Bucking Fastard
| Film | |
| Titel | Bucking Fastard |
|---|---|
| Produktionsland | Irland, USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 109 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Werner Herzog |
| Drehbuch | Werner Herzog |
| Produktion | Agnes Chu, Ariel Leon Isacovitch, Clara Wu Tsai, Andrea Bucko, Kieran Corrigan, Emanuele Moretti, Nick N. Raslan |
| Musik | Ernst Reijseger |
| Kamera | Peter Zeitlinger |
| Schnitt | Marco Capalbo |
| Besetzung | |
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Bucking Fastard ist ein Spielfilm von Werner Herzog aus dem Jahr 2026. Im Mittelpunkt des Dramas stehen die eineiigen Zwillingsschwestern Jean und Joan Holbrooke, die am Rande der Gesellschaft leben. Bis ins Erwachsenenalter haben sie eine extreme, unzertrennliche Bindung zueinander aufgebaut. Die Hauptrollen übernahmen die Schauspielerinnen und Geschwister Kate und Rooney Mara. Die fiktionalisierte Handlung wurde vom wahren Fall der eineiigen Zwillinge Greta und Freda Chaplin inspiriert, die Anfang der 1980er-Jahre für Schlagzeilen in der britischen Boulevardpresse sorgten. Der Titel des Films beruht auf einem Versprecher, den die Chaplins gleichzeitig vor Gericht äußerten. Die irisch-amerikanische Koproduktion wird Anfang September 2026 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig uraufgeführt.
Handlung
Die Zwillingsschwestern Jean und Joan sind unzertrennlich. Sie versuchen, ein identisches Leben zu führen, was sich unter anderem durch das Tragen identischer Kleidung und gleichartiger Verhaltensweisen äußert. Auch beginnen die beiden erwachsenen Frauen stets gleichzeitig zu sprechen.[1]
Eines Tages entwickeln Jean und Joan eine eigenwillige Besessenheit für den rowdy-haften Nachbarn Gareth. Ein Gericht erwirkt schließlich eine einstweilige Verfügung gegen die Schwestern, was zu öffentlichem Aufsehen in den Medien führt. Der von der Regierung gestellte Sozialarbeiter Timothy versucht den beiden bei der Anpassung an das moderne Leben zu helfen, nachdem die Geschwister zu Sensationsfiguren in der Boulevardpresse geworden sind.[2] Insgeheim machen sich Jean und Joan auf die Suche nach einem imaginären Land, in dem wahre Liebe möglich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, planen sie, einen Tunnel durch ein Gebirge zu graben.[1][3]
Entstehungsgeschichte
Idee und Vorgeschichte

Bucking Fastard ist die 79. Regiearbeit des deutschen Spielfilm- und Dokumentarfilmregisseurs Werner Herzog, für die er auch das Drehbuch verfasste. Die Geschichte nimmt sich der eineiigen britischen Zwillinge Freda und Greta Chaplin an. Anfang der 1980er-Jahre sorgten sie kurzzeitig in der Boulevardpresse für Aufsehen, als sie versuchten, sich sexuell ihrem Nachbarn, einem Lkw-Fahrer, anzunähern. Dieser erwirkte schließlich eine einstweilige Verfügung gegen sie. Herzog besuchte die Chaplin-Schwestern vor ihrem Tod einige Male. Sie gelten als einzige bekannte Zwillinge, die synchron sprachen. Der Titel Bucking Fastard beruht auf einem Versprecher, den die Chaplins gleichzeitig vor Gericht hatten.[4] Außerdem handelt es sich um einen Schüttelreim von „Fucking Bastard“ (deutsch etwa „Mistkerl“).[5]
Es handelt sich um seine erste Spielfilmarbeit seit Family Romance, LLC (2019). Laut Herzog schließe Bucking Fastard ein opernhaftes Triptychon ab, dass er mit dem früher realisierten Spielfilm Fitzcarraldo (1982) und dem Dokumentarfilm Grizzly Man (2005) begonnen hätte. „Wir können die Welt nicht so sehen, wie Jean und Joan Holbrooke sie sehen, aber wir sehen, wie die Welt auf sie reagiert – durch die Gerichte und die Presse, durch diejenigen, die helfen wollen, und diejenigen, die sie ausnutzen wollen, durch die Augen zahmer und wilder Tiere und sogar durch ihre eigenen Echos im Innersten der Erde“, so Herzog.[2]
Besetzung
Für die Hauptrollen der Zwillingsschwestern verpflichtete Herzog die US-amerikanischen Schauspielerinnen und Schwestern Kate und Rooney Mara. Beide trennen vom Alter her zwei Jahre. Die Mara-Geschwister hatten zuvor noch nie gemeinsam für ein Filmprojekt vor der Kamera gestanden. In einem im Mai 2025 veröffentlichten Interview pries die ältere Kate die Zusammenarbeit mit Herzog als „eine der großartigsten Erfahrungen überhaupt“ und „wie ein Traum“, da sie mit ihrer Schwester eng zusammenarbeiten durfte. „Ich habe das Gefühl, dass meine Schwester und ich uns [bei den Dreharbeiten] verliebt haben – auf eine Art und Weise, die ganz anders ist, als wenn man mit jemandem zu Hause ist oder wenn man einfach nur befreundet ist. Unsere Figuren sprechen im Einklang, wir träumen dasselbe, wir kleiden uns gleich und wir essen dasselbe. Das war die verbindendste Erfahrung, die ich je gemacht habe“, so Kate Mara.[6] In weiteren Rollen sind Orlando Bloom als Nachbar Gareth Mulroney und Domhnall Gleeson als Sozialarbeiter Timothy zu sehen.
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Kate Mara (2024)
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Rooney Mara (2025)
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Orlando Bloom (2024)
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Domhnall Gleeson (2026)
Dreharbeiten, Filmstab und Produktion
Die Dreharbeiten fanden im April 2025 statt. Sie begannen Anfang des Monats in den Pigeon House Film Studios in den Dublin Docklands, Irland. Ein weiterer Drehort war Slowenien.[2] Zur Filmcrew stießen zahlreiche wichtige Vertraute Herzogs hinzu, mit denen er bereits bei vergangenen Projekten zusammengearbeitet hatte. Dazu zählten der österreichische Kameramann Peter Zeitlinger (Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen, 2010), der Filmeditor Marco Capalbo (Die innere Glut – Requiem für Katia und Maurice Krafft, 2022) und der Filmkomponist Ernst Reijseger (Rescue Dawn, 2006).[2]
Bucking Fastard wurde von einer Private-Equity-Gesellschaft finanziert. Als Produzenten fungierten Clara Wu Tsai, Ariel Leon Isacovitch und Agnes Chu gemeinsam mit Kieran Corrigan, Emanuele Moretti und Andrea Bucko.[2]
Um den weltweiten Vertrieb kümmert sich das Unternehmen HanWay Films. Erste Ausschnitte von Bucking Fastard wurden für Einkäufer im Mai 2025 auf dem Marché du film des 78. Festivals von Cannes präsentiert.[2]
Veröffentlichung
Die Weltpremiere von Bucking Fastard erfolgt am 3. September 2026 im Rahmen des 83. Internationalen Filmfestivals von Venedig.[7] Der Beitrag wurde in den Hauptwettbewerb aufgenommen.[8] Ursprünglich hätte das Werk bereits im Rahmen des Festivals von Cannes im Mai 2026 uraufgeführt werden sollen. Nachdem Bucking Fastard keinen Platz im dortigen Hauptwettbewerb um die Goldene Palme erhalten hatte, zog Herzog seinen Film vom französischen Festival zurück. In Cannes wäre Bucking Fastard in der Nebensektion Cannes Premières gezeigt worden, in dem keine Auszeichnungen vergeben werden.[9]
Auszeichnungen
Werner Herzog wurde mit Bucking Fastard zum dritten Mal nach 1991 und 2009 in den Wettbewerb um den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig eingeladen.
| Festival | Kategorie | Resultat | Person |
|---|---|---|---|
| Venedig (2026) | Goldener Löwe – Bester Film | Nominiert | Werner Herzog |
Weblinks
- Bucking Fastard bei IMDb
- Festivalprofil von Venedig (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b Bucking Fastard. In: filmstarts.de (abgerufen am 23. Juli 2026).
- ↑ a b c d e f Andreas Wiseman: Orlando Bloom & Domhnall Gleeson Join Kate & Rooney Mara In ‘Bucking Fastard’ With HanWay Boarding For Cannes; Werner Herzog Says Film Completes A Trilogy After ‘Fitzcarraldo’ And ‘Grizzly Man’. In: deadline.com, 28. April 2025 (abgerufen am 23. Juli 2026).
- ↑ Brent Lang, Esla Keslassy: Werner Herzog’s ‘Bucking Fastard’ Turns Down Cannes Film Festival Invite After Being Denied Competition Slot (EXCLUSIVE). In: variety.com (abgerufen am 23. Juli 2026).
- ↑ Tim Lewis: Interview: ‘I am not that much in pursuit of happiness’: Werner Herzog on beer, yoga and what he would ask God. In: theguardian.com, 15. Oktober 2023 (abgerufen am 23. Juli 2026).
- ↑ Werner Herzog bringt Rooney und Kate Mara zusammen. In: rollingstone.de, 7. Februar 2025 (abgerufen am 23. Juli 2026).
- ↑ Katcy Stephan: Kate Mara Talks ‘Friendship’ Absurdity and Working With Her Sister Rooney on ‘Bucking Fastard’. In: variety.com, 16. Mai 2025 (abgerufen am 23. Juli 2026).
- ↑ La Biennale di Venezia / Calendario delle proiezioni per il pubblico della 83. Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica. In: labiennale.org (abgerufen am 8. August 2026; PDF-Datei).
- ↑ Bucking Fastard. In: labiennale.org (abgerufen am 23. Juli 2026).
- ↑ Jordan Ruimy: Werner Herzog Pulled ‘Bucking Fastard’ From Cannes After Competition Slot Denied. In: worldofreel.com, 9. Mai 2026 (abgerufen am 23. Juli 2026).
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