Funga
Als Funga (Kunstwort aus Fungi in Analogie zu den Begriffen Fauna und Flora) oder Pilzflora wird die Gesamtheit der in einem Gebiet vorkommenden Pilze bezeichne…
Begriff
Als Funga (Kunstwort aus Fungi in Analogie zu den Begriffen Fauna und Flora) oder Pilzflora wird die Gesamtheit der in einem Gebiet vorkommenden Pilze bezeichnet. Diese analoge Wortbildung soll die Eigenständigkeit der Pilze als eigenes Organismenreich gegenüber den Tieren und Pflanzen betonen, insbesondere, da die Mykologie häufig als Teilgebiet der Botanik verstanden wird.
Hintergrund
Die traditionelle Systematik ordnete Pilze dem Pflanzenreich zu („Pilzflora“). In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Taxonomie der Pilze jedoch grundlegend verändert. Heute nehmen Pilze eine Sonderstellung unter den Organismen ein und sind neben Pflanzen und Tieren als eigenes Reich (Organismenreich der Funga, wissenschaftlich auch Mycota) anerkannt.[1]
Pilze sind Organismen, deren Lebensweise sich wesentlich von der Lebensweise tierischer und pflanzlicher Organismen unterscheidet. So können Pilze etwa im Gegensatz zu Pflanzen keine Energie aus Sonnenlicht gewinnen, sondern sind wie Tiere auf organische Nährstoffe angewiesen. Sie nehmen die Nahrung durch die Zellwand auf und sind unbeweglich. Anders als Tiere und Pflanzen bilden Pilze kein Gewebe, sondern ein Geflecht aus Zellfäden, das in seiner Gesamtheit als Myzel bezeichnet wird. Wie Pflanzen, aber im Gegensatz zu Tieren, haben Pilze eine feste Zellwand, die sich in ihrer Zusammensetzung jedoch von der der Pflanzen unterscheidet.[2] Pilze vermehren sich über Sporen, die der Verbreitung, Fortpflanzung und Überdauerung dienen.[1]
Im Artenschutzreport des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wird die Zahl der hierzulande lebenden Pilzarten auf ca. 14.000 geschätzt, was die Pilze in Deutschland als zweit-artenreichste Organismengruppe hinter den Tieren und vor den Pflanzen rangieren lässt. Pilzen kommt eine enorme wirtschaftliche und ökologische Bedeutung zu, sowohl als Pathogene als auch als Nützlinge.[1]
Belege
- Heinrich Dörfelt, Gottfried Jetschke (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Schutz der Funga neben Fauna und Flora. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags, 2022, abgerufen am 14. September 2025.
- ↑ Shaun M. Bowman & Stephen J. Free: The structure and synthesis of the fungal cell wall. In: Wiley Periodicals, Inc. (Hrsg.): BioEssays. Band 28, 2006, S. 799–808, doi:10.1002/bies.20441 (englisch).
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