Bea Latal

Bea Latal (* 7. April 1965 als Beatrix Latal in Graz) ist eine Schweizer Kinderärztin und ordentliche Professorin ad personam für Entwicklungspädiatrie an de…

Bea Latal (* 7. April 1965 als Beatrix Latal in Graz) ist eine Schweizer Kinderärztin und ordentliche Professorin ad personam für Entwicklungspädiatrie an der Universität Zürich.[1] Seit 2012 ist sie Co-Leiterin der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich.

Leben und Wirken

Bea Latal wuchs in Wettingen auf und studierte Medizin an der Universität Zürich. 1990 erwarb sie das Staatsexamen, 1992 promovierte sie in Entwicklungspädiatrie. Es folgte die Weiterbildung in Pädiatrie und in Entwicklungspädiatrie. Von 1994 bis 1997 war sie Postdoktorandin am Department of Child Neurology der University of California in San Francisco in der Arbeitsgruppe Neonatal Brain Disorders von Donna Ferriero. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie am Universitäts-Kinderspital Zürich in verschiedenen klinischen und wissenschaftlichen Funktionen, ab 2000 bei Remo Largo, dem vormaligen Leiter der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Kinderspital Zürich.[2]

2005 wurde sie Leitende Ärztin und stellvertretende Leiterin, und seit 2012 ist sie zusammen mit Oskar Jenni Co-Leiterin der Abteilung Entwicklungspädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich. 2007 habilitierte sie sich zum Thema Entwicklungsprognose von Kindern nach Frühgeburtlichkeit. Nach sieben Jahren als Privatdozentin für Pädiatrie, speziell Entwicklungspädiatrie, wurde sie 2014 zur Titularprofessorin ernannt und 2020 zur Extraordinaria. 2025 wurde sie zur Ordinaria für Entwicklungspädiatrie ad personam an der Universität Zürich berufen.[3]

Als Forschungsleiterin nahm sie diverse Führungsrollen wahr. Zwischen 2019 und 2025 war sie Mitglied des Leitungsausschusses des Forschungszentrums für das Kind (FZK) am Kinderspital Zürich, welches die dortige wissenschaftliche Forschung bündelt, koordiniert und fördert.[3]

Gleichstellung, Nachwuchsförderung und die Vereinbarung einer akademischen Laufbahn mit familiären Verpflichtungen sind Latal wichtige Anliegen.[4] So leitete sie von 2005 bis 2017 die Gleichstellungskommission des Kinderspitals Zürich. Seit 2007 engagiert sie sich als Mentorin für Ärztinnen, und seit 2020 ist sie akademische Programmleiterin des Laufbahnförderprogramms «Filling the Gap» der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich.[5]

Forschung

Die wissenschaftliche Arbeit von Bea Latal konzentriert sich auf die entwicklungsneurologische Prognose von Kindern mit einem schweren Start ins Leben. Dazu gehören Frühgeborene, solche mit einem Sauerstoffmangel – Asphyxie –, aber auch Kinder mit einer komplexen angeborenen Fehlbildung, besonders angeborene Herzfehler. Dabei fokussiert sich Latal auf die Langzeitentwicklung bis ins Erwachsenenalter und die Beschreibung von Entwicklungsverläufen sowie Risiko- und Schutzfaktoren, die diese Verläufe beeinflussen. Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Erarbeitung von Interventionen zur Verbesserung der Entwicklungschancen dieser Kinder.[6]

Latal ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Fachgesellschaften, darunter der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, der European Society for Pediatric Research und der American Pediatric Society. Sie gehört zum Advisory Board des kanadischen Child-Bright Network,[7] das patientenorientierte Forschung zu hirnbasierten neuroentwicklungsbedingten Störungen vorantreibt. Ausserdem wirkt sie als Gutachterin für zahlreiche Fachzeitschriften im Bereich Pädiatrie und kindliche Entwicklung.

Auszeichnungen

  • 1995/96: Roche Research Foundation Postdoctoral Fellowship
  • 2014: Newburger-Bellinger Award, Cardiac Neurodevelopmental Outcome Collaborative
  • 2015: Georg-Friedrich-Götz Preis der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich
  • 2021: Guido-Fanconi-Gedenkpreis der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrische Forschung

Publikationen (Auswahl)

  • mit Shabnam Peyvandi, Steven P. Miller, Patrick S. McQuillen: The neonatal brain in critical congenital heart disease: Insights and future directions. Neuroimage, 2018.
  • mit Rabia Liamlahi: Neurodevelopmental Outcome of children with congenital heart disease. In: Linda S. de Vries, Hannah C. Glass (editors): Neonatal Neurology. Volume 162, 1st Edition in the Handbook of Clinical Neurology Series. Imprint: Elsevier, 2019.
  • mit Marie Brossard-Racine, Steven P. Miller: Neurocognitive Outcomes in Term Infants with Neonatal Encephalopathy. In: Sonia Lomeli Bonfacio, Courtney J. Wusthoff, Valerie Y. Chock, Susan R. Hintz, Maurice L. Druzin, Alistair Jan Gunn, David K. Stevenson (editors): Fetal and Neonatal Brain Injury. 8th Edition, Cambridge University Press, Cambridge 2025.

Vollständige Liste der Publikationen bei ORCID

Einzelnachweise

  1. Prof. Dr. med. Bea Latal. Kinderspital Zürich, abgerufen am 29. April 2026.
  2. Die Professorinnen der Medizinischen Fakultät. Universität Zürich, abgerufen am 29. April 2026.
  3. a b Ernennungen vom 27. Oktober 2025. Universität Zürich, abgerufen am 29. April 2026.
  4. UZH Alumni Women’s Chapter. UZH Alumni, abgerufen am 29. April 2026.
  5. Filling the Gap. Universität Zürich, Medizinische Fakultät, abgerufen am 29. April 2026.
  6. Prof. Dr. med. Bea Latal, Forschungsschwerpunkte. Kinderspital Zürich, abgerufen am 29. April 2026.
  7. What is Child-Bright. In: child-bright.ca. Abgerufen am 29. April 2026.

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