Hevensen

Hevensen ist ein Ortsteil der Kleinstadt Hardegsen im Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen.

Hevensen
Hevensen
Stadt Hardegsen
Ehemaliges Gemeindewappen von Hevensen
Koordinaten: 51° 38′ N, 9° 52′ OKoordinaten: 51° 38′ 16″ N, 9° 52′ 15″ O
Höhe: 166 (160–175) m
Einwohner: 656 (2023)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37181
Vorwahl: 05503
Hevensen (Niedersachsen)
Hevensen (Niedersachsen)
Lage von Hevensen in Niedersachsen

Hevensen ist ein Ortsteil der Kleinstadt Hardegsen im Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen.

Lage

Hevensen liegt im Tal der Espolde auf einer Höhe von 165 m ü. NN. Während der Hauptteil der Ortschaft südlich der Espolde liegt, befindet sich ein Gutshof mit kleiner Siedlung und Nebengebäuden nördlich der Bundesstraße 446. Zu Hevensen gehört auch die Ober Hevenser Mühle knapp 1 km flussaufwärts vom Ortskern an der Landstraße 556. Der nächstgelegene Nachbarort ist Wolbrechtshausen unmittelbar ostsüdöstlich des Ortes.[2]

Geschichte

Der Bezug zweier früher Erwähnungen von Hewineshusen in den Fuldaer Traditionen aus den Jahren 978 und 980 auf Hevensen ist umstritten, diese Erwähnungen werden in neuerer Literatur auf Hebenshausen bezogen. Die nächste schriftliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1103 als Havenhusen im Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim überliefert.[3]

Im 13. Jahrhundert versetzte das Kapitel am Hildesheimer Dom seinen Hevenser Besitz, den es von den Nichten von Bischof Udo von Gleichen-Reinhausen geschenkt bekommen hatte.[4]

Seit dem 17. Jahrhundert haben die Herren von Pape hier bis heute einen Gutshof.[5][6] Im Jahre 1808 werden in Hevensen 50 Feuerstellen erwähnt,[7] 1925 betrug die Einwohnerzahl 376 und ging bis 1939 auf 360 Einwohner zurück.[8]

Am 1. März 1974 wurde Hevensen in die Stadt Hardegsen eingegliedert.[9]

Politik

Hevensen hat einen siebenköpfigen Ortsrat. Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2021 lag die Wahlbeteiligung bei 61,42 Prozent, und es ergab sich folgende Sitzverteilung im Ortsrat Hevensen:[10]

Ortsrat 2021
  
Insgesamt 7 Sitze
  • SPD: 3
  • BBH: 4


BBH: Bürger-Bündnis Hevensen

Ortsbürgermeister ist seit 2015 Henning Ropeter.[1]

St.-Lambert-Kirche

St.-Lambert-Kirche
Einfahrt nach Hevensen

Die evangelisch-lutherische Kirche in Hevensen zeigt heute ein wenig einheitliches Aussehen und hat eine bewegte Baugeschichte. 1640 wurde Achatius Mylius dort Pastor. Im Siebenjährigen Krieg wurde das Kirchengebäude zerstört und später nach und nach größtenteils neu gebaut, auch mit Hilfe des Architekten Max Kolde.

Reste des romanischen Ursprungsbaus sind im Kirchenschiff noch enthalten.[11] Der eingerückte gotische Chorraum mit hohem Dach stammt noch überwiegend aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Dass bei der Erneuerung des Langhauses im Jahr 1782 die gotische Bausubstanz mitverwendet wurde, ist nur noch an wenigen Stellen sichtbar. 1805 erhielt der Saal neue Fenster. Langhaus und Chor sind hell verputzt. Der 1885 bis 1886 nach einem Entwurf von Conrad Wilhelm Hase errichtete neugotische Kirchturm[11] ist aus unverputzten Sandsteinquadern errichtet und von einem verschieferten Spitzhelm bekrönt.

Der spätgotische Altar mit vergoldeten Schnitzfiguren zeigt im Mittelteil eine Kreuzigungsgruppe und auf den Flügeln Passions- und Auferstehungsdarstellungen.[12] Auf den gemalten Außenflügeln sind Szenen aus der Geburtsgeschichte Jesu dargestellt; die Malereien werden Hans von Geismar oder seinem Umfeld zugeschrieben.[11]

Filialkapellen der Parochie der Hevenser Lambertikirche waren Wolbrechtshausen und Behrensen.[13] Heute gehört die Kirchengemeinde Hevensen-Lutterhausen zum Kirchenkreis Leine-Solling.

Vereinswesen

Zu den Vereinen gehört ein Baseball- und Softball-Verein. Außerdem gibt es hier einen Internationalen Schulbauernhof.

Commons: Hevensen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Hevensen. In: hardegsen.de. Abgerufen am 7. Dezember 2023.
  2. Topographische Karte 1:25.000 des Niedersächsischen Landesvermessungsamtes.
  3. Kirstin Casemir, Franziska Menzel, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Northeim (= Jürgen Udolph [Hrsg.]: Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil V). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-607-1, S. 189.
  4. Hermann Adolf Lüntzel: Geschichte der Diöcese und Stadt Hildesheim, Teil 2. Gerstenbergsche Buchhandlung, Hildesheim 1858, S. 259 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Gustav Stölting, Börries Freiherr von Münchhausen: Die Rittergüter der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen. (Neudruck der Ausgabe 1912). Verlag H. Th. Wenner, ISBN 3878982194, S. 268–270.
  6. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 7. Voigt, 1867, S. 47 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände, Leipzig 1808, S. 196 abgerufen am 2. September 2011.
  8. Michael Rademacher: Landkreis Northeim. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  10. Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 9. Juli 2022.
  11. a b c Christian Kämmerer, Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Northeim, Teil 1. Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling. Hrsg.: Christiane Segers-Glocke. CW Niemeyer, Hameln 2002, ISBN 3-8271-8261-1, S. 119–120 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen, Band 7.1).
  12. Hector Wilhelm H. Mithoff: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen, Bd. 2: Fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen nebst dem Unter-Eichsfeld, dem hannoverschen Theile des Harzes und der Grafschaft Hohnstein, Hannover 1873, S. 106.
  13. Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntina in Archidiaconatus Distincta Et Commentationibus Diplomaticis Illustrata. Band 6. Typis Academicis, 1810, S. 67 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

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