Federal Protective Forces

Die Federal Protective Forces (FPF) sind eine paramilitärische, von privaten Unternehmen getragene Sicherheitsformation in den USA. Organisiert und betreut dur…

Federal Protective Forces
Federal Protective Forces auf dem Gelände der Savannah River Site

Die Federal Protective Forces (FPF) sind eine paramilitärische, von privaten Unternehmen getragene Sicherheitsformation in den USA. Organisiert und betreut durch das Department of Energy (DOE) ist es ihre Aufgabe, vom DOE verantwortete Einrichtungen, in denen sogenanntes „Category I Special Nuclear Material“ gelagert und verarbeitet wird, gegen kriminelle, terroristische oder militärische Bedrohungen zu schützen.

Als Category-1-Material oder auch „Strategic Special Nuclear Material (SSNM)“ gelten bestimmte nuklearwaffenfähige Isotope von radioaktiven Elementen, konkret 233U, 235U und 239Pu in sicherheitsrelevanten Konzentrationen und Mengen. Aktuell schützen die FPF insgesamt acht Einrichtungen:

Der Schutz der Einrichtungen wird vom DOE per Vertrag an private Militärdienstleister (PMC) übertragen, die dann unter dem Dach der FPF aktiv werden. Das Personal wird am National Training Center des DOE in Albuquerque ausgebildet. Die Ausrüstung stammt zum Teil vom DOE und umfasst Kriegswaffen wie Miniguns, gepanzerte Fahrzeuge und bewaffnete Hubschrauber. Im FPF-Einsatz haben die Angestellten der beauftragten Unternehmen polizeiliche Befugnisse. Das Natural Resources Defense Council fordert, die FPF zu verstaatlichen, was vom DOE aber abgelehnt wird.

2004 ging eine interne Studie des DOE davon aus, dass ein ernsthafter Angriff auf eine der acht Category-1-Einrichtungen durch kriminelle oder terroristische Akteure vermutlich mit massiver Gewalt ausgeführt werden würde. Das DOE kam in der Studie zu dem Schluss, dass bis zu 50 Prozent der FPF-Kräfte einem solchen Angriff zum Opfer fallen würden. Diese Studie soll die schwere Bewaffnung der privaten Sicherheitskräfte in den FPF rechtfertigen.

Als zusätzliche Spezialeinheit organisiert das DOE die sogenannte National Composite Adversary Force (NCAF, vormals Composite Adversary Team (CAT)). Die NCAF hat formal die Aufgabe, die Ausbildung der FPF zu unterstützen und deren Einsatzbereitschaft zu testen, indem sie in Übungen die gegnerischen Kräfte darstellt und Angriffe auf FPF-geschützte Einrichtungen simuliert. Diese Aufgabe hatten vor Aufstellung des CAT Spezialkräfte des US-Militärs ausgeführt. Die NCAF wird in offensiven Taktiken ausgebildet und ist in ihrem Vorgehen mit einer militärischen Spezialeinheit vergleichbar.[1][2]

2007 streikten über 500 Mitarbeiter der Firma BWX Technologies, die mit dem Schutz der Pantex Plant in Amarillo beauftragt war. Die FPF mussten einen Verband aus Streikbrechern organisieren. Nicht nur, dass der Schutz des nuklearen Materials in der Anlage während des Arbeitskonflikts nicht ausreichend gewährleistet war, sondern auch die Konfrontation zweier schwerbewaffneter Verbände sorgte für Kritik.

2012 konnten drei Demonstranten, darunter Megan Rice, in den Y-12 National Security Complex eindringen, ohne dass die FPF sie aufgehalten hätten. In der Folge wurde der Vertrag zur Bewachung der Einrichtung dem beauftragten Unternehmen WSI entzogen und an andere PMC übertragen.

Einzelnachweise

  1. Geoff S. Fein: Energy Dept. Commandos: ‘As Good as the Military’. In: National Defense Magazine. Februar 2004, archiviert vom Original am 20. Dezember 2016; abgerufen am 16. Juli 2026 (englisch).
  2. Wes Martin: National Composite Adversary Force. 3. Oktober 2022, abgerufen am 16. Juli 2026 (englisch).

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