Jim Queen

Jim Queen (Originaltitel: Jim Queen à la recherche de la Chloroqueer, internationaler Titel: Jim Queen and the Quest for Chloroqueer) ist eine französisch-bel…

Film
Titel Jim Queen
Originaltitel Jim Queen à la recherche de la Chloroqueer
Produktionsland Frankreich, Belgien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 85 Minuten
Stab
Regie Marco Nguyen, Nicolas Athané
Drehbuch Simon Balteaux, Marco Nguyen, Nicolas Athané, Brice Chevillard
Musik Mathieu Rosenzwig, Benjamin Nakache
Schnitt Ivy Buirette
Besetzung

Jim Queen (Originaltitel: Jim Queen à la recherche de la Chloroqueer, internationaler Titel: Jim Queen and the Quest for Chloroqueer) ist eine französisch-belgische Animationskomödie von Marco Nguyen und Nicolas Athané aus dem Jahr 2026. Der Film handelt von einem Virus, das schwule Männer heterosexuell werden lässt, und verbindet die daraus entwickelte Science-Fiction-Handlung mit einer Satire auf schwule Subkulturen, Körperbilder und gesellschaftliche Normen. Jim Queen ist der erste Langfilm der beiden Regisseure. Seine Premiere hatte er im Mai 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo er in der offiziellen Auswahl außer Konkurrenz in der Reihe Séances de Minuit gezeigt wurde.[1] In Deutschland soll der Film am 8. Oktober 2026 in die Kinos kommen.[2]

Handlung

Jim Parfait ist ein erfolgreicher Fitness-Influencer und eine prominente Figur der Pariser Schwulenszene. Sein durchtrainierter Körper, seine zahlreichen Follower und sein Status innerhalb der Community bestimmen sein Leben. Als sich in Paris eine rätselhafte Krankheit namens Heterose ausbreitet, gerät diese Ordnung ins Wanken. Das Virus befällt schwule Männer und verändert nach und nach ihre sexuelle Orientierung. Auch Jim infiziert sich.

Mit den ersten Symptomen verliert Jim zugleich seinen Status. Seine Follower wenden sich von ihm ab und seine Stellung in der schwulen Szene bricht zusammen. Lediglich Lucien, ein junger, unsicherer Mann, der Jim bewundert, hält zu ihm. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der sogenannten Chloroqueer, einem Gegenmittel gegen die Heterose.

Die Suche führt die beiden durch verschiedene Milieus der Pariser queeren Szene. Dabei begegnen sie unterschiedlichen Gruppen und Figuren, deren Selbstbilder, sexuelle Vorlieben und Abgrenzungen untereinander der Film überzeichnet. Während sich die Epidemie weiter ausbreitet, wird die Suche nach dem Heilmittel zugleich zu einer Auseinandersetzung mit Zugehörigkeit und den Hierarchien innerhalb der Community.[3][2]

Produktion und Themen

Die Idee zu Jim Queen entwickelten Regisseur Marco Nguyen und Drehbuchautor Simon Balteaux mehrere Jahre vor der Fertigstellung des Films. Ausgangspunkt waren ihre Erfahrungen als junge schwule Männer in der Pariser Nacht- und Partyszene. Nach Angaben der Filmschaffenden entstanden die ersten Überlegungen aus Witzen über eine Umkehr gesellschaftlicher Normen. Daraus entwickelte sich die Idee einer Krankheit, die homosexuelle Männer heterosexuell werden lässt.[4]

Balteaux erklärte anlässlich der Premiere in Cannes, dass seine Generation schwuler Männer mit der Angst vor HIV aufgewachsen sei und diese Erfahrung ihre Wahrnehmung von Sexualität geprägt habe. Die fiktive Heterose-Epidemie greift diese Erfahrung in satirisch umgekehrter Form auf. Nguyen und Balteaux wollten zugleich Aspekte schwulen Lebens darstellen, die sie in Film und Animation kaum repräsentiert sahen. Die Entscheidung für einen Animationsfilm ermöglichte ihnen nach eigener Aussage, ernste Themen durch Überzeichnung und Humor zugänglicher zu behandeln. An der weiteren Entwicklung waren Nicolas Athané und Brice Chevillard beteiligt. Produziert wurde der Film vom französischen Animationsstudio Bobbypills in Koproduktion mit dem belgischen Unternehmen uMedia. Jim Queen ist der erste abendfüllende Animationsfilm von Bobbypills.[5]

Veröffentlichung

Jim Queen wurde am 17. Mai 2026 bei den 79. Internationalen Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt. Der Film gehörte zur offiziellen Auswahl und wurde außer Konkurrenz in der Reihe Séances de Minuit gezeigt.[1] Als erster Langfilm von Nguyen und Athané war er für die Caméra d’Or zugelassen. Zudem nahm er am Wettbewerb um die Queer Palm teil.

Der französische Kinostart erfolgte am 17. Juni 2026.[4]

In Deutschland übernimmt Capelight Pictures den Verleih. Der deutsche Kinostart unter dem Titel Jim Queen ist für den 8. Oktober 2026 angekündigt.[6]

Rezeption

Clarisse Fabre beschrieb den Film in Le Monde als einen von Selbstironie getragenen, ausgelassenen Animationsfilm, der die schwule Welt in einer farbintensiven Ästhetik darstelle. Die satirische Überzeichnung der Community diene dabei letztlich dazu, deren Zusammenhalt angesichts einer existenziellen Bedrohung zu thematisieren.[7]

Tara Brady vergab in The Irish Times vier von fünf Sternen. Sie hob die anarchische Gestaltung und die Vielzahl von Witzen über Fitnesskultur, Fetische, Sexspielzeug, Fußball und die verschiedenen Gruppen innerhalb der queeren Community hervor. Die Satire richte sich gleichermaßen gegen schwule wie heterosexuelle Klischees. Brady sah in der Verbindung dieser überdrehten Komik mit der an AIDS erinnernden Krankheitsallegorie allerdings auch ein Wagnis des Films.[8]

Der katholische Filmdienst führt Jim Queen als Animationskomödie und beschreibt die Handlung als Geschichte eines ehemaligen Stars der schwulen Szene, der durch seine Infektion zum Außenseiter wird und gemeinsam mit einem frisch geouteten jungen Mann nach einem Heilmittel sucht.[9]

Einzelnachweise

  1. a b JIM QUEEN. In: Festival de Cannes. Abgerufen am 11. August 2026 (französisch).
  2. a b Jim Queen | capelight pictures. Abgerufen am 11. August 2026.
  3. Jim Queen / queerfilmfestival. Abgerufen am 11. August 2026.
  4. a b Jim Queen by Marco Nguyen and Nicolas Athané: the origins of a completely crazy satire. In: Festival de Cannes. 6. Juni 2026, abgerufen am 11. August 2026 (amerikanisches Englisch).
  5. Clarisse Fabre: Festival de Cannes 2026 : « Jim Queen », film d’animation délirant sur la galaxie gay. In: Le Monde. 18. Mai 2026, ISSN 1950-6244 (lemonde.fr [abgerufen am 11. August 2026]).
  6. Jim Queen. In: capelight pictures. Abgerufen am 11. August 2026.
  7. Clarisse Fabre: Festival de Cannes 2026 : « Jim Queen », film d’animation délirant sur la galaxie gay. In: Le Monde. 18. Mai 2026, ISSN 1950-6244 (lemonde.fr [abgerufen am 11. August 2026]).
  8. Tara Brady: Cannes First Look review: Jim Queen – This gay-influencer animated comedy is gleefully smutty. Abgerufen am 11. August 2026 (englisch).
  9. Jim Queen. In: Filmdienst. Abgerufen am 11. August 2026.

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