Divoselo
Diveoelo (serbisch: Дивосело) ist ein Dorf in der hügeligen Landschaft der Lika in Zentralkroatien. Es gehört zur acht Kilometer nördlich gelegenen S…
| Divoselo | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Koordinaten: | 44° 21′ N, 15° 30′ O | |
| Gespanschaft: | ||
| Gemeinde: | Gospić | |
| Höhe: | 561 m. i. J. | |
| Fläche: | 46,1 km² | |
| Einwohner: | 1 (2021) | |
| Bevölkerungsdichte: | 0 Einwohner je km² | |
| Telefonvorwahl: | (+385) 053 | |
| Postleitzahl: | 53 000 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GS | |
Divoselo heute ohne Häuser | ||
Diveoelo (serbisch: Дивосело) ist ein Dorf in der hügeligen Landschaft der Lika in Zentralkroatien. Es gehört zur acht Kilometer nördlich gelegenen Stadt Gospić.
Lage und Einwohner
Divoselo liegt an den Ausläufern des Velebitgebirges, östlich der beiden Fernstraßen D25 und westlich der D50, die sich nördlich bei Gospić vereinen. Die nächste Auffahrt auf die Autocesta A1 liegt 14 km nordöstlich bei Lički Osik. Von hier sind es rund 100 Kilometer bis Zadar und 200 Kilometer bis Zagreb.
Laut der Volkszählung von 1991 hatte die Ortschaft Divoselo 344 Einwohner, darunter waren 304 Serben (88 %), 17 Kroaten (5 %) und 12 Jugoslawen (3,5 %) sowie 11 Personen unbekannter Herkunft. Bei der Volkszählung von 2001 waren es nur noch 12 Einwohner. 2021 lebte offiziell noch eine Person in Divoselo.
Bevölkerungsentwicklung

Geschichte

Grupa boraca Prvog ličkog partizanskog odreda Velebit u Divoselu marta 1942.jpg


Herkunft des Namens
Der Ursprung des Namens Divoselo ist nicht mit Sicherheit geklärt, doch die Legende, die der Dorfpfarrer Ilija Vujnović den Kindern in der Schule erzählte, ist bis heute erhalten geblieben. Seiner Erzählung zufolge fielen einst Römer in das Gebiet des heutigen Divoselo ein. Es war ein sonniger Tag, der Himmel war wolkenlos blau, und das Velebit-Gebirge bot mit seiner wilden Natur und üppigen Vegetation einen Anblick wie auf einem Gemälde. Als die Römer diese von der Natur so reich mit üppiger Vegetation gesegnete Gegend erblickten, waren sie begeistert und bezeichneten sie als „divinus“ – das lateinische Wort für „göttlich“. So entstand der Name Divoselo aus der Weiterentwicklung des Wortes „divinus“.[1]
Die orthodoxe Kirchengemeinde wurde 1746 gegründet, seitdem wurden auch Kirchenbücher geführt. Die Mariä-Geburt-Kirche wurde 1781 errichtet.
Zweiter Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkrieges war Divoselo am 5. und 8. August 1941 Schauplatz von Massakern, die von der Ustascha an der serbischen Bevölkerung verübt wurden. An einem einzigen Tag tötete und massakrierte die Ustascha in Divoselo rund 700 Serben. Im gesamten Zweiten Weltkrieg kamen 1170 Einwohner von Divoselo ums Leben, das entsprach zwei Dritteln der Dorfbevölkerung. Im Verlauf des Krieges griffen faschistische Verbände das Dorf mehr als 70-mal an.[2]
In der Nähe von Divoselo, in den Karsthöhlen des Velebit, befindet sich die „Jarčja jama“ (Ziegen-Schacht), in die kroatische Ustascha-Angehörige am 6. August 1941 78 Serben unterschiedlichen Alters warfen. In der Anfangszeit des Unabhängigen Staates Kroatien wurden 180 Serben aus Počitelje und Divoselo in diesen Schacht geworfen.[3]
Republik Serbische Krajina
Vom Zerfall Jugoslawiens bis September 1993 war Divoselo Teil der Republik Serbische Krajina. Während der Militäroperation Medak (kroatisch:Operacija Medački džep, englisch:Operation Medak Pocket) wurde Divoselo ethnisch gesäubert und dem Erdboden gleichgemacht. 30 Bewohner wurden umgebracht.[4][5] Heute gibt es dort keine serbische Bevölkerung mehr. Auch wurden alle antifaschistischen und kulturellen Denkmäler in der Gemeinde zerstört, unter anderem das markante Gedenkhaus (Dom) im Ortszentrum. Es enthielt die Namen aller einheimischen Opfer des Zweiten Weltkrieges.[6]
Brauchtum
Im Dorf Divoselo fanden alljährlich am ersten Augustsonntag traditionelle ländliche Sportwettkämpfe aus der Region Lika statt, die als „Lika Oke“ bekannt waren. Diese Spiele erinnerten an den 27. Juli 1941, den Tag des Volksaufstands in der SR Kroatien, sowie an den 4. August, den Tag des Aufstands in den Dörfern Divoselo, Čitluk und Ornice. Die Bezeichnung „Oke“ leitet sich von einem Areal im Dorfzentrum ab, das durch eine große Quelle mit kaltem Trinkwasser geprägt ist, welches „Oke“ (dialektaler Begriff für Augen) genannt wird. Der Name geht auf die beiden dort befindlichen Quellen zurück. Ihr natürliches Erscheinungsbild erinnert an menschliche Augen.[7]
Im Jahr 1956 wurde erstmals ein Wettbewerb mit „traditionellen“ Sportarten wie Steinstoßen, Sprung, Tauziehen, Pferderennen ohne Sattel und weiteren Disziplinen veranstaltet. Die nachfolgenden Wettbewerbe entwickelten sich zu einer Veranstaltung, die sportliche, kulturelle, politische und touristische Aspekte vereinte. Die Zahl der Teilnehmer und Besucher stieg von Jahr zu Jahr. Die Sieger erhielten Plaketten, Urkunden und Medaillen in Gold, Silber und Bronze. Der Gewinner des Baumstammziehens erhielt zudem ein Preisgeld. Nach dem Ausbruch bewaffneter Konflikte im Jahr 1991 wurde die Veranstaltung eingestellt.
Persönlichkeiten
- Nada Dimić (* 1923, Divoselo; † 1942, KZ Stara Gradiška), jugoslawische Kommunistin und Partisanin
- Mile Počuča (* 1899, Divoselo; † 1979, Zagreb), Gewerkschafter und Politiker
Weblinks
- Divoselo, auf portalnovosti.com, 24. September 2020
- Aufnahmen vom heutigen Divoselo, You Tube, 3:00 min
Einzelnachweise
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