Ed Seeman

Edward Seeman (* 16. Juli 1931 in New York City, New York; † 4. Februar 2025 in Ocala, Florida), ebenfalls bekannt unter seinem Pseudonym Eduardo Cemano, war …

Ed Seeman

Edward Seeman (* 16. Juli 1931 in New York City, New York; † 4. Februar 2025 in Ocala, Florida), ebenfalls bekannt unter seinem Pseudonym Eduardo Cemano, war ein US-amerikanischer Künstler und Filmemacher polnischer Abstammung. Sein Werk umfasste sehr unterschiedliche Bereiche – von animierten Fernsehwerbespots für Kinder bis hin zu Filmen mit künstlerischer Nacktheit und Hardcore‑Pornografie unter verschiedenen Pseudonymen. Er war zudem für seine Kinematografie und für seine Zusammenarbeit mit Frank Zappa in den 1960er‑Jahren bekannt.[1][2][3][4]

Leben

Seeman wurde 1931 in der Bronx von New York geboren und besuchte die High School of Music & Art in Manhattan und das Pratt Institute in Brooklyn.[1][4]

Er begann seine Karriere im Bereich Animation bei Paramount Pictures, wo er Animationsfolien (Cels) für animierte Fernsehserien wie Popeye und Casper anfertigte. Von 1952 bis 1954 – in der Zeit des Koreakriegs – diente er als Corporal in der United States Army in Frankfurt am Main bei der 4th Infantry Division (deutsch 4. US-Infanteriedivision); während dieser Zeit produzierte er Cartoons für das interne Informationsprogramm der Armee, Ivy Leaves, darunter A Pat on the Back, Pvt. Goof Hoff und A note has just been handed me sowie für die Operations Security (OPSEC). Nach der Rückkehr aus dem Militärdienst gründeten Seeman und Ray Favata das Medienunternehmen Gryphon Productions, das von etwa 1960 bis 1969 bestand. Sie produzierten Werbespots mit Zeichentrickfiguren, darunter das „Trix“-Kaninchen von General Mills, „Sugar Bear“ von Golden Crisp und My Little Pony von Hasbro. Er gewann mehrere Preise für seine Arbeit, darunter Clio Awards und Preise der American Advertising Federation (AAF), die so genannten ADDY Awards. 1981 gewannen Seeman und Favata einen Emmy Award für ihre Arbeit am Vorspann der Kinderserie The Great Space Coaster.[1][2][3]

In den 1960er‑Jahren gehörte er zudem Board of Directors des Dance Theater Workshop in New York an und war dort als Multimedia‑Direktor tätig, wo er experimentelle Tanzfilme produzierte. Seine stark strukturierten Ölgemälde, die aus winzigen, dicht nebeneinandergesetzten Farbpunkten bestanden, wurden unter anderem von den East Hampton Galleries in der 57th Street in New York City ausgestellt. Eines dieser Gemälde hing drei Jahre lang im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA); weitere Arbeiten wurden vom Chrysler Museum in Provincetown sowie von der University of Massachusetts erworben. Fünf von Seemans experimentellen Filmen befinden sich in der Library of Congress.[1]

1967 zahlte Seeman Frank Zappa 2000 US-Dollar für die Produktion der Musik zu einem Fernsehwerbespot für Luden’s Hustenbonbons – heute eine Marke von Prestige Consumer Healthcare. Zappas Musik wurde mit Seemans Animation unterlegt und die Werbung gewann einen Clio Award für den „Besten Einsatz von Musik bzw. Ton“. Eine alternative Version des Soundtracks mit dem Titel „The Big Squeeze“ erschien 1996 posthum auf Zappas Musikalbum The Lost Episodes; die fertige Version enthält einen Kommentar von Seeman. Er produzierte auch andere Filme mit Zappa, wie die 14-stündige Montage Uncle Meat aus dem Jahr 1987, für die er einen Cine Golden Eagle Award gewann (CINE existierte von 1957 bis 2018).[1]

Unter seinem Pseudonym Eduardo Cemano – und weiteren – produzierte und inszenierte er eine Reihe von Pornofilmen, wie Lass uns Doktor spielen (als Professor Ludwig von Schmerling), Fongaluli und Madame Zenobia, die außerhalb der Vereinigten Staaten vermarktet wurden. Zu seinen Filmen befragt, sagte er: „I’m into the metaphysics of sex. I want to become the H. G. Wells of eroticism. […] Porn for me was like shooting the other side of the moon. I wanted to show people something they had never seen before.“ Er war auch als Glamour- bzw. Starfotograf tätig, unter anderem für Cheri, Penthouse, Oui, Genesis und Puritan.[1] Im deutschen Sprachraum wurden Seeman bzw. Cemano unter anderem von Erich Ebert synchronisiert.[1][2][3][4]

Ab 1989 lebte Seeman in Florida, wo er 1990 Ed Seeman’s Animation Productions gründete und bis 2001 weiterhin animierte Fernsehwerbung produzierte und sich der Computerkunst widmete (unter anderem FractaLegends: Montagen historischer Persönlichkeiten als symmetrische Kompositionen im Op-Art-Stil). Er war insgesamt fünfmal verheiratet, unter anderem mit Marilyn Sofer und zuletzt mit Amy Seeman, mit der er die Firma Mana-T’s Inc. betrieb, die bedruckte T-Shirts in Florida vermarktete. Er starb im Jahr 2025 im Alter von 93 Jahren. Sein Tod wurde von seiner Tochter bekanntgegeben.[1][4]

Auszeichnungen

  • 1967: Clio Award für Luden’s Cough Drops (Werbung)
  • 1968: Cine Golden Eagle Award für Mothers of Invention
  • 1970: Silver Phoenix Award beim Atlanta International Film Festival in der Kategorie „World’s Best Experimental Film“ für den Kurzfilm Space Oddity
  • 1981: Emmy Award für The Great Space Coaster

Literatur

  • Peter Keough: Flesh and Blood: The National Society of Film Critics on Sex, Violence, and Censorship. Mercury House, 1995, ISBN 978-1-56279-076-9, S. 15 (englisch).
  • Ed Seeman: Fabulous Fractals: The Computer Assisted Art of Ed Seeman. 4. Juli 2014 (englisch).
  • Ed Seeman: Legacy: A Life Spread. 17. September 2017 (englisch).

Filmografie (Auswahl)

Arbeiten für Frank Zappa

Seeman steuerte die Filmfotografie zu mehreren Projekten von Frank Zappa bei, darunter The Burnt Weeny Sandwich (unveröffentlicht) sowie zur 14‑stündigen Fassung von Uncle Meat, deren umfangreiches Filmmaterial Zappas Band The Mothers of Invention zeigte. Teile dieses Materials wurden öffentlich präsentiert, die vollständige Version blieb jedoch unveröffentlicht. Er entwarf auch die Figur „Suzy Creamcheese“, die in verschiedenen Alben Verwendung fand, u. a. What’s Got Into You?.

  • 1967: Electric Circus
  • 1967: Rehearsal
  • 1967: Sex, Paint and Sound
  • 1968: The Mothers of Invention (auch: Frank Zappa and the Original Mothers of Invention; Video)
  • 1987: Uncle Meat (auch: The Real Uncle Meat, Raw Meat; Video)

Experimentalfilme (Auswahl)

  • 1968: Frekoba – Tänzerin Frances Alenikoff
  • 1969: Dana and Clay – Tänzer Dana Wolfe und Clay Taliaferro
  • 1969: High Contrast
  • 1970: Space Oddities
  • 1971: Incubus – Tänzerin Frances Alenikoff

Pornofilme

Unter seinem Pseudonym Eduardo Cemano veröffentlichte er auch mehrere Pornofilme sowie Kurzfilme, in denen er auch selbst mitwirkte.

  • 1971: Millie’s Homecoming
  • 1971: The Weirdos and the Oddballs (auch: Zora Knows Best)
  • 1972: Lass uns Doktor spielen (The Healers)
  • 1972: Fongaluli (auch: Aphrodisiac und The Love Potion)
  • 1973: Madame Zenobia
  • 1975: Bridal Intrigue

Kurzfilme

  • Blushing Nude
  • Cucumber
  • Floating Nudes

Animation

  • 1980: Drawing Power
  • 1980: Gnomes
Commons: Ed Seeman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Eduardo Cemano. Internet Movie Database, abgerufen am 29. April 2026.
  2. a b c Eduardo Cemano in The Movie Database (englisch), abgerufen am 29. April 2026.
  3. a b c Ed Seeman in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 29. April 2026.
  4. a b c d Joanne Cachapero: Golden Age XXX Filmmaker, Photographer Ed Seeman Dies at 93. In: AVN. 14. Februar 2025, abgerufen am 29. April 2026 (englisch).

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