Kulata
Kulata (bulgarisch Кулата) ist ein Dorf im Südwesten Bulgariens in der Gemeinde Petritsch im Bezirk/Oblast Blagoewgrad. Es ist vor allem bekannt durch de…
| Kulata (Кулата) | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Oblast: | Blagoewgrad | |||
| Einwohner: | 616 (31. Dez. 2025) | |||
| Fläche: | 8,27 km² | |||
| Bevölkerungsdichte | 74,5 Einwohner/km² | |||
| Koordinaten: | 41° 23′ N, 23° 22′ O | |||
| Höhe: | 105 m | |||
| Postleitzahl: | 2868 | |||
| Telefonvorwahl: | (+359) 06714 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | E | |||
| Verwaltung (Stand: 2015) | ||||
| Bürgermeister: | Dimitar Damjanow | |||

Kulata (bulgarisch Кулата) ist ein Dorf im Südwesten Bulgariens in der Gemeinde Petritsch im Bezirk/Oblast Blagoewgrad. Es ist vor allem bekannt durch den Grenzübergang Kulata–Promachonas.
Toponymie
Kula heißt auf bulgarisch Turm. Die Endung -ta bei Kulata ist der bestimmte Artikel, Kulata bedeutet also der Turm.
Früher hieß das Dorf nur Kula oder Petritschka Kula (zu deutsch: Kula bei Petritsch), zur Unterscheidung vom nahegelegenen Dorf Kula in Griechenland, Regionalbezirk Serres, das heute jedoch Paleokastro (griech. Παλαιόκαστρο; zu deutsch: alte Festung) heißt, wurde es in Kulata umbenannt. Auch im Nordwesten Bulgariens gibt es eine Stadt mit dem Namen Kula.
Geografie
Das Dorf liegt im südlichen Teil des Talkessel von Sandanski und Petritsch am linken Ufer des Flusses Struma, der rund 1,5 Kilometer westlich des Dorfkernes verläuft. Kulata befindet sich rund 150 Kilometer Luftlinie südlich der Hauptstadt Sofia.
Der Grenzübergang Kulata–Promachonas liegt im südwestlichen Dorfgebiet, er ist der Hauptgrenzübergang zwischen Bulgarien und Griechenland. Hier passieren die E 79 in Form der Awtomagistrala „Struma“ und die Hauptbahnstrecke 5 Sofia–Kulata die Grenze. Der Zollstation des Grenzüberganges Kulata unterstehen auch die Zollstationen Slatarewo (bulg. Златарево) und das Zollbüro in Petritsch.
Geschichte
Im 19. Jahrhundert war Kulata ein kleines bulgarisches Gutsherren-Dorf (Landgut: türk. çiftlik, bulg. чифлик/tschiflik), das zum Gerichtsbezirk/Kaza Sidirokastro gehörte.
1873 bestand das Dorf aus 20 Haushalten mit 65 Bulgaren.[1] 1900 hatte Kula 110 Einwohner, alle waren christliche Bulgaren.[2]
Nach der Statistik von Dimitar Mischew (bulg. Димитър Мишев Димитров), dem Sekretär des bulgarischen Exarchats, zählte das Dorf 1905 bereits zur Kaza Melnik und die christliche Bevölkerung bestand aus 96 Bulgaren.[3]
Während des griechisch-bulgarischen Grenzkonfliktes 1925, bekannt als Zwischenfall von Petritsch (bulg. Петрички инцидент), wurde das Dorf Kulata von der griechischen Armee besetzt.
Internationaler Eisenbahnverkehr Sofia – Thessaloniki (– Athen)

In Kulata enden die elektrifizierte Bahnstrecke Sofia–Kulata, die Fahrleitung auf dem Abschnitt Dupniza–Kulata wurde 2001 in Betrieb genommen, sowie die griechische Strecke Strimónas–Kulata. Am 10. Mai 2014 wurde die im Februar 2011 eingestellte, zweimal tägliche Reisezugverbindung von Sofia über Kulata nach Thessaloniki wieder aufgenommen, der abendliche Kurswagen nach Athen allerdings nicht. Nachdem dieser Betrieb 2017 erneut eingestellt wurde, soll ab 2027 der internationale Verkehr zwischen Sofia und Thessaloniki wieder aufgenommen werden.[4]
Der griechische Streckenabschnitt ist nicht elektrifiziert, deshalb müssen Diesellokomotiven eingesetzt werden. Inzwischen ist die Elektrifizierung im Rahmen der Modernisierung des Bahnkorridors Thessaloniki–Sofia–Bukarest geplant.[5]
Auf der griechischen Seite des Grenzübergangs liegt das Dorf Promachonas (griech. Προμαχώνας, bulg. Драготин/Dragotin), in der Gemeinde Sindiki (griech. Προμαχώνας), Regionalbezirk Serres.
Einzelnachweise
- ↑ Македония и Одринско. Статистика на населението от 1873 г. Македонски научен институт (deutsch: Makedonien und Region Edirne. Bevölkerungsstatistik von 1873); Makedonisches wissenschaftliches Institut, Sofia, 1995, Seite 138–139.
- ↑ Васил Кънчов: Македония. Етнография и статистика (deutsch: Wasil Kantschow: Makedonien. Ethnografie und Statistik). Sofia, 1900, Seite 185
- ↑ D. M. Brancoff: La Macédoine et sa Population Chrétienne. (deutsch: Makedonien und seine christliche Bevölkerung; Anmerkung: D. M. Brancoff ist das Pseudonym von Dimitar Mischew); Paris, 1905, Seite 192–193.
- ↑ After Nine Years: Regular Rail Service between Sofia and Thessaloniki to Be Restored. In: BNT News. 30. Januar 2026, abgerufen am 9. Juli 2026 (englisch).
- ↑ LOK Report - Bulgarien/Griechenland/Rumänien: Gemeinsame Finanzierung für die Eisenbahnstrecke Thessaloniki-Sofia-Bukarest. Abgerufen am 24. Februar 2026 (deutsch).
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