Astes

Astes (auch Astis: † 327 v. Chr.) war ein antiker indischer Fürst, der über die historische Landschaft Peukelaotis (auch Peukelaïtis) regierte. Er fiel in …

Astes

Astes (auch Astis: † 327 v. Chr.) war ein antiker indischer Fürst, der über die historische Landschaft Peukelaotis (auch Peukelaïtis) regierte. Er fiel in Kämpfen gegen Truppen Alexanders des Großen.

Namensform

In den Handschriften der Anabasis des Arrian wird die gräzisierte Namensform Astis für diesen indischen Herrscher verwendet; Astes stellt eine 1575 vorgenommene Emendation des Arrian-Textes durch den flämischen Humanisten Bonaventura Vulcanius dar.[1] Möglicherweise ist der überlieferte Name bei Arrian eine dynastische Bezeichnung, die Kurzform für Ashtakaraja, König der Ashtakas.[2]

Leben

Astes war in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. der Herrscher der Landschaft Peukelaotis in der antiken Region Gandhara (heute ein Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan).[3] Sangaios, offenbar ein lokaler Adliger, erhob sich kurz vor der Ankunft der Truppen Alexanders des Großen gegen Astes und floh zum indischen König Taxiles.[4] Dieser hatte sich im Frühsommer 327 v. Chr. dem Makedonenkönig bei dessen Hinabmarsch durch das Tal des Kabul angeschlossen. Während Alexander nun mit einem Teil des Heers gegen die kriegerischen Stämme der Aspasier und Assakener zog, marschierten seine führenden Feldherren Hephaistion und Perdikkas mit dem restlichen Heer unter dem Geleit des Taxiles weiterhin das Kabul-Tal abwärts.[5] Anscheinend nahm auch Sangaios am Zug der beiden makedonischen Feldherren teil.

Beim Anrücken von Hephaistion und Perdikkas verschanzte sich Astes in einer von Arrian nicht namentlich genannten Stadt, vermutlich seiner Hauptstadt Puschkalavati (heute Charsadda).[2] Nach einer alternativen Forschermeinung handelt es sich bei dem Ort, in den sich Astes zurückzog, um die Stadt Orobatis.[6] Das makedonische Heer konnte diese Festung erst nach 30-tägiger Belagerung erstürmen. Astes verlor bei den dabei stattfindenden Kämpfen sein Leben. Sangaios wurde zu seinem Nachfolger bestellt.[4]

Literatur

Anmerkungen

  1. Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire, 2006, S. 59.
  2. a b E. J. Rapson: The Cambridge History of India, Bd. 1 (1922), S. 318.
  3. Strabon, Geographika 15, 1, 27, p. 698.
  4. a b Arrian, Anabasis 4, 22, 8.
  5. Siegfried Lauffer: Alexander der Große, 1993, S. 142.
  6. Helmut Berve: Das Alexanderreich auf prosopographischer Grundlage, Bd. 2, 1926, S. 90.

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