Gnaschwitz

Gnaschwitz, obersorbisch Hnašecyⓘ/?, ist ein Dorf in der Oberlausitz und seit 1999 ein Ortsteil der Gemeinde Doberschau-Gaußig im sächsischen Landkreis Bau…

Gnaschwitz
Koordinaten: 51° 9′ N, 14° 22′ OKoordinaten: 51° 8′ 51″ N, 14° 22′ 13″ O
Höhe: 235 m ü. NN
Fläche: 5,1 km²[1]
Einwohner: 284 (31. Dez. 2025)[2]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1994
Eingemeindet nach: Gnaschwitz-Doberschau
Postleitzahl: 02692
Vorwahl: 035930

Gnaschwitz, obersorbisch Hnašecy/?, ist ein Dorf in der Oberlausitz und seit 1999 ein Ortsteil der Gemeinde Doberschau-Gaußig im sächsischen Landkreis Bautzen. Hier befindet sich die Gemeindeverwaltung. Der Ort zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.

Geografie

Gnaschwitz liegt im Oberlausitzer Gefilde etwa fünf Kilometer südwestlich von Bautzen zwischen 230 und 240 Metern ü. NN am Weißnaußlitzer Wasser, einem linken Zufluss der nahen Spree. Zur Gemarkung gehört der 366 m hohe Tschelentsy (sorbisch Ćeleńc) und ein großer Teil des umgebenden Bärwaldes, die bereits zum Lausitzer Bergland zählen.

Der Ort ist im Kern ein dem Rundweiler ähnliches Platzdorf mit bis heute gut erkennbarem Anger und einigen Dreiseithöfen. Die Nachbarorte sind Techritz im Norden, Schlungwitz im Osten, Weißnaußlitz im Südwesten und Drauschkowitz im Nordwesten.

Geschichte

Der Ort wird erstmals 1241 in der Oberlausitzer Grenzurkunde als Sitz eines Burchardo de Gnaswiz erwähnt. Im Unterschied zu Techritz und Weißnaußlitz gehörte es nicht zur eigentlichen Oberlausitz, sondern zum Bistum Meißen und ab 1559 zum sächsischen Amt Stolpen, das auch die Grundherrschaft ausübte. Die oberlausitzische Grenze verlief direkt nördlich und westlich des Dorfes. Die 1447 verzeichnete Namensform Naschwicz (ohne G) reflektiert den Wechsel von G zu (stummem) H im Sorbischen. 1539 wird erstmals Gnaschwitz geschrieben.

Bis 1994 war Gnaschwitz eine eigenständige Gemeinde, seit 1936 mit den Ortsteilen Schlungwitz, Techritz und Weißnaußlitz, danach von 1994 bis 1999 Ortsteil der Gemeinde Gnaschwitz-Doberschau.

Bevölkerung

1888 erbaute Friedhofskapelle in Gnaschwitz

Vor der Eingemeindung der drei Ortsteile hatte Gnaschwitz 1925 409 Einwohner. 1871 waren es nur 285 gewesen, etwa so viel wie heute.

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 323 Einwohnern; davon waren 288 Sorben (89 %) und 35 Deutsche.[3] Der Sprachwechsel hin zum Deutschen erfolgte hier im Wesentlichen noch vor dem Zweiten Weltkrieg.

Bedingt vor allem durch den Zuzug von Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde zwischen 1939 und 1946 um fast ein Viertel von 837 auf 1037.

Religion

Zweisprachiger Lutherstein auf dem Anger

Der Ort ist seit 1689 evangelisch nach Gaußig gepfarrt, zuvor bis 1674 nach Bautzen und von 1674 bis 1689 nach Göda. Die letzten ortsgenauen Angaben zur Religionszugehörigkeit stammen von 1925. Damals waren 389 von 409 Einwohnern evangelisch-lutherisch (95 %) und 18 katholisch (4 %).

1883 wurde anlässlich des 400. Geburtstages von Martin Luther ein zweisprachiger Lutherstein auf dem Dorfplatz errichtet.

Infrastruktur

Gnaschwitz liegt etwas abseits der Staatsstraße 119 (Bautzen–Neukirch). Die nächste Anschlussstelle der Autobahn 4 (Salzenforst) befindet sich etwa sechs Kilometer nördlich und ist über den Autobahnzubringer S 106 zu erreichen. Regionalbuslinien verbinden den Ort mit Bautzen und dem Schulort Gaußig.

An der Spree nahe dem Ort befindet sich das Sprengstoffwerk Gnaschwitz, das seit 2026 zur Czechoslovak Group gehört (vorher Maxam).[4]

Persönlichkeiten

  • Jan Gelanski (1699–1767) – Straßenaufseher und Polyglott; geboren in Gnaschwitz
  • Handrij Rheniš (1731–1805) – evangelischer Pfarrer; geboren in Gnaschwitz
  • Rudolf Enderlein (1908–1985) – Bildhauer; verlebte Kindheit und Jugend in Gnaschwitz
  • Herbert Gruhl (1921–1993) – Politiker; geboren in Gnaschwitz
  • Bernd Stange (* 1948) – Fußballtrainer; geboren in Gnaschwitz
Luftbild von Gnaschwitz (2019)

Einzelnachweise

  1. Gemarkung Gnaschwitz, Gemeinde Doberschau-Gaußig. In: GEOindex. Abgerufen im Juli 2026.
  2. Angaben der Gemeinde Doberschau-Gaußig
  3. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin.
  4. Tschechische Rüstungsfirma übernimmt Werk in Gnaschwitz bei Bautzen. In: MDR. 4. August 2026, abgerufen am 6. August 2026.
Commons: Gnaschwitz/Hnašecy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.