FS D.343

Die D.343 ist eine Baureihe von Diesellokomotiven der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato Italiane (FS). Die Lokomotiven entstanden als Weitere…

FS D.343
FS D.343
Abbildung der D.343.1030 mit gebogenen Stirnfensterscheiben
Abbildung der D.343.1030 mit gebogenen Stirnfensterscheiben
Abbildung der D.343.1030 mit gebogenen Stirnfensterscheiben
Nummerierung: FS D.343.1001–1040, 2001–2035
FS D.449.001 Umbau
Anzahl: 75
Hersteller: Fiat 1001–1040
Breda 2001–2035
Baujahr(e): 1967–1970
Achsfolge: B'B'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 13.240 mm/14.040 mm*
Breite: 3000 mm
Höhe: 4250 mm
Drehzapfenabstand: 7600 mm
Drehgestellachsstand: 1960 mm
Gesamtachsstand: 9560 mm
Treibraddurchmesser: 1040 mm
Dienstmasse: 60 t/72 t*
Reibungsmasse: 60 t/72 t*
Radsatzfahrmasse: 15 t/18 t*
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h/120 km/h*
Installierte Leistung: 990 kW / 1015 kW**/ 1433 kW*
Motortyp: Achtzylinder-Viertakt-Dieselmotor
Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotor**
Motorbauart: Fiat 218 SSF
Breda-Paxman 12JYCL**
* D.449.001
** D.343.2X

Die D.343 ist eine Baureihe von Diesellokomotiven der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato Italiane (FS). Die Lokomotiven entstanden als Weiterentwicklung der FS D.341 in einem Auftrag von 75 Lokomotiven. Dabei wurden 40 Maschinen von Fiat und 35 Maschinen von Breda zwischen 1967 und 1970 gefertigt.

Ein Umbauprogramm mit Leistungssteigerung und Umbau des Lokomotivkastens wurde nur in geringem Umfang unternommen und beschränkte sich auf die D.343.2016 und die D.343.2011 zur D.449.001.

Als Museumslokomotiven sind die D.343.1001, 1030 und die 2026 erhalten geblieben. Dazu gehören noch einige an Privatbahnen verkaufte Maschinen, wie die ehemalige D.343.1014 als FAS D.28 der Ferrovia Sangritana.[1]

Geschichte

D.343.1001–1040/2001–2035

Um auf nicht elektrifizierten Strecken der FS die letzten Dampflokomotiven abzulösen, wurde ab 1967 als Weiterentwicklung der erfolgreichen FS D.341 ein weiterer Lokomotivtyp entwickelt, der mit unterschiedlichen Antriebsmotoren von den beiden Firmen Fiat und Breda entwickelt und gebaut wurde. Die Lokomotiven von Breda besaßen geringfügig mehr Leistung und wurden als D.343.2001–2035 bezeichnet. Die Lokomotiven von Fiat erhielten die Betriebsnummern D.343.1001–1040.

Die Lokomotiven waren die ersten eines einheitlichen Diesellokprojektes und wendeten erstmals ein von der FS entwickeltes Einmotoren-Drehgestell an.[2]

Nachdem die Lokomotiven im Betrieb gut angenommen wurden, bestellten die FS mit der FS D.345 und der FS D.445 weitere Lokomotiven dieser Bauart und Größenordnung.

Von 1979 an hat es einige Umbauten gegeben, bei denen bei vielen Lokomotiven von Fiat die Drehgestelle auf Grund aufgetretener Risse verstärkt werden mussten.[3.1] Außerdem erhielten sie einen neueren Motor von Fiat, die gebogenen Stirnscheiben wurden durch gerade Scheiben aus Sicherheitsglas ersetzt und der nie genutzte Gepäckraum mit Rolladenverschluss wurde entfernt.[3.2]

Hauptsächlich wurden die Lokomotiven bei Trenitalia eingesetzt. Die letzten Lokomotiven der Serie wurden zum Jahr 2008 ausgemustert. Seit 2009 zählen drei Lokomotiven als Museumslokomotiven: die 1001 in Catania, die 1030 in Tirano und die 2026 in Pistoia.

Umbauten und D.449.001

Ab 2002 gab es einige grundlegende Umbauten, bei der die Lokomotiven modernisiert und leistungsmäßig den D.345 angepasst werden sollten. Zuerst wurde bei der D.343.2016 der Lokkasten umgebaut, wobei der Rahmen um 800 mm verlängert wurde.[3.2] Die Maschinenanlage wurde mit einem 1433 kW starken Motor von Caterpillar und einem Drehstromgenerator umgebaut. Dadurch kam die Lokomotive an die Leistungsbereiche der D.445 heran.[3.2]

Die D.343.2011 wurde bei der Firma Fervet in Castelfranco Veneto und OGR in Rimini einer weiteren Modernisierung unterzogen. Auch bei ihr wurde der Rahmen um 800 mm verlängert, das Führerhaus erhielt eine keilförmige Frontpartie. Sie erhielt ebenso einen Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotor mit 1433 kW Leistung und einen Drehstromgenerator. Ende 2009 war der Umbau abgeschlossen.

Danach wurde von Trenitalia entschieden, keine weiteren Lokomotiven nach diesem Muster umzubauen.[3.2]

Beide Lokomotiven wurden Rete Ferroviaria Italiana zugeteilt, zum Stand 2019 galten sie als abgestellt.[3.2]

Einsatz bei Privatbahnen

Einige Lokomotiven wurden an private Betreiber abgegeben.

Die D.343.1034 wurde 1988 von der Firma Società Nazionale di Ferrovie e Tramvie (SNFT) erworben und auf der Bahnstrecke Brescia–Iseo–Edolo verwendet. Sie wurde dort in den typischen Farben der Bahngesellschaft lackiert. 2009 war sie in einem Unfall nahe Marone verwickelt.[4]

Sechs Lokomotiven wurden von der Ferrovie del Sud Est angemietet, von denen die Gesellschaft die 1015, 1027 und 1039 kaufte. Die 1039 wird als erhaltenes Exemplar angegeben.[3.1]

Die Lokomotiven 1010, 1014 und 1038 wurden von der Ferrovia Sangritana gekauft und als D.28, D.29 und D.32 bezeichnet. Zumindest die 1014 steht heute (2026) noch in einer privaten Liste, obwohl sie dort als im Jahre 2012 abgestellt aufgeführt wird.[1]

Technik

Die Einrahmenlokomotive besitzt zwei Endführerstände und Drehgestelle, für den Antrieb wurde die dieselelektrische Bauart gewählt. Sie besitzen einen geringen Radstand von 9560 mm, einen niedrigen Achsdruck von 15 t und können somit problemlos eingesetzt werden. Die Lokomotiven waren in der Ursprungsform mit gebogenen Frontscheiben ausgerüstet. Ab den 1980er Jahren wurden sie bei vielen Exemplaren durch gerade Scheiben mit Sicherheitsglas ersetzt.

Der Lokkasten ist in drei Bereiche unterteilt: die Führerstände am jeweiligen Ende, ein Gepäckraum mit zwei seitlichen Klappen, der in der Praxis nie verwendet wurde, und der Antriebsteil mit Motor/Generatoreinheit, dem Luftverdichter und der Kühlanlage.

Die Drehgestelle sind eine kurze Konstruktion mit einem Radstand von 1960 mm als Schwanenhalskonstruktion. Die direkte Federung ist mit einer Schraubenfeder und Lemniskatanlenker ausgeführt, die indirekte Federung des Wagenkastens auf den Drehgestellen wird mit Flexicoil-Federung durchgeführt.[2] Der Antrieb wurde von der FS E.632 abgeleitet und mit einem Motor ausgeführt, der über ein Hohlwellengetriebe die beiden Achsen antreibt. Die Drehgestelle erwiesen sich den Belastungen als nicht gewachsen und mussten später verstärkt werden.[3.1] Die Grundkonstruktion wurde dabei nicht verändert.

Die Antriebsanlage wurde mit zwei Motorenvarianten durchgeführt: einmal mit einem Achtzylinder-Viertakt-Dieselmotor von Fiat für 990 kW für die D.343.10xx und einmal mit einem Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotor von Breda für 1015 kW für die D.343.20xx. Die elektrische Anlage besteht in der Ursprungsform aus einem Gleichstromgenerator von Tecnomasio Italiano Brown Boveri, der gleichzeitig als Anlasser verwendet werden kann. Als Fahrmotoren wurden solche mit 415 kW von Breda verwendet. Der Steuerkreis besteht aus elektropneumatischen Schaltern und Relais.[3.1]

Siehe auch

Literatur

  • Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
Commons: FS D.343 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Internetseite über den Fahrzeugpark der Sangritana mit Erwähnung der FS D.343 auf www.railfaneurope.net
  2. a b Skizze des Drehgestelles einer FS D.343 auf scalaenne.wordpress.com
  3. Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
    1. a b c d S. 63
    2. a b c d e S. 64
  4. Unfallbericht von Vello auf repubblica.it

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