Fretterode

Fretterode ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg.

Fretterode
Wappen Deutschlandkarte
Fretterode
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fretterode hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 19′ N, 10° 0′ OKoordinaten: 51° 19′ N, 10° 0′ O
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Hanstein-Rusteberg
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 5,92 km²
Einwohner: 173 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37318
Vorwahl: 036087
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 033
Adresse der Verbandsverwaltung: Steingraben 49
37318 Hohengandern
Website: www.vg-hanstein-rusteberg.de
Bürgermeister: Mike Gunkel (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Fretterode im Landkreis Eichsfeld
KarteNiedersachsenHessenKyffhäuserkreisLandkreis NordhausenUnstrut-Hainich-KreisAm OhmbergAm OhmbergAm OhmbergArenshausenAsbach-SickenbergBerlingerodeBodenrode-WesthausenBornhagenBrehmeBreitenworbisBüttstedtBuhlaBurgwaldeDieterodeDietzenrode/VatterodeDingelstädtEcklingerodeEffelderFernaFreienhagen (Eichsfeld)FretterodeGeisledenGeismarGerbershausenGernrode (Eichsfeld)GroßbartloffHaynrodeHeilbad HeiligenstadtHeuthenHohengandernKellaKellaKirchgandernKirchworbisKrombach (Eichsfeld)KüllstedtLeinefelde-WorbisLindewerraMarthNiederorschelPfaffschwendeReinholterodeRohrberg (Eichsfeld)RustenfeldeSchachtebichSchimbergSchwobfeldSteinbach (Eichsfeld)Sonnenstein (Gemeinde)TastungenTeistungenUderVolkerodeWachstedtWahlhausenWehndeWiesenfeld (Eichsfeld)Wingerode
Karte

Fretterode ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg.

Ortsmitte

Lage

Blick auf Fretterode mit dem Röhrsberg im Hintergrund (2012)

Fretterode befindet sich ungefähr 10 Kilometer südwestlich von Heilbad Heiligenstadt im Westen des Landkreises Eichsfeld. Die Ortslage ist in einer muldenartigen Senke zwischen den Höhen des Oberen Eichsfeldes mit dem Röhrsberg (468,1 m) und dem Kahlenberg (408,1 m) im Norden und dem Höhenzug des Höheberges mit dem Riegelsberg (391,2 m) im Süden. Das Dorf liegt an der Landesstraße 1002, die zur Bundesstraße 80 südlich von Hohengandern führt. Nachbarorte sind Lindewerra und Wahlhausen im südwestlich gelegenen Tal der Werra sowie Gerbershausen im Nordwesten, Schönhagen im Norden und Dietzenrode-Vatterode im Osten. Der Ortsnamensbestandteil -rode ist hier erläutert.

Geschichte

Fretterode wurde erstmals 1089 in einer Schenkungsurkunde als Fritheuuarderoth erwähnt. In dieser Urkunde bestätigt der Abt Thietmar des Klosters Helmarshausen gegenüber demselbigen, dass er einer adligen Dame namens Lucia ein Dorf mitsamt einer Kirche und drei Hörigen, Nanthelm, Everhard und Rotheger, mit allen den Ort betreffenden Nutzungsrechten übergeben habe.[2] In einem Zusatz zur Urkunde findet sich eine Bestätigung der Schenkung durch den Mainzer Erzbischof Adalbert I. Die Urkunde stellt jedoch eine Fälschung dar, welche im ausgehenden 12. Jahrhundert oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts hergestellt wurde.[3] Die inhaltliche Echtheit des Dokuments ist jedoch nicht anzuzweifeln, da die gleiche Übergabe in einem Helmarshäusener Amtsbuch aus dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts und dem ersten Viertel des 12. Jahrhunderts ebenfalls bezeugt ist.

In dem kleinen Ort gibt es eine katholische und evangelische Kirche, die beide auf die Apostel Petrus und Paulus geweiht sind. Die evangelische Kirche im Südosten des Ortes ist von Mauern umschlossen und liegt auf einer Geländeterrasse. Im Westen und Süden der Kirche befindet sich vor der Mauer eine Senke. Der massige Turm zeigt heute noch ein Verteidigungsgesicht. Die katholische Kirche am entgegengesetzten Ortsrand liegt auf einem Bergsporn.[4] Entsprechend der kirchlichen Trennung in den folgenden Jahrhunderten gab es hier ebenso eine katholische und eine evangelische Schule.

Über viele Jahrhunderte war das Dorf im Besitz der Familie von Hanstein, die dort 1718 auch ein repräsentatives Gutshaus erbaute. Von 1802 bis 1806 und von 1813 bis 1945 gehörte das Dorf zu Preußen, von 1815 bis zu dessen Aufgehen im Landkreis Eichsfeld 1994 war es Teil des Kreises Heiligenstadt.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 214
  • 1995: 214
  • 1996: 216
  • 1997: 217
  • 1998: 218
  • 1999: 227
  • 2000: 224
  • 2001: 222
  • 2002: 204
  • 2003: 197
  • 2004: 189
  • 2005: 184
  • 2006: 176
  • 2007: 174
  • 2008: 179
  • 2009: 179
  • 2010: 184
  • 2011: 178
  • 2012: 174
  • 2013: 168
  • 2014: 162
  • 2015: 167
  • 2016: 168
  • 2017: 179
  • 2018: 176
  • 2019: 181
  • 2020: 179
  • 2021: 176
  • 2022: 181
  • 2023: 182
  • 2024: 173
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Religion

44,9 % der Einwohner von Fretterode sind römisch-katholisch, 22,5 % evangelisch (Stand: 15. Mai 2022).[5] Die katholische Kirche St. Peter und Paul gehört zur Pfarrei St. Matthäus mit Sitz in Arenshausen, Bistum Erfurt. Die gleichnamige evangelisch-lutherische Kirche St. Peter und Paul gehört zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Fretterode besteht aus sechs Mitgliedern. Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2024 hat er folgende Zusammensetzung:[6]

  • Feuerwehr Fretterode: 2 Sitze
  • Freie Wähler (FWG): 4 Sitze

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Mike Gunkel (Freie Wähler) wurde am 22. April 2012 erstmals gewählt. Er wurde am 15. April 2018[7] und 26. Mai 2024 wiedergewählt[8].

Die Vorgänger waren:

  • 1999–2006: Uwe Wedekind[9]
  • 2006–2012: Barbara Wedekind

Wappen

Blasonierung: „In Silber ein grüner Beutel mit goldener Schnur, daraus wachsen Linsen mit fünf blauen Blüten und sechs grünen Schoten.“

Neonazismus

Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt das Dorf vor allem als Wohnort des Neonazis Thorsten Heise, der 1999 das bis dahin als Pflege- und Altenheim genutzte Gutshaus erwarb und dort einen Versandhandel, unter anderem mit teilweise indizierten Tonträgern, die er dort auch auf einem eigenen Musiklabel veröffentlicht, betreibt. Nachdem er einen entsprechenden Vertrag mit dem „Kameradschaftsverband der Soldaten der 1. und 12. Panzerdivision der ehemaligen Waffen-SS“ abgeschlossen hatte, überführte er 2006 das bis dahin in Marienfels in Rheinland-Pfalz befindliche Denkmal für die Waffen-SS nach Fretterode und baute es auf seinem Privatgrundstück wieder auf.[10]

Auch zwei Neonazi-Angriffe auf Journalisten im Jahr 2018 und 2026 brachten Fretterode bundesweit in die Schlagzeilen.[11][12][13]

Natur

Südwestlich des Ortskerns befindet sich das Naturschutzgebiet Hasenwinkel, ein kleiner Höhenrücken (359,8 m) nördlich des Höheberges. Als Teil der Eichenberg–Gotha–Saalfelder Störungszone treten hier zwischen dem Muschelkalk des Oberen Eichsfeldes und dem Buntsandstein des Höheberges Gesteine des Oberen Zechsteins (Dolomit) als kleine Felsen zu Tage (Breiter Stein und Spitzer Stein). Das ca. 6 Hektar große Schutzgebiet (seit 1939) ist Teil des FFH-Gebietes Röhrsberg-Hasenwinkel-Mühlberg.

Literatur

  • Hermann Rühling, Werner Mühlhausen, Margret Buschmann: 900 Jahre Fretterode im Kreis Heiligenstadt – 1089–1989 – Chronik der Entwicklung. Herausgegeben vom Rat der Gemeinde Fretterode, Format A5, 42 Seiten, Fretterode 1989, ohne ISBN
Commons: Fretterode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Helmut Godehardt: Zur urkundlichen Ersterwähnung des Eichsfeldortes Fretterode. In: Eichsfelder Heimathefte. Nr. 4, 1989, ISSN 0232-8518, S. 315.
  3. Klemens Honselmann: Von der Carta zur Siegelurkunde. Beiträge zum Urkundenwesen im Bistum Paderborn 862 – 1178. Schöningh [u. a.], Paderborn 1939, S. 160.
  4. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 105/106.
  5. Zensus 2022. Bevölkerung nach Religionszugehörigkeit im Zensus 2022 und im Zensus 2011 – je Bundesland. In: www.destatis.de. Statistisches Bundesamt, 21. Februar 2025, abgerufen am 5. Mai 2026.
  6. Wahlen in Thüringen, Gemeinderatswahl 2024 in Thüringen, Fretterode. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 18. April 2026.
  7. Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahl 2018 in Thüringen, Fretterode. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 7. Januar 2023.
  8. Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahl 2024 in Thüringen, Fretterode. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 26. März 2026.
  9. Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahl 2004 in Thüringen, Fretterode. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 26. März 2026.
  10. Oliver Cruzcampo: NPD-Bundesvorstandsmitglied Heise geht unter die Weinhändler. In: Endstation Rechts. Institut für Information und Dokumentation e. V., 22. Dezember 2009, abgerufen am 5. Mai 2026.
  11. Stefan Locke: Dieses Urteil ist ein Skandal. In: FAZ.net. 16. September 2022, abgerufen am 28. Januar 2024.
  12. Henry Bernhard: Ein Urteil mit Signalwirkung?: Kritik nach dem Prozess um Angriff in Fretterode. In: deutschlandfunk.de. Abgerufen am 19. September 2022.
  13. Angriff in Fretterode: DJV sieht Versagen des Rechtsstaats – Staatsanwaltschaft ermittelt. In: deutschlandfunk.de. Abgerufen am 26. März 2026.

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.