Codex diplomaticus Fuldensis
Der Codex diplomaticus Fuldensis ist ein 1850 von Ernst Friedrich Johann Dronke herausgegebenes Urkundenbuch zur Geschichte des Klosters Fulda. Die Ausgabe enth…
Der Codex diplomaticus Fuldensis ist ein 1850 von Ernst Friedrich Johann Dronke herausgegebenes Urkundenbuch zur Geschichte des Klosters Fulda. Die Ausgabe enthält 872 fortlaufend gezählte Stücke auf 437 Seiten und wurde 1862 durch ein Register von Julius Schmincke ergänzt.[1]
Inhalt und Anlage
Dronkes Ausgabe sammelt Urkunden und verwandte Aufzeichnungen zur Fuldaer Überlieferung. Sie ist chronologisch angeordnet und enthält auch Stücke aus dem Codex Eberhardi. Nach Stefan Alles gehört der Codex diplomaticus Fuldensis zusammen mit Dronkes Traditiones et Antiquitates Fuldenses zu den älteren Standardwerken der Fuldaer Überlieferung. Der Codex diplomaticus Fuldensis bot den „Kernbestand an fuldischen Urkunden“.[1]
Dronke starb vor Abschluss des Druckes. In einer dem Band beigefügten Nachricht wird vermerkt, dass er die Vollendung des Werkes nicht mehr erlebte und dass ein Register zunächst zurückgestellt wurde.[2] Das Register erschien 1862 separat.[3]
Forschungsgeschichtliche Einordnung
Alles bezeichnet Dronkes Codex diplomaticus Fuldensis als erste Ausgabe der Fuldaer Urkundenüberlieferung, die wissenschaftlichen Anforderungen genügte. Zugleich verweist er auf spätere Verbesserungen, besonders bei der Editionspraxis, beim Anmerkungsapparat und beim geographischen Register.[1] Für die aus dem Codex Eberhardi übernommenen Stücke ist die neuere Edition von Heinrich Meyer zu Ermgassen heranzuziehen.[1]
Die digitale Arbeitsumgebung Formulae, Litterae, Chartae der Universität Hamburg führt für Fulda Dronkes Codex diplomaticus Fuldensis von 1850 und Edmund E. Stengels Urkundenbuch des Klosters Fulda von 1958.[4]
Abgrenzung
Der Codex diplomaticus Fuldensis ist nicht mit dem Codex Fuldensis zu verwechseln.
Handschriften
Ein wichtiger Teil der Fuldaer Urkundenüberlieferung befindet sich heute im Hessischen Staatsarchiv Marburg. Die Fuldaer Kopiare werden dort im Bestand K verwahrt.[5] Zu den digitalisierten Kopiaren gehören:
- HStAM, K, 424: Codex traditionum Fuldensium aus der Zeit Rabans, ca. 840, Pergament (Digitalisat)
- HStAM, K, 425: Fuldaer Kopiar 1, Codex Eberhardi, Bd. 1 (Digitalisat)
- HStAM, K, 426: Fuldaer Kopiar 2, Codex Eberhardi, Bd. 2 (Digitalisat)
- HStAM, K, 427: Fuldaer Kopiar 3, Abschrift des Codex Eberhardi, 14. Jh., Pergament (Digitalisat)
Die Originalurkunden der Reichsabtei und des Stifts Fulda werden unter der Signatur HStAM, Urk. 75 „Fulda: Reichsabtei, Stift“ aufbewahrt.[6]
Ausgaben
- Ernst Friedrich Johann Dronke (Hrsg.): Codex diplomaticus Fuldensis. Theodor Fischer, Cassel 1850 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
- Julius Schmincke: Register zum Codex diplomaticus Fuldensis von Dr. Ernst Fr. Joh. Dronke.Elwert’sche Universitäts-Buchhandlung, Marburg 1862 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
Literatur
- Stefan Alles: Lampert von Hersfeld und Eberhard von Fulda. Zwei gelehrte Mönche als kritische Repräsentanten ihrer benachbarten Reichsabteien in den Umbrüchen des 11. und 12. Jahrhunderts. Eine vergleichende Würdigung von Umfeld, Werk und Bedeutung aus landesgeschichtlicher Perspektive. Marburg 2011. doi:10.17192/z2011.0119
- Janneke Raaijmakers: The Making of the Monastic Community of Fulda, c.744–c.900. Cambridge University Press, Cambridge 2012, ISBN 978-1-107-00281-4.
- Julie Hofman (Hrsg.): Codex Diplomaticus Fuldensis. Index and Introduction. Edition Ruprecht, Göttingen 2021. (Göttinger Beiträge zur Geschichte, Kunst und Kultur des Mittelalters. 7.) ISBN 978-3-7675-3081-2
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Stefan Alles: Lampert von Hersfeld und Eberhard von Fulda. Zwei gelehrte Mönche als kritische Repräsentanten ihrer benachbarten Reichsabteien in den Umbrüchen des 11. und 12. Jahrhunderts. Eine vergleichende Würdigung von Umfeld, Werk und Bedeutung aus landesgeschichtlicher Perspektive. Marburg 2011, S. 13–14. doi:10.17192/z2011.0119
- ↑ Ernst Friedrich Johann Dronke (Hrsg.): Codex diplomaticus Fuldensis. Theodor Fischer, Cassel 1850, S. 437 und ungezählte Nachricht Zur Redaction (Digitalisat).
- ↑ Julius Schmincke: Register zu Dronke’s Codex diplomaticus Fuldensis. Theodor Fischer, Cassel 1862 (Digitalisat).
- ↑ Fulda. In: Formulae, Litterae, Chartae. Werkstatt, Universität Hamburg, abgerufen am 7. Juni 2026.
- ↑ Kopiare des Stifts (Bistums) Fulda. In: Arcinsys Hessen, Hessisches Staatsarchiv Marburg, abgerufen am 8. Juni 2026.
- ↑ HStAM, Urk. 75, Fulda: Reichsabtei, Stift. In: Arcinsys Hessen, Hessisches Staatsarchiv Marburg, abgerufen am 8. Juni 2026.
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