Karl Goßner
Karl Friedrich Goßner (* 12. April 1862 in Wusterwitz, Kreis Schlawe; † 25. Mai 1937 in Podejuch) war ein deutscher Kirchenjurist. Von 1907 bis 1925 leitete …
Karl Friedrich Goßner (* 12. April 1862 in Wusterwitz, Kreis Schlawe; † 25. Mai 1937 in Podejuch) war ein deutscher Kirchenjurist. Von 1907 bis 1925 leitete er als Konsistorialpräsident das Konsistorium der Provinz Pommern in Stettin.
Leben
Karl Goßner war ein Sohn des Pfarrers Hermann Gustav Goßner (1820–1863). Er hatte einen Zwillingsbruder, Willy Goßner, der Sanitätsoffizier wurde und zuletzt Generaloberarzt war.[1] In Folge des frühen Todes des Vaters wuchsen die Söhne im Königlichen Waisenhaus Bunzlau auf. Nach dem Besuch von Gymnasien in Berlin und Köslin bis zum Abitur Michaelis 1880 studierte Karl Goßner bis 1883 Rechtswissenschaften an den Universitäten Berlin und Heidelberg.[2] Ab 1884 absolvierte er sein Referendariat; 1888 trat er als Gerichtsassessor in den preußischen Justizdienst. 1890 wechselte er in die Kultusverwaltung. Nach kürzerer Tätigkeit bei verschiedenen Konsistorien und ab 1901 als Regierungsrat im Provinzialschulkollegium der Rheinprovinz in Koblenz wurde er 1902 Vortragender Rat im preußischen Finanzministerium. Im März 1907 wechselte er als Oberregierungsrat in das Kultusministerium.[2][3]
Am 9. Dezember 1907 erfolgte seine Ernennung zum Präsidenten des Konsistoriums der Kirchenprovinz Pommern mit dem Range eines Rates zweiter Klasse. In dieser Stellung wirkte er bis zum Eintritt in den Ruhestand zum 31. März 1925. Von 1910 bis 1931 leitete er als Vorsitzender den pommerschen Provinzialverein für Innere Mission.[3]
Seine Amtszeit als Konsistorialpräsident war „eine Zeit größter Veränderungen und Spannungen in Staat und Kirche“.[3] Zwei Söhne fielen im Ersten Weltkrieg. 1918 erlebte er das Ende der Monarchie und des Landesherrlichen Kirchenregiments. Die Kirchenprovinz Pommern erhielt 1922 eine neue Verfassung als Teil der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union. Goßner verkörperte „mit hervorragender Sachkenntnis und altpreußischem Pflichtbewusstsein“ Kontinuität in diesen Umbrüchen.[3]
Goßner verfasste den maßgeblichen Kommentar zum preußischen evangelischen Kirchenrecht vor 1918.
Auszeichnungen
- Kapitular beim Kollegiatstift in Zeitz
- Theologischer Ehrendoktor (D.) der Universität Greifswald (1. Juli 1914)[2]
- Titel Wirklicher Geheimer Oberkonsistorialrat (11. Juli 1917)[2]
- Roter Adlerorden, 3. Klasse mit der Schleife
- Königlicher Kronen-Orden (Preußen), 2. Klasse (1908)
Schriften
- Preußisches evangelisches Kirchenrecht: Führer durch das Recht der Landeskirche der neun älteren Provinzen insbesondere für Geistliche und Selbstverwaltungs-Organe, Verwaltungsbeamte und Juristen. Heine, Berlin [ca. 1899].
- 2., sehr vermehrte Auflage. Guttentag, Berlin 1914.
- Nachdruck: de Gruyter doi:10.1515/9783111540375.
- Das neue Bürgerliche Gesetzbuch in seiner Bedeutung für die preußischen evangelischen Landeskirchen: zur Einführung kirchlicher Kreise in das neue Recht. Heine, Berlin 1899.
Literatur
- D. Karl Goßner †. In: Kirchliches Amtsblatt der Kirchenprovinz Pommern. Band 69 (1937), S. 81
- Reinhard Lüdicke: Die Preußischen Kultusminister und ihre Beamten im ersten Jahrhundert des Ministeriums 1817–1917. Stuttgart 1918 (Digitalisat), S. 117 Nr. 181
- Werner Klän: Die Evangelische Kirche Pommerns in Republik und Diktatur. Geschichte und Gestaltung einer preußischen Kirchenprovinz, 1914-1945. Böhlau, Köln 1995, ISBN 3-412-04195-5
Einzelnachweise
- ↑ Stammliste der Kaiser Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen. Berlin: Springer 1910, S. 286 Nr. 1208
- ↑ a b c d Reinhard Lüdicke: Die Preußischen Kultusminister und ihre Beamten im ersten Jahrhundert des Ministeriums 1817–1917. Stuttgart 1918 (Digitalisat), S. 117 Nr. 181
- ↑ a b c d D. Karl Goßner †. In: Kirchliches Amtsblatt der Kirchenprovinz Pommern Band 69 (1937), S. 81
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Goßner, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Goßner, Karl Friedrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kirchenjurist |
| GEBURTSDATUM | 12. April 1862 |
| GEBURTSORT | Wusterwitz, Kreis Schlawe |
| STERBEDATUM | 25. Mai 1937 |
| STERBEORT | Podejuch |
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