Checkerboard Cake

Checkerboard Cake, auch Chessboard Cake, (englisch für Schachbrettkuchen oder Schachbretttorte, von Checkers für das Damespiel) ist ein Biskuitkuchen, der im Anschnitt wie ein Schachbrettmuster aussieht. Dies wird mit einer dunklen Schokoladenmasse und einer hellen, oft mit Zitrone aromatisierten Masse erzielt, indem beide Biskuitmassen abwechselnd und farblich versetzt ringförmig mittels eines Spritzbeutels in die Backform eingefüllt werden, um ein Schachbrettmuster zu erzeugen.[1] Möglich ist auch das Ausschneiden von Würfeln, Streifen oder Ringen aus verschiedenfarbigen Tortenböden, die dann farblich versetzt übereinandergelegt und mit Creme oder Gelee zusammengefügt werden.[2][3][4] Weiterhin werden auch mit Schachbrettmuster dekorierte Kuchen oder Torten danach benannt.

Die französische Variante Gâteau Damier[5][6] oder einfach nur Damier[7] ist eine getränkte Buttercremetorte aus Génoise-Biskuit mit Mandelsplitterrand und Schachbrettmuster-Dekor.[7] Hierzu wird die Génoise-Mandelmasse in Papierkästchen gebacken, die kleinen Vierecke verschiedenfarbig dekoriert und zur „Damenbrett-Torte“ (Damier) zusammengestellt.[8] Die Bezeichnung ist vom Jeu de dames (Damespiel) abgeleitet.
Geschichte
Beginnend mit der Amerikanischen Revolution wurden Kakaobohnen in den Läden verkauft und Kakao wurde zu einer der meist verwendeten Zutaten für Getränke und Kuchen.[9] Zwar gab es schon früher Kuchen mit Schokoladencremefüllung, aber keinen Teig auf Schokoladenbasis.[9] Erst in einem Kochbuch aus North Dakota aus dem Jahr 1892 fügte die Verfasserin einem hellen Kuchenteig in dünne Scheiben geschnittene Schokolade hinzu – „eine sehr feine und neuartige Idee“, wie es hieß; dies war womöglich der Vorläufer von Marmor- und Schachbrettkuchen.[9]
Erstmals namentlich erwähnt wurde ein Checkerboard Cake im Jahr 1897 auf der Messe Lehigh County Fair (Pennsylvania), als 25.000 Menschen das Messegelände von Allentown besuchten und die Zubereitung dieses Vorführkuchens miterlebten. Dann war er in Kochkursen in Philadelphia ein „Hingucker“, mit dem man Gasherde präsentierte oder in Salt Lake City die Backpulver, Mehle und Extrakte vorstellte.[1]
Große Lebensmittelhersteller wie Pillsbury, Betty Crocker, Nestlé und General Mills sponserten nicht nur Backwettbewerbe, sondern begannen um 1920 mit der Herausgabe von Rezeptheften, die ihre eigenen Produkte bewarben, und Backmischungen für Marmorkuchen, Schachbrettkuchen, Cupcakes u. a. wurden weiter vereinfacht und zu Massenprodukten für den breiten Markt.[10]

Die ersten Schachbrettkuchen wurden in runden Formen gebacken. Um 1907 ging man dazu über, quadratische Kuchen zu backen, indem man die Massen in Reihen statt in konzentrischen Kreisen einfüllte.[1]
Backform
Die Faszination für diesen Kuchen führte 1928 zur Erfindung einer dreiteiligen Schachbrett-Backform. Das Set enthielt noch zwei Einsätze, die in die Formen passen und das Ineinanderlaufen der hellen und der dunklen Masse beim Einfüllen verhindern sollen (vor dem Backen wird der Einsatz entfernt).[1] 1929 wurden auch in einer deutschen Fachzeitschrift drei Pfannen für Schachbrettkuchen als Neuigkeit für die Hausfrauen vorgestellt.[11]
Die deutsche Tageszeitung Die Welt schrieb 1984 in einer mit Schach dem Einheitskuchen! betitelten Anzeige, dass Zenker und HP ein neues Set von „Schach-Kuchenformen“ entwickelt hätten, bestehend aus drei Backformen und einem „Füll- und Formeneinsatz“, mit dem die Hausfrau „den Teig zum Schachbrett-Kuchen formen“ könne. Die Sets wurden nun in zwei Versionen angeboten, entweder aus Weißblech oder als rote Backform mit Antihaftinnenbeschichtung.[12]
Sonstiges
Der mit Marzipan überzogene, längliche Battenberg Cake ist die britische Variante aus viktorianischer Zeit.[2]
Auch im deutschsprachigen Raum werden Schachbrettkuchen gebacken.[13] Ein Rezept für eine Schachbretttorte von Lovica von Pröpper wurde zum Beispiel schon in einer deutschen Zeitschrift von 1897 veröffentlicht, ein viereckiger Mandelkuchen mit einer wie ein Schachbrett dekorierten Oberfläche.[14] Elisabeth Fülscher führte 1960 in ihrem Kochbuch den „english Battenberg Cake“ mit dem Querverweis „siehe NB. Schachbrett-Cake“.[15]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Anne Byrn: American Cake: From Colonial Gingerbread to Classic Layer, the Stories and Recipes Behind More Than 125 of Our Best-Loved Cakes. Harmony/Rodale/Convergent, 2016, ISBN 978-1-62336-544-8 (Ebook).
- ↑ a b The Oxford Companion to Sugar and Sweets. Oxford University Press, 2015, ISBN 978-0-19-931362-4, S. 396.
- ↑ Checkerboard Cakes. In: Baking Industry (Bakers Helper). Band 107. Clissold Publishing Company, 1957, S. 52.
- ↑ Bakers' Helper. Band 41. H.R. Clissold, 1923, S. 592.
- ↑ Joseph Favre: Encyclopédie illustr. d'hygiène alimentaire: Dictionnaire universel de cuisine. Modification de l'homme par l'alimentation. Libr.-Impr. des Halles et de la Bourse de Commerce, 1892, S. 978 ("Gâteau+damier" google.de [abgerufen am 13. Juli 2026]).
- ↑ John Kirkland: The modern baker, confectioner and caterer; a practical and scientific work for the baking and allied trades. Band 3. London Gresham Publishing Company, London 1907, S. 440 (archive.org [abgerufen am 13. Juli 2026]).
- ↑ a b Hamlyn: Damier. In: New Larousse Gastronomique. Octopus, 2018, ISBN 978-0-600-63587-1 (Ebook).
- ↑ Paul Martin Blüher: Meisterwerk der Speisen und Getränke: französisch-deutsch-englisch (und andere Sprachen). P. M. Blüher, 1898, S. 1368 (archive.org [abgerufen am 27. Juli 2026]).
- ↑ a b c Joan Nathan: Yankee Beans, Bread, and Doughnuts. In: An American Folklife Cookbook. Schocken Books, 1984, ISBN 0-8052-3914-6, S. 33.
- ↑ Krystina Castella: A World of Cake: 150 Recipes for Sweet Traditions from Cultures Near and Far; Honey cakes to flat cakes, fritters to chiffons, tartes to tortes, meringues to mooncakes, fruit cakes to spice cakes. Storey Publishing, LLC, 2012, ISBN 978-1-60342-446-2 (Ebook).
- ↑ Neuigkeiten für die Hausfrau. In: Wissenschaft und Fortschritt: populäre Monatsschrift für Technik und Wissenschaft. Band 3. Verlagsgesellschaft Wissenschaft und Fortschritt, 1929, S. 367.
- ↑ Die Welt (Hrsg.): Osterideen. 14. April 1984, S. 3 (archive.org [abgerufen am 11. Juli 2026]).
- ↑ Dr Oetker: Modetorten von A-Z: Die beliebtesten Modetorten von Ameisenkuchen bis Zaubertorte. Dr. Oetker - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe, 2013, ISBN 978-3-7670-1290-5 (google.de [abgerufen am 4. Juli 2026]).
- ↑ Lovica von Pröpper: Für Feinschmecker (Schachbretttorte). In: Vom Fels zum Meer: Spemann's illustrirte Zeitschrift für das deutsche Haus. Jahrgang 16, Heft 22. Scherl, Stuttgart, Berlin, Leipzig 1897.
- ↑ Elisabeth Fülscher: Kochbuch. Im Selbstverlag von E. Fülscher, 1960, S. 615, 633.
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.