Bonang
Bonang ist ein Gongspiel im Gamelan der indonesischen Insel Java. Das mit Stöcken geschlagene Idiophon besteht aus mehreren Buckelgongs, die in einer Doppelrei…

Bonang ist ein Gongspiel im Gamelan der indonesischen Insel Java. Das mit Stöcken geschlagene Idiophon besteht aus mehreren Buckelgongs, die in einer Doppelreihe in einem hölzernen Gestell beweglich auf Schnüren gelagert sind.
Bauform
Ein bonang besteht aus zwei Reihen von Buckelgongs. Bei steigender Tonhöhe ist ein Gong in Richtung seines Buckels stärker gewölbt, in tiefer Tonlage ist er flach. Die Gongs liegen horizontal lose jeweils auf zwei Schnüren auf, die über einem Holzrahmen gespannt sind. Die einzelnen Gongs können also beliebig ausgetauscht werden. An den Seiten des Holzrahmens finden sich fast immer verzierende Schnitzereien.
Es gibt drei verschiedene bonang: Das bonang panerus ist das kleinste und damit in der Tonlage am höchsten gelegene Instrument. Das bonang barung ist größer als das panerus und erklingt eine Oktave tiefer. Das bonang panembung ist noch größer und damit noch eine Oktave tiefer in der Tonlage als das barung. Es ist ein altes Instrument und wird in modernen Gamelan-Ensembles nicht mehr verwendet.[1] Alle drei Typen des bonang umfassen zwei Oktaven. In einem Ensemble gibt es von jedem bonang jeweils eins in pélog- (14 Gongs) und eins in slendro-Stimmung (12 Gongs).[2]
Spielweise
Das bonang gehört zu den Melodieinstrumenten im Gamelan, die die Grundmelodie der Metallophone (gendèr) verzieren. Das Spiel ist sowohl rhythmisch als auch melodisch komplizierter als das der Grundmelodie. Bonang panerus und bonang barung spielen meistens verzahnend zusammen (d. h., es klingt abwechselnd ein Ton des barung und des parerus), oder das panerus spielt doppelt so schnell wie das barung.
Geschlagen werden die Gongs mit zwei länglichen Schlägeln (tabuh), deren vordere Enden mit Schnur umwickelt sind, um auf den Buckel der Gongs zu schlagen. Um zu vermeiden, dass ein Ton zu lange ausklingt, legt man den zweiten Schlägel nach dem Anschlagen auf den Buckel des Gongs auf und dämpft damit den Ton.
Verwandte Buckelgongreihen in Indonesien sind das reyong auf Bali und im Süden der Philippinen das kulintang.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Jennifer Lindsay: Javanese Gamelan - Traditional Orchestra of Indonesia. Oxford University Press, Oxford 1992. ISBN 0-19-588582-1
- ↑ Neil Sorrell: A Guide to Gamelan. Faber and Faber, London 1990. ISBN 0-571-14401-2
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