakets automatisieren sowie Pakete automatisch auf Aktualisierungen prüfen können.[5]

Gefahren

Die Entwickler von Arch Linux weisen ausdrücklich darauf hin, dass das AUR nicht aktiv moderiert wird und die Verwendung der Installationsskripte auf eigene Gefahr erfolgt. 2018 wurden Paketskripte hochgeladen, die Schadprogramme herunterluden.[7] 2025 wurden Skripte veröffentlicht, die einen Remote-Access-Trojaner installierten. Diese wurden zwei Tage später administrativ entfernt.[8] Im Sommer 2026 wurde im großen Stil Schadsoftware, die Zugangsdaten ausliest, über manipulierte Installationsskripte verteilt. Hierfür wurden bestehende Pakete, die nicht mehr aktiv gepflegt von den Angreifern übernommen.[9]

PKGBUILD

PKGBUILDs sind Skripte, die ähnlich wie die älteren ebuilds von Portage, der Paketverwaltung von Gentoo Linux, aufgebaut sind. Im ersten Abschnitt befinden sich Metadaten über Paketname, URL des Quelltexts, Hashsumme der Quelldateien (hier im Beispiel MD5), zum Kompilieren/Entpacken benötigte Bibliotheken (Abhängigkeiten) und Lizenz/Dokumentation des Pakets. Die Abschnitte build und package enthalten Anweisungen zum Erstellen und Installieren der Pakete.

Beispiel der Handbuchseite

# Maintainer: Joe User <[email protected]>
pkgname=patch
pkgver=2.7.1
pkgrel=1
pkgdesc="A utility to apply patch files to original sources"
arch=('i686' 'x86_64')
url="https://www.gnu.org/software/patch/patch.html"
license=('GPL')
groups=('base-devel')
depends=('glibc')
makedepends=('ed')
optdepends=('ed: for "patch -e" functionality')
source=("ftp://ftp.gnu.org/gnu/$pkgname/$pkgname-$pkgver.tar.xz"{,.sig})
md5sums=('e9ae5393426d3ad783a300a338c09b72'
         'SKIP')
build() {
        cd "$srcdir/$pkgname-$pkgver"
        ./configure --prefix=/usr
        make
}
package() {
        cd "$srcdir/$pkgname-$pkgver"
        make DESTDIR="$pkgdir/" install
}

PKGBUILDs werden von dem Programm makepkg geparst und in Programmpakete (tar-Archiv) übersetzt.[6] Diese sind für die Übertragung im Internet standardmäßig komprimiert. Für die rein lokale Verwendung kann die Kompression auch deaktiviert werden, um die Bauzeit zu verkürzen.[10]

Einzelnachweise

  1. Liane M. Dubowy, Kein Gramm zu viel, Maßgeschneidertes System mit Arch Linux, c’t 24/13, S. 168
  2. Paul Mattal: Arch Linux - News: AUR Released! In: Arch Linux. 11. April 2005, abgerufen am 15. August 2023 (englisch).
  3. Systemd und Arch Linux Repository (AUR): Plattformwechsel zu Git. In: Informatik Aktuell. 10. Juni 2015, abgerufen am 19. Juli 2022.
  4. a b Christoph Langner: Die Arch-Linux Paketverwaltung mit Pacman und AUR. In: LinuxUser 09/2015. Abgerufen am 19. Juli 2022 (deutsch).
  5. a b Christoph Langner: Das Arch User Repository von Arch Linux im Blick. In: LinuxUser 07/2019. Abgerufen am 19. Juli 2022 (deutsch).
  6. a b Karsten Günther: Die zentrale Bedeutung von Paketmanagern bei Arch Linux. In: LinuxUser 06/2018. Abgerufen am 18. Juli 2022 (deutsch).
  7. Dennis Schirrmacher: Kurzzeitig Schadcode im User Repository von Arch Linux. In: heise online. 11. Juli 2018, abgerufen am 26. Juli 2025.
  8. Ulrich Bantle: Arch User Repository mit Trojaner infiltriert. In: Linux-Magazin. 21. Juli 2025, abgerufen am 26. Juli 2025.
  9. Sylvester Tremmel: Angriffswelle auf Arch Linux: Hunderte Paketbeschreibungen mit Malware im AUR. In: c't Magazin. 12. Juni 2026, abgerufen am 24. Juni 2026.
  10. Pina Merkert: Arch Linux: AUR-Paketkompression zu langsam. In: c't magazin. 24. Mai 2022, abgerufen am 19. Juli 2022.

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