Flickflack

Der Flickflack (terminologisch richtig: Handstützüberschlag rückwärts) ist ein Element im Gerätturnen, beim Voltigieren, beim Cheerleading, in der Sport-Akrobatik und im Zirkus. Der Flickflack wird entweder aus dem Stand oder nach einem Rondat ausgeführt.

Technik

Flickflack beim Voltigieren (Simone Wiegele)

Aus dem Stand mit Schräghochhalten der Arme wird der Körper rückverlagert mit gleichzeitigem Beugen der Kniegelenke (90°) und der Hüftgelenke. Zum Absprung rückwärts kommt es durch das Strecken der Knie- und Hüftgelenke mit maximaler Öffnung des Arm-Rumpf-Winkels: Der Körper wird überstreckt. In der flach ausgeführten ersten Flugphase wird die Überstreckung des Körpers beibehalten, der Kopf ist in Nackenhalte. Es folgt der Stütz mit einwärts gedrehten Händen; der Rumpf ist überstreckt, der Arm-Rumpf-Winkel offen.

Nach Passieren des Körpers über der Stützstelle werden die Hüftgelenke schnell gebeugt, dann bremsen sie beim Abdrücken des Körpers vom Boden. In der zweiten Flugphase richtet sich der Körper auf und landet auf beiden Beinen.

Flickflack

Beim Bodenturnen dient der Flickflack vielfach als Verbindungselement zu Schwierigkeiten wie Salto, Doppelsalto, Dreifachsalto, Tsukahara, Schraubensalto und ähnlichen Elementen. Am Schwebebalken wird der Flickflack sowohl als eigenständiger Übungsteil als auch als Verbindung zu Salto-Elementen geturnt. Erika Zuchold war die erste Turnerin, die einen Flickflack am Schwebebalken zeigte.[1] Auch am Sprung werden heute Flickflacks geturnt.

Namensverwendung

Der Flickflack war Namensgeber sowohl für André Hellers erfolgreiche Varietéshow „Flic Flac“ (1981/1982 auf Europatournee) als auch für den populären Circus Flic Flac. 1993 wurde ein Jahrmarktsfahrgeschäft der HUSS Maschinenfabrik GmbH & Co. KG in Flic Flac umbenannt.

Weiterhin wurde in den 1980er Jahren ein Spielgerät als Flickflack bezeichnet, bei dem zwei Spieler sich wechselseitig eine Art Plastik-Boje, die auf zwei von ihnen gehaltenen Schnüren aufgefädelt war, durch rasche Armbewegungen zuschossen.

Siehe auch

Literatur

  • Flavio Bessi: Materialien für die Trainerausbildung im Gerätturnen – erste Lizenzstufe. Dritte, veränderte Auflage. Eigenverlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-00-027421-3.
  • S. Lange, K. Bischoff: Doppelstunde Turnen. Hofmann-Verlag, Schorndorf 2006, ISBN 3-7780-0531-6.
  • J. Leirich, G. Bernstein, I. Gwizdek: Turnen an Geräten. Praxisideen. Band 29. Hofmann-Verlag, 2007
Commons: Flick-Flack auf dem Schwebebalken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Flickflack – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Erika Zuchold - dritte deutsche Turnerin in der International Hall of Fame. Abgerufen am 5. Oktober 2020.

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