Hermann Heisig
Hermann Heisig (* 1981 in Leipzig) ist ein deutscher Choreograf, Tänzer, Performer und Autor.
Hermann Heisig (* 1981 in Leipzig) ist ein deutscher Choreograf, Tänzer, Performer und Autor.
Leben und Ausbildung
Hermann Heisig wurde 1981 in Leipzig geboren. Er stammt aus einer Künstlerfamilie: Sein Vater Johannes Heisig ist Maler, sein Großvater Bernhard Heisig war einer der bedeutendsten Künstler der DDR und Mitbegründer der Leipziger Schule.[1][2]
Ende der 1990er Jahre begann er autodidaktisch mit zeitgenössischem Tanz und führte erste Solo-Performances in Leipziger Galerien und urbanen Räumen auf.[3] Ab dem Jahr 2000 lebte er in Berlin, wo er eine professionelle Ausbildung im zeitgenössischen Tanz absolvierte; zudem nahm er im Rahmen des renommierten Fortbildungsprogramms ex.e.r.ce, das von der Choreografin Mathilde Monnier ins Leben gerufen wurde, an einer Residenz in Montpellier (Frankreich) teil.[4]
Künstlerische Arbeit
Heisigs Arbeit zeichnet sich durch eine eigenwillige Bewegungssprache aus, die Effizienz hinterfragt und physische Reibung, Kontrollverlust, Komik und performative Überraschungen als künstlerische Mittel einsetzt.[5][6][7]
Werke und Projekte
- 2018: slave to the rhythm – Gruppenstück über die Verbindung von Musik und Körper.[8]
- 2021: Ich steh auf und setz mich wieder hin (Feste des Handelns) – Duo mit Angelika Waniek.[5]
- 2024: LATE NIGHT DADA – choreographischer Parcours zwischen Bewegung, Klang und Sprache.[9]
- 2025: Singing Machine – Solo-Performance zwischen Tanz, Stimme und absurd-komischem Entertainment.[10]
Forschungs- und Kollaborationsprojekte
Seit 2020 arbeitet Heisig mit der Künstlerin und Autorin Anna Zett an RESONANZ – Postsozialistische Gruppenimprovisation, einem partizipativen Forschungsformat, das persönliche und historische Erinnerungen an die DDR durch Improvisation erforscht.[11][12]
Stil und Wirkung
Kritiker beschreiben Heisigs Arbeiten als spielerisch, anarchisch und oft dadaistisch.[13] Humor und Absurdität dienen dazu, traditionelle Körper- und Bewegungsbilder zu hinterfragen. Rezensionen loben seine Performances als „pure Bühnenenergie“ und als „erfrischenden Theaterausflug, der vom Luxus des zeit- und ziellosen Fantasierens erzählt“.[14][15]
Sonstiges
2008 entstand in Zusammenarbeit mit Nuno Lucas das Duett PONGO LAND. Als Teil des europäischen ›looping‹-Projektes setzte sich mit WHAT COMES UP / MUST GO UP diese Zusammenarbeit für 2009 fort. Für Herbst 2009 arbeitete Heisig mit der US-amerikanischen Choreographin Meg Stuart für CONNECTIONS zur Kreation eines neuen Stücks zusammen.[16]
Heisig war auf internationalen Tanz- und Performance-Festivals vertreten, darunter Tanz im August.[6][17]
Publikationen
- 2025: Timing, Kunst- und Werkbuch, Spector Books Verlag, Leipzig, ISBN 978-3-95905-732-5[18]
Weblinks
- Literatur von und über Hermann Heisig im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Offizielle Website von Hermann Heisig
- Kurzportrait auf Schauspiel Leipzig
Einzelnachweise
- ↑ Sandra Luzina: Choreograf Hermann Heisig mit "Strch": Der lachende Lulatsch In: Der Tagesspiegel, 14. November 2014
Hermann Heisig ist der bunteste Vogel der Berliner Tanzszene. In den Sophiensälen erforscht er mit seinem Tanztrio "Strch" die Komik des Unvorhersehbaren. - ↑ Lena Schneider: Das Minsk macht Musik: Neue Veranstaltungsreihe in Potsdam In: Der Tagesspiegel, 7. Juni 2023
- ↑ TANZFESTIVAL: Seiteneinsteiger In: Der Tagesspiegel, 7. Januar 2008
- ↑ Hermann Heisig – Pact Zollverein. In: Pact Zollverein.
- ↑ a b Hermann Heisig – Schauspiel Leipzig. In: Schauspiel Leipzig.
- ↑ a b Anna Pataczek: Tanz im August: Tänzer Hermann Heisig: Das Lachen des Körpers In: Der Tagesspiegel, 10. August 2012
Hermann Heisig ist ein schlenkernder Schlaks – und ein Nachwuchsstar der Berliner Tanzszene. Sein Stück läuft beim Festival Tanz im August, das am Freitag beginnt. - ↑ Astrid Priebs-Tröger: Kultur: Ode an die Schwerkraft - Herbst ist Erntezeit. So auch in der fabrik. In: Der Tagesspiegel, 23. Oktober 2009
- ↑ slave to the rhythm – Schauspiel Leipzig. In: Schauspiel Leipzig.
- ↑ LATE NIGHT DADA - Hermann Heisig, Leipzig, Berlin, Artists in Residence In: Schauspiel Leipzig
- ↑ Singing Machine – Schaubühne Berlin. In: Schaubühne Berlin.
- ↑ RESONANZ – Anna Zett & Hermann Heisig. In: Künstlerische Forschung Berlin..
- ↑ Hochschule für Grafik und Buchkunst - Academy of Fine Arts Leipzig Anna Zett - Kurzbiografie: Zusammenarbeit mit dem Performer/Choreographen Hermann Heisig, unterstützt vom Berliner Förderprogramm Künstlerische Forschung (2020/21).
- ↑ Rolf Arnold: Hermann Heisig lädt zum dadaistischen Trip durch die Residenz In: LVZ
- ↑ Sandra Luzina: Tanz im August: Dreckiger Spaß In: Der Tagesspiegel, 18. August 2012 Sie dominieren bislang den „Tanz im August“ und bleiben am liebsten unter sich. Es geht um Männerkörper, Männerfreundschaften – wie in dem Stück „A coming community“, in dem zwei Performerpaare aufeinandertreffen. Pieter Ampe und Guilherme Garrido haben mit den Berlinern Hermann Heisig und Nuno Lucas einen Abend ausgeheckt, der spielerischen Elan und absurden Witz verbindet. Anfangs rücken die Performer sich gegenseitig mit einem Gebläse zu Leibe und sparen auch die empfindlichen Stellen nicht aus. Sie gehen nicht gerade zimperlich miteinander um, haben keine Angst, sich zu blamieren, und bringen nebenbei überholte Männerbilder zu Fall.
- ↑ Hermann Heisig – Schauspiel Leipzig. In: Schauspiel Leipzig.
- ↑ Connections - Internationale Theater-Mentoren-Initiative In: Kulturstiftung des Bundes
- ↑ Hermann Heisig – Pact Zollverein. In: Pact Zollverein.
- ↑ Hermann Heisigs Kunst- und Werkbuch "Timing". In: Tanznetz.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Heisig, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Choreograf, Tänzer, Performer und Autor |
| GEBURTSDATUM | 1981 |
| GEBURTSORT | Leipzig |
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