FS D.141

Die D.141 ist eine Baureihe von Diesellokomotiven der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato (FS). Die Lokomotiven wurden vornehmlich bei Fiat Fer…

FS D.141
FS D.141
D.141.1011 in Milano Centrale (2019)
D.141.1011 in Milano Centrale (2019)
D.141.1011 in Milano Centrale (2019)
Nummerierung: D.141.1001–1029
Anzahl: 29
Hersteller: mech. FIAT, TIBB, Reggiane
el. TIBB, Marelli, CGE
Baujahr(e): 1962–1964
Ausmusterung: 2016
Achsfolge: Bo'Bo' de
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 13.240 mm
Breite: 3000 mm
Höhe: 4115 mm
Drehzapfenabstand: 6260 mm
Drehgestellachsstand: 2400 mm
Treibraddurchmesser: 1040 mm
Dienstmasse: 64 t/65 t*
Reibungsmasse: 64 t/65 t*
Radsatzfahrmasse: bis 16,3 t
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Installierte Leistung: 440 kW/515 kW*
Anfahrzugkraft: 105 kN
Motortyp: Fiat-MB MB 820
Motorbauart: 12-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor
Nenndrehzahl: 1500 U/min
Tankinhalt: 3000 l
* 2. Serie

Die D.141 ist eine Baureihe von Diesellokomotiven der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato (FS). Die Lokomotiven wurden vornehmlich bei Fiat Ferroviaria und Tecnomasio Italiano Brown Boveri (TIBB) für den Rangierdienst und für den Güter- sowie Personenzugdienst auf Nebenbahnen gebaut. 29 Lokomotiven wurden hergestellt. Die Lokomotiven waren bis 2016 im Einsatz. Die D.141.1011 ist bei den FS museal erhalten geblieben.

Entstehung

Nachdem mit der D.143 und der 234 bereits einige Diesellokomotiven für den Rangierdienst zur Ablösung der Dampftraktion in Dienst gestellt wurden, wollten die FS Anfang 1960 weitere Lokomotiven für derartige Dienste. Um Zeit und Kosten zu sparen, wurde ein Vertrag mit Eurofima für die Finanzierung geschlossen.[1] So entstanden die Lokomotiven auf Grundlage der SNCF BB 63000 in 29 Exemplaren. Der Bau der Lokomotiven wurde von TIBB koordiniert. Fiat Ferroviaria war für die Lieferung der Motoren zuständig, die mechanische Fertigung der Lokomotiven wurde bei Reggiane vorgenommen. Die elektrischen Ausrüstungen und Hilfsbetriebe wurden von TIBB für 15 Lokomotiven und von Reggiane für 14 Lokomotiven durchgeführt.[2] Die ersten Lokomotiven besaßen einen Motor mit 440 kW Leistung, ab der D.141.1023 besaßen sie einen mit 515 kW.[2] Merkmal der Lokomotiven war ihre Bauform mit dem langen und kurzem Vorbau vor dem außermittigen Führerstand und dem Schutzgeländer darum. Die Lokomotiven wurden in zwei Serien gebaut. Die erste Serie – D.141.1001–1022 – hatte eine Leistung von lediglich 600 PS, ab der zweiten Serie wurde die Motorleistung auf 700 PS gesteigert.[1]

Einsatz

Durch die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h waren die Lokomotiven universell einsetzbar. Die erstgelieferten Maschinen waren in den Regionen Venedig und Verona im gemischten Dienst sowie auf der Pustertalbahn im Einsatz.[3] In Genua und Triest wurden sie ausschließlich im schweren Rangierdienst in den Häfen und auf Rangierbahnhöfen verwendet.

Besonders die Auslieferung der D.345 war dafür verantwortlich, dass die Lokomotiven aus den gemischten Dienst herausgenommen und nur noch im Rangierdienst eingesetzt wurden. Für diesen Zweck wurde ein Modernisierungsprogramm durchgeführt, bei dem sie einen neuen Zwölfzylinder-Motor mit Aufladung vom Typ BRIF ID 36S erhielten.[2] Wegen der Entwicklung der D.145 wurde dieser Umbau nur bei sieben Lokomotiven durchgeführt. Nach 45 Jahren im Einsatz wurden die Lokomotiven überzählig. Das letzte Einsatzdepot war Cervignano del Friuli, hier waren noch die sechs Lokomotiven D.141.1006, 1008, 1009, 1014, 1020 und 1023 im Einsatz. Im Jahr 2016 wurde die letzte Maschine der Reihe ausgemustert.[2] Die Lokomotive D.141.1011 ist im betriebsfähigen Zustand erhalten geblieben.

Technische Beschreibung

Die Lokomotiven sind Vorbautenlokomotiven mit einem langen sowie einem kurzen Vorbau sowie dazwischenliegendem Führerstand. Sie waren Teil des ORE-Standards der Office for Research and Experiments des Internationalen Eisenbahnverbandes (UIC).[1] Die Drehgestelle sind mit einem Drehzapfen ausgeführt und mit Blattfederung in der aktiven sowie der passiven Federung abgefedert.

Die Maschinenanlage besteht aus einem 12-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor und einem Gleichstrom-Hauptgenerator, über eine Widerstandssteuerung werden die vier Gleichstromfahrmotoren vom Typ GDTM 1422 angetrieben.[2]

Literatur

  • Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
  • Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Elektro- und Diesellokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1969

Siehe auch

Commons: FS D.141 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Elektro- und Diesellokomotiven. Orell Füssli Verlag Zürich, 1969, S. 146.
  2. a b c d e Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS. Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1, S. 55.
  3. Internetseite über die D.141 mit Erwähnung eines Einsatzes auf der Pustertalbahn ale883.it.

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