LRAC F1

LRAC F1 ist eine in Frankreich entwickelte rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe mit Kaliber 89 mm. Weitere Bezeichnungen lauten LRAC 89, ACL 89 und LRAC d…

LRAC F1
LRAC F1
LRAC F1
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung LRAC 89
Einsatzland Frankreich u. a.
Entwickler/Hersteller Luchaire Défense SA (heute KNDS)
Entwicklungsjahr 1964
Produktionszeit 1969 bis 1990er-Jahre
Waffenkategorie Rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe
Ausstattung
Gesamtlänge 1.600 mm
Technische Daten
Kaliber 89 mm
Munitionszufuhr manuell
Kadenz 3–4 Schuss/min
Feuerarten Einzelfeuer
Visier Zielfernrohr
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LRAC F1 ist eine in Frankreich entwickelte rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe mit Kaliber 89 mm. Weitere Bezeichnungen lauten LRAC 89, ACL 89 und LRAC de 89 mm Mle F1. LRAC steht für Lance-Roquettes Anti Char.

Entwicklung

Die LRAC F1 wurde ab 1964 von der Societe Technique de Recherches Industrielles et Mecaniques (STRIM) für die Französischen Streitkräfte entwickelt. Die neue Waffe sollte die M20 Super Bazooka sowie die LRAC de 73 mm Mle 1950 ersetzen. 1969 war die LRAC F1 fertig entwickelt und wurde von Luchaire Défense SA und Hotchkiss et Cie für die französischen Streitkräfte sowie für den Export produziert.[1][2]

Technik

Die LRAC F1 ist eine rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe zur Bekämpfung von Kampfpanzern, Panzerfahrzeugen und Feldbefestigungen. Die Waffe besteht aus einem Abschussrohr mit aufmontiertem Zielfernrohr sowie einer Rakete in einem Behälter, der hinten auf das Abschussrohr aufgesetzt wird. Die LRAC F1 hat schussbereit eine Länge von 1,6 m und ein Gewicht von rund 8,2 kg. Im Normalfall erfolgt der Einsatz durch einen Trupp mit zwei Soldaten. Einer trägt eine schussbereite LRAC F1 und der zweite trägt drei Raketenbehälter. Ein geübter Trupp kann 3 bis 4 Raketen pro Minute abfeuern. Aufgrund des nach hinten austretenden Abgasstrahls besteht hinter der Waffe ein Gefahrenbereich von 80 m Länge und 35 m Breite, der beim Abschuss nicht betreten werden darf. Fahrende Fahrzeuge können auf eine maximale Distanz von 300 bis 400 m bekämpft werden. Bei der Bekämpfung von stehenden Fahrzeugen beträgt die Effektive Reichweite 500 bis 600 m und bei Feldbefestigungen 650 bis 1000 m. Die minimale Schussdistanz beträgt 10 m und die maximale rund 3000 m.[1][3][4][5][4]

Abschussrohr & Zieleinrichtung

Das Abschussrohr hat eine Länge von 1,168 m, wiegt 5,5 kg. Gefertigt ist aus Aluminium und glasfaserverstärktem Kunststoff. Unten sind eine klappbare Schulterstütze und ein Pistolengriff mit dem Abzug angebracht. Vor diesen ist ein klappbares Zweibein montiert. Das Abschussrohr hat eine Lebensdauer von 100 bis 130 Schuss.[5]

Ab Werk wird das Abschussrohr mit Kimme und Korn ausgeliefert. Ergänzend wird aber in der Regel, rechts oben das APX M309-Zielfernrohr mit 3-facher Vergrößerung montiert. In dessen Okular sind Strichplatten für die Stadiametrische Entfernungsmessung sowie zum Abschätzen des Vorhaltes angebracht. Das Zielfernrohr wiegt 0,45 kg.[6]

Raketenbehälter & Raketen

Der Raketenbehälter ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt, hat eine Länge von 0,626 m und wiegt beladen zwischen 3,3 und 3,95 kg. Im Behälter befindet sich die Rakete. Diese bestehen aus dem Gefechtskopf im vorderen Teil der Rakete sowie dem dahinter verbauten Feststoffraketentriebwerk. Am Heck der Raketen sind acht schlanke, ausklappbare Stabilisierungsflächen verbaut. Die Raketen sind 30 cm lang und haben ein Gewicht von 1,7 bis 2,35 kg. Das Raketentriebwerk verwendet einen schnell abbrennenden Raketentreibstoff, der bereits komplett abgebrannt ist, wenn die Rakete das Abschussrohr verlässt. Dabei entsteht für 40 ms ein Abschussknall mit rund 180 dB. Die Mündungsgeschwindigkeit beträgt 290–300 m/s. Die Flugzeit auf eine Distanz von 330 m beträgt 1,23 Sekunden und auf 400 m rund 1,55 Sekunden. Mit der LRAC F1 können vier unterschiedliche Raketentypen verschossen werden:[1][7]

AC 89

Dieser Raketentyp wiegt 2,2 kg und wird bei der Bekämpfung von Kampfpanzern eingesetzt. Als Gefechtskopf ist eine Hohlladung verbaut. Diese hat eine Durchschlagsleistung von rund 400 mm Panzerstahl oder 1000 mm Stahlbeton.

AP-AV 89

Dieser Raketentyp wiegt 2,2 kg wird zur Bekämpfung von Panzerfahrzeugen und Feldbefestigungen verwendet. Der Gefechtskopf besteht aus einer Hohlladung, um die 1600 Stahlkugeln verbaut sind. Die Hohlladung kann 100 mm Panzerstahl durchschlagen und die Stahlkugeln haben einen Wirkungsradius von 20 m gegen lebende Ziele.

SMK 89T

Dieser Raketentyp wiegt 2,35 kg und verwendet den TT4-Nebel-Gefechtskopf mit einer Füllung aus Titantetrachlorid. Bei der Zündung erzeugt dieser während 35 Sekunden künstlichen Nebel.

SMK 89P

Dieser Raketentyp wiegt 2,35 kg und verwendet einen Rauch/Brand-Gefechtskopf mit einer Füllung aus Weißem Phosphor.

ILL 89

Dieser Raketentyp wiegt 1,7 kg und wird zur Gefechtsfeldbeleuchtung verwendet. Die Rakete stößt einen Leuchtkörper aus, der an einem Fallschirm zu Boden schwebt. Dabei wird das Gefechtsfeld während 30 Sekunden mit einer Lichtstärke von 300.000 Candela beleuchtet.

Verbreitung

Daten aus:[6][8]

Galerie

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Ian Hogg: Jane's Infantry Weapons 1987–1988. 1987, S. 718–719.
  2. Günter Wollert, Reiner Lidschun, Wilfried Kopenhagen: Schützenwaffen – Illustrierte Enzyklopädie der Schützenwaffen aus aller Welt, Band 1 & 2. 1999, S. 226–227.
  3. John Norris: Brassey’s Anti-Tank Weapons. 1996, S. 46.
  4. a b Règlement de l’Infanterie – Le lance-roquettes anticar de 89 mm modèle F1. In: scribd.com. Ministère de la Défense, abgerufen am 15. Juli 2026 (französisch).
  5. a b J. E. Stauff, J. Guillot, R. Dubernet: Armements Antichars Missiles Guidés et mon Guidés. Comité pour l‘Histoire de l’Amement Terrester période 1945 -1975, Direction générale de l’armement 1996, S. 67–68.
  6. a b LRAC F1: 89mm Shoulder Fired Launcher. In: smallarmsreview.com. Small Arms Review, abgerufen am 15. Juli 2026 (englisch).
  7. Guide technique du lance-roquettes anticar de 89 mm modèle F1. (PDF) In: 20thcenturyplatoons.com. Ministère de la Défense, abgerufen am 15. Juli 2026 (französisch).
  8. The International Institute for Strategic Studies (IISS): The Military Balance 1993–1994. Routledge. ISBN 978-1857530384.

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