Lissonota

Lissonota cruentator ♀

Lissonota
Lissonota

Lissonota cruentator

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Schlupfwespen (Ichneumonidae)
Unterfamilie: Banchinae
Tribus: Atrophini
Gattung: Lissonota
Wissenschaftlicher Name
Lissonota
Gravenhorst, 1829

Lissonota ist eine Schlupfwespengattung aus der Unterfamilie der Banchinae. Sie ist die artenreichste Gattung innerhalb der Unterfamilie.[1] Das Taxon wurde 1829 von Carl Gravenhorst eingeführt. Als Typusart wurde nachträglich von Curtis (1832) Ichneumon setosus Fourcroy, 1785 festgelegt.[2] Die Gattung wird von mehreren Autoren in zwei Untergattungen gegliedert: Lissonota und Loxonota Aubert, 1993.

Merkmale

Die Weibchen der Gattung Lissonota weisen lange bis sehr lange Legebohrer auf. Von anderen Gattungen unterscheiden sie sich durch die gekerbte Ovipositorspitze, den konvexen oder geraden Vorderrand des gleichmäßig konvexen Clypeus und dem einzelnen quer verlaufenden Kiel (Carina) auf dem Propodeum.[1] Der Kiel kann jedoch auch undeutlich ausgeprägt sein oder fehlen. Die meisten Arten weisen einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf.

Lebensweise

Die Schlupfwespen sind zwischen 5 und 15 mm lang. Die Vertreter der Gattung Lissonota sind koinobionte Endoparasitoide von Schmetterlingsraupen. Die Wirtsraupen leben mehr oder weniger verborgen, u. a. in Totholz, Pflanzenstängeln, Samenkapseln und zusammengewickelten Blättern.[1] Zu den Wirten gehören die Schmetterlingsfamilien Pyralidae, Sesiidae, Cossidae, Noctuidae, Psychidae, Crambidae und Tortricidae.[1] Das Weibchen platziert ein Ei in die Wirtsraupe, die sich typischerweise noch im ersten oder zweiten Stadium befindet.[1][3] Die Schlupfwespenlarve entwickelt sich in der Raupe. Die Schlupfwespenlarve vollendet ihre Entwicklung erst, wenn die Wirtslarve das Vorpuppenstadium erreicht. Die adulten Schlupfwespen beobachtet man häufig beim Besuch von Blüten, insbesondere von Doldenblütlern.

Innere Systematik

Die Gattung Lissonota umfasst etwa 411 beschriebene Arten.[4] Die Gattung kommt auf allen Kontinenten außer Südamerika vor. Lissonota kommt hauptsächlich in der Holarktis vor, wo sie die größte Artenvielfalt aufweist. Außerhalb der Holarktis sind die meisten Arten auf höhere Lagen beschränkt.[1] In Europa kommen knapp 200 Arten vor. In Nordamerika ist Lissonota mit etwa 150 Arten vertreten, die jedoch alle zur Untergattung Lissonota gezählt werden.

Arten in Deutschland (Auswahl)

Im Folgenden eine Auswahl an Arten, die in Deutschland vorkommen.[3][4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Niklas Johansson: Review of the Swedish species of Lissonota Gravenhorst (Hymenoptera: Ichneumonidae: Banchinae). (PDF; 48,4 MB) In: Entomologisk Tidskrift - supplement (2024). Sveriges entomologiska förening (Swedish Entomological Society), 2024, abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  2. Genus Lissonota Gravenhorst, 1829. Australian Government. Dept. of Climate Change, Energy, the Environment and Water, abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b Konrad Schmidt, Franz Zmudzinski: Beiträge zur Kenntnis der badischen Schlupfwespenfauna (Hymenoptera, Ichneumonidae) 7. Unterfamilien Anomaloninae, Banchinae (außer Banchini), Cremastinae, Diplazontinae. (PDF; 938 KB) In: Carolinea - Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland – 67. 2009, S. 133–155, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  4. a b Lissonota Gravenhorst, 1829. Global Biodiversity Information Facility (GBIF), abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
Commons: Lissonota – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Genus Lissonota. In: bugguide.net. Iowa State University, Dept. of Plant Pathology, Entomology, and Microbiology, abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).

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