Judit Beck
Klára Judit Beck (geboren 16. August 1909 in Budapest, Österreich-Ungarn; gestorben 20. April 1995 in Budapest, Ungarn) war eine Malerin sowie Grafik- und Tex…
Klára Judit Beck (geboren 16. August 1909 in Budapest, Österreich-Ungarn; gestorben 20. April 1995 in Budapest, Ungarn) war eine Malerin sowie Grafik- und Textildesignerin.
Leben
Klára Judit Beck wurde am 16. August 1909 in Budapest geboren.[1] Sie stammte aus einer jüdischen Künstlerfamilie und war die Tochter des Bildhauers Ö. Fülöp Beck, der Bildhauer András Beck war ihr Bruder. Judit Beck studierte von 1926 bis 1930 an der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste bei István Csók. Nach dem Abschluss des Studiums studierte sie in Berlin und Paris und arbeitete nach ihrem Aufenthalt in Paris auch in London. Beck lebte und arbeitete ab Mitte der 1930er Jahre auf Einladung von Mária Modok in Szentendre. Dort arbeitete sie mit Margit Gráber, Vilmos Perlrott-Csaba und János Kmetty zusammen. Sie erhielt 1935 die Ehrenmitgliedschaft der Szinyei-Merse-Gesellschaft, die nach Pál Szinyei Merse gegründet worden war und stellte danach regelmäßig in Ungarn aus. Ihre Werke wurden in der Galerie Tamás, im Nationalsalon Budapest, im Fényes-Adolf-Saal sowie in Warschau, Genf und Wien gezeigt.[2]
Beck war Mitglied der Neuen Gesellschaft der Bildenden Künstler und widmete sich als vielseitige Künstlerin auch dem Puppenbau, der Keramik und der Textilkunst. Ihre spezielle Glasmaltechnik wandte sie später auf Plexiglasplatten an. Dort kamen die Farben besonders gut zur Geltung. Als erste Künstlerin benutzte sie in Ungarn die grafische Technik des Papierprägeverfahrens. Für ihr Werk wurde sie mit dem Goldenen Grad des Verdienstordens der Arbeit ausgezeichnet.[2]
Judit Beck starb am 20. April 1995 in Budapest.
Werk
Ab 1929 verbrachte sie ihre Sommer damit, gemeinsam mit Alice Bélaváry, Erzsébet Vaszkó und Emil Krocsák in Drégelypalánk im Komitat Nógrád zu arbeiten.[3] Zu Beginn ihrer Karriere schuf sie Werke in heiteren, leuchtenden Farben. Ihre Kompositionen erinnerten an dekorative Wandteppiche.[4] Nach ihren Aufenthalten im Ausland veränderte sich ab 1934 ihr Stil nach der Hochzeit mit dem Historiker György Gombosi allmählich. Sie reisten gemeinsam nach London, Paris und in die Schweiz. Sie besuchten auch in Szentendre das Atelier von Gyula Derkovits.[3] Danach wurden ihre Werke in ihrer „schwarzen Periode“ deutlich dunkler. Beck schuf Selbstporträts und Akte in tiefen Tönen und ausdrucksstarken Formen. In den 1940er Jahren war die Welt der Arbeiter ihr Motiv. Judit Beck führte in den frühen 1940er Jahren auch eine heimliche Liebesbeziehung mit dem Dichter Miklós Radnóti, die ihre Kunst ebenfalls prägte. Sie schuf mehrere Porträts von Radnóti und dieser schrieb mehrere Liebesgedichte über sie.[3] Ihr Ehemann György Gombosi wurde von den Nationalsozialisten in das KZ Auschwitz deportiert, wo er im Januar 1945 in einem Eisenbahnwagon ohne Wasser und Essen starb. Auch Miklós Radnóti wurde von den Nazis ermordet und bei Győr in einem Massengrab verscharrt.
In Szentendre wurde sie zwar nie offiziell Mitglied der Alten Künstlerkolonie, jedoch war sie vielfältig mit dem Leben der Kolonie verbunden. Ihre Stillleben zeigen neben Porträts aus dieser Zeit zumeist eine stillende Mutter oder eine in ihre Arbeit vertiefte Person.[4]
Sie lernte bei einer Theaterproduktion im Jahr 1942 den Schauspieler Tamás Major kennen, den sie später heiratete.[3] Er inspirierte sie in den 1950er Jahren, sich der Theaterwelt zu widmen. Viele ihrer Schauspielerporträts befinden sich in der Ungarischen Nationalgalerie und im Museum für Theatergeschichte. Ihr Werk aus dieser Zeit umfasst auch Blumenbilder und in den 1970er Jahren wurden mehrere Blumenkalender mit Motiven aus ihrem Blumengarten in Szentendre angefertigt.[4]
Weblinks
- Werke von Judit Beck November Gallery
Einzelnachweise
- ↑ Documenting Persecuted Jewish Artists (JDCRP Website). In: airtable.com. Airtable, abgerufen am 5. April 2026 (deutsch).
- ↑ a b webformance: Beck Judit (1909 - 1995) - híres magyar festő, grafikus. In: kieselbach.hu. kieselbach, abgerufen am 5. April 2026 (ungarisch).
- ↑ a b c d November Gallery. In: novembergallery.com. Abgerufen am 5. April 2026.
- ↑ a b c Képzőművészet Magyarországon - Fine Arts in Hungary. In: hung-art.hu. www.hung-art.hu, abgerufen am 5. April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beck, Judit |
| KURZBESCHREIBUNG | Malerin, Grafikdesignerin und Textildesignerin |
| GEBURTSDATUM | 16. August 1909 |
| GEBURTSORT | Budapest, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 20. April 1995 |
| STERBEORT | Budapest, Ungarn |
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