Contax T

Contax T war eine kompakte Sucherkamera von Kyocera mit ausfahrbaren Objektiv für Kleinbildfilm vom Typ 135, die 1984 erschien. Ihr folgten die Modelle T2 und …

Contax T

Contax T war eine kompakte Sucherkamera von Kyocera mit ausfahrbaren Objektiv für Kleinbildfilm vom Typ 135, die 1984 erschien. Ihr folgten die Modelle T2 und T3. Die Varianten TVS, TVS II und TVS III besaßen ein Zoom-Objektiv. Die Tix verwendete APS-Film und die TVS Digital war bereits eine Digitalkamera.[1] Für alle Modelle verwendete Kyocera Titan als Material für das Gehäuse und einen künstlichen Saphir aus eigener Herstellung für die Auslösetaste. Alle Modelle konnte man in Titansilber oder Schwarz bekommen, der Auslöser war im Falle der T rot, sonst schwarz.

Parallel bot Kyocera mit der Baureihe Yashica T Sucherkameras mit Carl-Zeiss-Objektiven in einer niedrigeren Preisstufe an. Mit dem Verkauf der Kameraaktivitäten an Cosina stellte man die Produktion aller T-Modelle ein.[2]

Modelle

Contax T

Contax T mit Blitzgerät T14 Auto

Die Contax T kam zum photokina 1984 als erste Contax-Kamera nach der Übernahme durch Kyrocera auf den Markt. Es handelte sich um die erste Contax-Sucherkamera nach Produktionseinstellung der Contax IIIa im Jahr 1962. Wie bereits bei der Contax RTS entstand das Design in Zusammenarbeit mit Porsche Design.[3]

Im Aufbau ähnelte T der Minox 35: es gab eine Frontklappe, die das Objektiv wie auch den Sucher verdeckte, und beim Aufklappen fuhr das Objektiv aus dem Gehäuse heraus. Zum Filmeinlegen musste man zudem die Rückwand nach unten abziehen. Die T unterschied sich jedoch mit ihrem Ganzmetall-Gehäuse, einem fünflinsigen Objektiv und einem Bildzählwerk mit kleinem LC-Display, das bis 79 anzeigte. Ein weiteres Konkurrenzmodell stellte die Olympus XA dar. Gegenüber diesen beiden Kameras kostete die Contax T allerdings etwa viermal mehr. Sie besaß ebenfalls ein Weitwinkelobjektiv, dessen Brennweite aber mit 38 mm schon an der Grenze zum Normalobjektiv lag. Das Zeiss Sonnar f/2,8 mit T*-Vergütung produzierte Kyocera in Kooperation mit Carl Zeiss. Es hatte 9 Blendenlamellen und eine überragende Abbildungsqualität, verzichtete aber auf ein Filtergewinde.[4]

Ungeachtet des hohen Verkaufspreises liefen Fokussierung und Filmtransport wie bei Minox GL und Olympus XA manuell ab. Eine weitere Gemeinsamkeit bestand in der Zeitautomatik. Die Blende wählte man an einem Objektivring und im Sucher gab es Leuchtdioden für:

  • Überbelichtung
  • eine Belichtungszeit zwischen 1500 s und 1125 s
  • eine Belichtungszeit zwischen 1125 s und 130 s
  • eine Belichtungszeit unter 130 s
  • eingeschalteter Selbstauslöser

In der Mitte des Suchers lag ein Mischbild-Entfernungsmesser.

Die T wurde im Set mit dem Blitzgerät T14 Auto angeboten, das die gleiche Farbe wie die Kamera, aber ein Kunststoffgehäuse besaß. Man konnte es mit seinem Rändelrad seitlich anschrauben. Es arbeitete mit zwei Mignonzellen und zeigte seine Blitzbereitschaft im Sucher mit blinkender LED für die Belichtungskontrolle an. Es passte seine Blitzdauer automatisch an die eingestellte Blende an, wobei man auch Aufhellblitzen konnte. Wählte die Kamera eine kürze Belichtungszeit als 1125 s, dann löste das Blitzgerät nicht aus.

1987 kam es bereits zur Produktionseinstellung, ohne dass ein Nachfolgemodell erschien.

Contax T2

Contax T2 in Titansilber

Die Contax T2 stellte Kyocera auf der photokina 1990 vor und führte sie 1991 in den Markt ein. Sie brachte gegenüber der T vier wesentliche Neuerungen:

Am Objektiv änderte sich nichts, es gab aber keine Klappe mehr dafür. Es blieb auch bei der Zeitautomatik. Zum 60. Geburtstag von Contax erschien 1992 ein auf 6000 Exemplare beschränktes Sondermodell in Gold.[5]

Der Autofokus arbeitete aktiv, indem er einen Infrarotstrahl aussendete und die so gemessene Entfernung in einer Auflösung von 118 Schritten auf das Objektiv übertrug.[6][7][8]

Contax T3

Contax T3 in Schwarz

Die Contax T3 blieb in den wesentlichen Eigenschaften gegenüber dem Vormodell T2 unverändert, ihre Unterschiede lagen im etwas kleineren Gehäuse, dem nun sechslinsigen Objektiv mit 35 mm Brennweite, einem jetzt passiv arbeitenden Autofokus und 11200  s als schnellste Belichtungszeit.[9] Sie kostete etwa 1800 DM.

Als Zubehör gab es das Zusatzblitzgerät SLA 200 für den immensen Preis von 500 DM.

Contax TVS

Contax TVS in Titansilber

Nachdem fast jeder Hersteller kompakte Kameras mit Zoomobjektiv auf den Markt gebracht hatte, ergänzte Contax im Frühjahr 1994 auch die T-Serie um eine solche Variante. Die TVS war nur geringfügig größer als die T2, bot dafür aber ein Zweifach-Zoom mit einer Brennweite von 28 mm bis 56 mm, also von Weitwinkel- bis Normalbereich. Allerdings befanden sich die 2200 DM Verkaufspreis auf dem Niveau einer semiprofessionellen Spiegelreflexkamera mit vergleichbarem Objektiv.

Verglichen mit der Festbrennweite der T2 konnte das Objektiv qualitativ nicht mithalten; insbesondere gab es eine starke Vignettierung in der Weitwinkel-Stellung. Kontrast und Auflösung waren aber hervorragend. Die Brennweiteneinstellung zeigte das Bildzählwerk beim Antippen des Auslösers an.[10] Wie bei der T2 gab es einen Blendenring für die Zeitautomatik mit der Stellung P für die Programmautomatik. In Kamerablickrichtung weiter vorne lag ein weiterer Ring für die Brennweite; zudem gab es links neben dem Blendenring einen Hebel für die gleiche Funktion. Neu gegenüber der T2 war der passive Autofokus. Dieser wurde durch einen Infrarotstrahl unterstützt, der bei geringem Umgebungslicht ein Muster auf das Motiv projizierte.

Eine Besonderheit der TVS bestand im Panorama-Modus. Ein Schieber rechts neben dem Sucher maskierte den oberen und den unteren Teil des Bildes, um das Format 13 mm × 36 mm zu belichten. Zum Sucher gehörte ein LC-Display, durch dass man hindurch sah. Damit konnte die Parallaxe bei Nahaufnahmen berücksichtigt werden, indem das Display abhängig von Zoom- und Entfernungseinstellung den korrekten Bildausschnitt freigab und die Umgebung verdunkelte. Im Panorama-Modus zeigte der Sucher damit ebenfalls das richtige Bild. Unter dem Sucherbild befand sich zweites LC-Display mit einer Informationszeile. Diese zeigte von links nach rechts: ein + oder − bei aktivierter Belichtungskorrektur, ein Blitzsymbol bei aktiviertem Blitz, eine Waage (bestehend aus Pfeil nach rechts – Punkt – Pfeil nach links) als Fokussierhilfe bzw. Bestätigung für den Autofokus, ein P für Programmautomatik sowie die von der Kamera gewählte Belichtungszeit.[11]

Für die TVS war das TVS Data Back als Zubehör erhältlich, dessen Preis mit 298 DM ebenfalls üppig ausfiel. Die integrierte Uhr wurde von einer Lithiumzelle vom Typ CR 2025 gespeist. Über das LC-Display konnten die folgenden Einblendungen eingestellt werden, wobei die Datumseinstellung allerdings nur bis zum Jahr 2019 reichte:

  • Jahr - Monat - Tag (japanisches Format)
  • Tag - Stunde - Minute
  • keine Datierung
  • Monat - Tag - Jahr (amerikanisches Format)
  • Tag - Monat - Jahr (europäisches Format)

Contax TVS II

Die zweite Generation der Contax TVS unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von der ersten Generation. Am auffälligsten war der Entfall des Objektivdeckels, stattdessen gibt es Lamellen, die sich automatisch öffnen. Es blieb aber bei dem Filtergewinde mit 30,5 mm Durchmesser. Hinzu kam der griffiger gestaltete Zoomring, wobei kein zusätzlicher Hebel mehr existierte. Beim Fotografieren fiel überdies der heller gewordene Sucher auf, was daran lag, dass man nicht mehr durch ein LC-Display schaute. Dies hatte allerdings zufolge, dass es keinen Parallaxenausgleich und keinen Panorama-Modus mehr gab.[12][10]

Contax TVS III

Die TVS III besaß wie die T eine Klappe, mit deren Öffnen das Objektiv herausfuhr, wodurch man sie auf den ersten Blick erkennen konnte. Es blieb zwar bei einem Zweifach-Zoom, aber mit einem leicht veränderten Brennweitenbereich, der sich motorisch in den fünf Schritten verstellte: 30 mm - 37,5 mm - 45 mm - 52,5 mm - 60 mm.[13]

Contax Tix

Contax Tix in Titansilber

Mit der Contax Tix kam 1997 eine Kamera für den erst auf der photokina 1996 vorgestellten APS-Film auf den Markt. Ihr Objektiv wies passend zum kleineren Bildformat eine mit 28 mm kürzere Brennweite als die T2 auf. Die Preisempfehlung lag bei 1498 DM.[14]

Wie von den Contax-T-Modellen gewohnt gab es eine Zeitautomatik, darüber hinaus eine Programmautomatik, wählbar mit einem Objektivring. Die Entfernung ließ sich aber nicht manuell einstellen. Es bestand lediglich die Möglichkeit. für den Blitz Landscape zu wählen, dann war er abgeschaltet und zudem die Entfernung auf ∞ festgestellt. Die Betriebsart zeigte das LC-Display an der Rückseite des Gehäuses an, in sich auch das Bildzählwerk und Belichtungszeit ablesen ließen. Eine Besonderheit bestand in der Sonnenblende, die durch Abschrauben des Objektivrings entstand, indem man ihn umgekehrt montierte.

Zum Filmeinlegen gab es eine Klappe am Boden. Die drei APS-Formate C, H und P konnten mit einem Drehschalter neben dem Sucher gewählt werden. Nach der Aufnahme schrieb die Kamera, wie von APS vorgesehen, Blendenwert und Belichtungszeit auf den Magnetstreifen des Films.

Contax TVS Digital

Contax TVS Digital in Titansilber

Kyocera stellte auf der photokina 2002 als letzte Kamera der Contax-T-Serie die TVS Digital vor und brachte sie im März 2003 in den Handel.[15] Es handelte sich um eine Digitalkamera mit 5 Megapixel-Sensor. Sie besaß einen optischen Sucher mit Saphirglas sowie ein Display mit 1,6" (entsprechend 4 cm) Bilddiagonale und 84.960 Bildpunkten. Das 3-fach-Zoom-Objektiv entsprach einer Kleinbild-Brennweite von 35 mm bis 105 mm. Seine Macro-Stellung reichte bis 10 cm Entfernung.[16] Es handelte sich auch hier um ein Zeiss-Objektiv mit T*-Vergütung. Da Objektive für ein kleines Bildformat grundsätzlich einfacher zu bauen sind, besitzt es eine einwandfreie Abbildungsquälität.[15]

Der 11,8"-CCD-Sensor maß exakt 5,3 mm × 7,2 mm und seine Auflösung betrug 2560 × 1920 Bildpunkte. Die TVS Digital zeichnete die Bilder im JPG-Format auf, zudem maximal 2 min lange Videos mit 320 × 240 Pixel im AVI-Format.[17] Dabei verwendete die Kamera SD-Karten, die maximal 2 GB groß sein durften.[15]

Technische Daten

  T T2 T3 T-VS T-VS II T-VS III Tix T-VS Digital
Film Typ 135 APS Digitalsensor 5 MP
Objektiv Sonnar f/2,8 Vario-Sonnar f/3,5 - f/6,5 Vario-Sonnar f/3,7 - f/6,7 Sonnar f/2,8 Vario-Sonnar f/2,8 - f/4,8
Brennweite 38 mm 35 mm 28 mm - 56 mm 30 mm - 37,5 mm - 45 mm - 52,5 mm - 60 mm 28 mm 7,3 mm - 21,9 mm
Zahl der Linsen 5 6
größter Blendenwert f/16 f/16 - f/32 f/16 f/6,7
Verschlusszeiten 8 s bis 1500 s 16 s bis 11250 s 16 s bis 1700 s 16 s bis 11000 s 15 s bis 11000 s 1 s bis 12000 s
Entfernungseinstellung 1 m bis ∞

Mischbildentfernungsmesser

0,7 m bis ∞

aktiver Autofokus

0,35 m bis ∞

passiver Autofokus

0,5 m bis ∞

passiver Autofokus

0,35 m bis ∞

passiver Autofokus

0,15 m bis ∞

passiver Autofokus

Belichtung Zeitautomatik

Korrektur +1.5 Blendenstufen

Zeit- und Programmautomatik

Korrektur ± 2 LW in 13 Stufen

Blitzgerät ansteckbar

Leitzahl 14 bei ISO 100/21°

eingebaut

Leitzahl 14 bei ISO 100/21°

eingebaut

Leitzahl 6 bei ISO 100/21°

eingebaut
Filmempfindlichkeit ISO 15/25° bis ISO 31/1000° ISO 15/25° bis ISO 38/5000° (DX codiert)

ISO 100/21° (ohne DX)

ISO 15/25° bis ISO 41/10000° (automatische Einstellung) ISO 20/80° bis ISO 27/400°
Batterie 2× LR/SR 44 CR123A CR2 CR123A CR2 Li-Ion Akku 3,7 V, 1,5 Ah
Größe 98 mm × 66,5 mm × 32,5 mm 119 mm × 66 mm × 33 mm 104 mm × 64 mm × 304 mm 122 mm × 66 mm × 38 mm 117 mm × 64 mm × 44 mm 103 mm × 67 mm × 33 mm 117 mm × 64 mm × 40 mm
Gewicht 270 g 295 g 320 g 350 g 375 g 320 g 225 g 210 g
Zeitraum 1984 bis 1987 1990 bis 2001 2001 bis 2005 1994 bis 1998 1998 bis 2005 1999 bis 2005 1997 bis 2005 2003 bis 2005

Einzelnachweise

  1. Contax T. Abgerufen am 7. März 2026.
  2. Contax-Branded Camera Business. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  3. 35mmc. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  4. Popular Photography, Ausgabe Juni 1991. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  5. Contax T2 60 years. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  6. Popular Photography, Ausgabe Juli 1991. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  7. Popular Photography, Ausgabe Dezember 1991. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  8. American Photo, Ausgabe April 2001. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  9. Contax T3. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  10. a b Contax TVS II - Die Elegante. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  11. Popular Photography, Ausgabe März 1994. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  12. Popular Photography, Ausgabe Dezember 1999. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  13. Contax Tvs III. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  14. Contax Tix - Die Königin. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  15. a b c Joining the Megapixel Club. Abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch).
  16. American Photo Januar/Februar 2003. Abgerufen am 13. Februar 2026.
  17. Contax TVS Digital. Abgerufen am 13. Februar 2026.

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