Landoltring

Der Landoltring, benannt nach dem Schweizer Augenarzt Edmund Landolt, ist ein Normsehzeichen für Sehtests, das in der Europäischen Norm EN ISO 8596 …

Landoltring
Abmessungen Landoltring

Der Landoltring, benannt nach dem Schweizer Augenarzt Edmund Landolt, ist ein Normsehzeichen für Sehtests, das in der Europäischen Norm EN ISO 8596 (wie auch in der früher gültigen DIN-Norm DIN 58220) für die Messung der Sehschärfe vorgeschrieben ist.[1] Er ist auch für die Untersuchung von Kindern und Analphabeten geeignet.

Es handelt sich um einen Kreisring mit Öffnung, wobei Außen- und Innendurchmesser im Verhältnis 5:3 zueinander stehen. Die Öffnung beträgt 1/5 des Außendurchmessers des Rings. Der Kreis wird mit der Ringöffnung in acht Stellungen dargestellt, nämlich in gerader Richtung (Aussparung nach oben, unten, rechts oder links) und schräger Richtung (Aussparungen um je 45 Grad zu den vorgenannten versetzt). Beim Sehtest soll der Prüfling erkennen, wo sich die Öffnung befindet.

Landoltringe haben gegenüber Sehzeichen (Optotypen), die oft auf schematisierten Buchstaben oder Ziffern beruhen, den Vorteil, dass kognitives Erkennen und Ähnlichkeitsmuster nur eine untergeordnete Rolle spielen. Des Weiteren können sie durch ihre Kreisform in mehr Orientierungen angeboten werden. Im Vergleich z. B. zu den nur vier verwendeten Ausrichtungen des Snellen-E ist die Wahrscheinlichkeit, die Position der Öffnung (Lücke) des Landoltrings richtig zu erraten, mit 1/8, also 12,5 Prozent, verglichen mit 1/4, also 25 Prozent, lediglich halb so groß.

In der Sehschärfebestimmung geht es darum, ein kleinstes Erkennbares zu bestimmen, beim Landoltringe ist dies die kleinste wahrnehmbare Öffnung, gemessen als Sehwinkel in Winkelminuten (1/60 Winkelgrad; entspricht 1,45 mm aus 5 m Entfernung. Der Visus (die Maßeinheit der Sehschärfe) ist definiert als der Kehrwert dieses Sehwinkels. Häufig wird ein Visus von 1,0 fälschlich als „100%“ bezeichnet, obwohl dies keinen Sinn ergibt.

In europäischen Ländern außer Großbritannien wird die Sehschärfe in der Regel mit Landoltringen bestimmt; sie wird als Landoltsehschärfe bezeichnet.

Literatur

  • Herbert Kaufmann (Hrsg.): Strabismus. Unter Mitarbeit von Wilfried de Decker u. a. Enke, Stuttgart 1986, ISBN 3-432-95391-7.

Einzelnachweise

  1. W. Wesemann, U. Schiefer, M. Bach: Neue DIN-Normen zur Sehschärfebestimmung. In: Ophthalmologe. Nr. 107, 2010, S. 821–826, doi:10.1007/s00347-010-2228-2.

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