Longpotamon xiuningense
Longpotamon xiuningense (.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Dai 1999) ist eine Art der Krabben-Familie Potamidae und gehört der Gattung Longpota…
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Longpotamon xiuningense | ||||||||||||
| Dai 1999 |
Longpotamon xiuningense (Dai 1999) ist eine Art der Krabben-Familie Potamidae und gehört der Gattung Longpotamon an. Auf Mandarin wird sie 休宁华溪蟹 genannt, was im Deutschen in etwa mit „Xiuning-Bergbach-Krabbe“ gleichgesetzt werden kann. Die Süßwasserkrabbe kommt endemisch in den ostchinesischen Provinzen Anhui und Zhejiang vor, wo sie Süßwasserlebensräume in Bergbachökosystemen besiedelt.
Merkmale
Carapax
Die Individuen des Longpotamon xiuningense sind im Verhältnis zu anderen Arten der Gattung Longpotamon eher klein. Der Cephalothorax (Carapax) ist leicht abgeflacht, seine Oberfläche weist feine Grübchen auf, und die vordere Kiemenregion (Regio epibranchialis anterior) trägt feine Falten. Die Cervicalfurche ist flach, aber deutlich ausgeprägt, die H-förmige Furche zwischen Magen- und Herzregion ist tief. Der hintere Stirnlappen (Lobus postfrontalis) ist leicht erhaben, der postorbitale Kamm (Crista postorbitalis) flach und stumpf, und die Stirn (Frons) ist leicht nach unten gebogen. Der Vorderrand ist in der Mitte eingebuchtet, und der Dorsalrand der Augenhöhle (Orbita) ist gewulstet.[1]
Der Außenwinkel der Augenhöhle ist in der Regel dreieckig ausgebildet, der Außenrand trägt unregelmäßige Körnerzähne (Dentes granulares). Der vordere Kiemenzahn (Dens epibranchialis) ist leicht vorspringend, und der Seitenvorderrand (Margo anterolateralis) weist 11 bis 13 spärlich stehende Sägezähne (Dentes serrati) auf.[1]
Gliedmaßen
Beim dritten Kieferfuß (Maxillipedus tertius) der Mundwerkzeuge (Partes oris) beträgt die Breite des Langglieds (Merus) etwa das 1,2-fache seiner Länge, während die Länge des Sitzglieds (Ischium) etwa das 1,7-fache seiner Breite ausmacht. Der Außenast (Exopodit) trägt eine Geißel (Flagellum), deren Ende etwa ein Drittel der Basis des Langglieds erreicht.[1]
Die beiden Scheren (Chelipeden) sind leicht asymmetrisch. Das Langglied trägt auf dem Dorsalrand einen nahe dem Ende gelegenen Zahn (Dens subdistalis). Die Dorsalfläche des Handgelenks (Carpus) weist feine Falten auf. Der innere Endwinkel besitzt einen spitzen Zahn, an dessen Basis sich ein kleiner Nebenzahn befindet. Die Länge des Handballens (Palma) der großen Schere beträgt etwa das 1,4-fache ihrer Höhe und etwa das 1,2-fache des beweglichen Fingers (Dactylus). Beide Finger tragen am Innenrand unterschiedlich große dreieckige Zähne (Dentes triangulares), zwischen den Fingern verbleibt kaum ein Spalt (Hiatus).[1]
An den Laufbeinen trägt das Vorderende des Langglieds (Merus) spärliche, längere Borsten, während die übrigen Glieder kurze Borsten aufweisen. Die Länge des vorletzten Glieds (Propodus) des letzten Laufbeinpaares beträgt etwa das 1,6-fache seiner Breite und ist etwas kürzer als das Endglied (Dactylus).[1]
Abdomen
Das männliche Abdomen (Pleon) ist schmal-dreieckig. Die Breite des sechsten Segments (Pleonit VI) beträgt etwa das 2,2-fache seiner Länge. Die Schwanzplatte (Telson) ist zungenförmig, und ihre Basisbreite entspricht etwa dem 1,4-fachen seiner Länge. Die Ventralfurchen des Thorakalsternums (Sulci sterni thoracici) sind mitteltief, die Intersternalfurchen der Thorakalsutur (Sulci intersternales) schmal, und die Medianlängsnähte (Suturae medianae longitudinales) des siebten und achten Segments sind etwas kürzer.[1]
Der erste Gonopod (Pleopod) reicht bis zum pleonalen Verriegelungshöcker. Sein vorletztes Glied entspricht etwa dem 3,4-fachen des Endglieds. Der Dorsal- (Lobus dorsalis) und der Ventrallappen (Lobus ventralis) des Endglieds sind gegeneinander versetzt. Der Dorsallappen ist nahe dem Endrand eingebuchtet, und die Ventralfläche des Ventrallappens trägt einen Längskiel (Crista longitudinalis), wobei die Endränder beider Lappen winkelig ausgebildet sind. Beim zweiten Gonopoden beträgt das vorletzte Glied etwa das 2,8-fache des Endglieds.[1]
Das weibliche Abdomen ist eiförmig. Die Breite des sechsten Segments entspricht etwa dem 3,1-fachen, die Breite des Telsons etwa dem 2,3-fachen ihrer Länge. Die Genitalöffnung (Vulva) ist eiförmig.[1]
Typusmaterial
Der Cephalothorax des männlichen Holotypus misst 24,3 mm in der Länge und 29,9 mm in der Breite. Das Weibchen (Allotypus) weist eine Länge von 20,8 mm und eine Breite von 25,7 mm auf.[1] In der Revision von Ruxiao Wang et al. (2026) werden für den männlichen Holotypus Maße von 24,1 × 29,5 mm und für den weiblichen Allotypus Maße von 20,5 × 25,7 mm angegeben.[2]
Abgrenzung von verwandten Arten
In der Erstbeschreibung wird als Nächstverwandte die Unterart Longpotamon yangtsekiense yangtsekiense (Bott 1967) genannt. Die Unterschiede betreffen den ersten männlichen Gonopoden. Bei Longpotamon xiuningense beträgt das vorletzte Glied des ersten Gonopoden etwa das 3,4-fache des Endglieds, während es bei L. y. yangtsekiense etwa das 4,3-fache misst. Ferner trägt die Ventralfläche des Ventrallappens des Endglieds bei L. xiuningense einen Längskiel, während sie bei L. yangtsekiense ssp. glatt ist. Zudem sind die Endränder beider Lappen bei L. xiuningense winklig ausgebildet, bei L. yangtsekiense ssp. hingegen rundlich stumpf oder stumpf gestutzt.[1]
Verbreitung und Vorkommen
Longpotamon xiuningense ist ein Endemit der Volksrepublik China.[3] Die artspezifische Verbreitung beschränkt sich nach Fachdatenbanken auf die Provinzen Anhui und Zhejiang in Ostchina,[4] wie auch mit Xiuning der Fundort des Typusmaterials erstbeschrieben ist.[1]
Die Art bewohnt, wie andere Vertreter der Gattung Longpotamon auch, Süßwasserlebensräume in Bergbachökosystemen.[3] Spezifische lebensraumökologische Daten für L. xiuningense (etwa zu Höhenstufe, Substrat oder Wasserqualität) liegen bisher nicht vor.
Systematik und Taxonomie
Als Sinopotamon xiuningense sp. nov. wurde die Art 1999 von Dai Ai-Yun in der Monografie Arthropoda: Crustacea: Malacostraca, Decapoda: Parathelphusidae, Potamidae (无脊椎动物 第四十卷 甲壳动物门 十足目 束腹蟹科 溪蟹科), 40. Band der Fauna Sinica (中国动物志), erstbeschrieben, die in Peking auf Mandarin erschien.[1][5]
Die Gattung Sinopotamon war 1967 von Richard Bott mit der bis dahin Potamon davidi (Rathbun 1904) genannten Typusart aufgestellt worden.[3] Bis zum Erscheinen der oben genannten Monografie von Dai umfasste die Gattung sensu lato 75 Arten und Unterarten. Nach mehreren Revisionen wurden letztendlich im Jahr 2022 84 Arten und Unterarten der Gattung Sinopotamon sensu lato zugerechnet.[2]
Auf der Grundlage morphologischer und molekularer Daten (mitochondriale 16S-rDNA und Cytochrom-Oxidase-Untereinheit I, COI) unterschiedenen Hsi-Te Shih et al. im Jahr 2016 innerhalb von Sinopotamon sensu lato zwei distinkte Kladen. Für die zweite Klade stellten sie die neue Gattung Longpotamon (Shih et al. 2016) mit der bis dahin Sinopotamon exiguum (Dai 1997) genannten Art als Typusart auf. Sinopotamon sensu stricto wurde dabei auf 13 Arten beschränkt, während die übrigen Arten in die Gattung Longpotamon überführt wurden. Longpotamon stellt mit 73 bekannten Arten die größte Klade dar. Die beiden Gattungen lassen sich durch die Form des männlichen Telsons sowie durch Merkmale des ersten männlichen Gonopoden und der weiblichen Vulvae unterscheiden. Im Zuge dieser Revision wurde die Art in die Kombination Longpotamon xiuningense (Dai 1999) überführt.[3]
In einer 2026 im Journal of Crustacean Biology veröffentlichten Revision durch Ruxiao Wang et al. wurde Sinopotamon sensu lato auf vier getrennte Gattungen aufgeteilt: Sinopotamon sensu stricto, Longpotamon sowie die neu aufgestellten Gattungen Shenpotamon und Stilopotamon. In dieser Arbeit wird die Art als Longpotamon xiuningense (Dai 1999) geführt.[2]
Als Synonym ist die Schreibweise Sinopotamon teritisum xiningense (Tang et al. 1993) verzeichnet.[6]
Literatur
- Dai Ai-Yun: 无脊椎动物 第四十卷 甲壳动物门 十足目 束腹蟹科 溪蟹科 (= Arthropoda: Crustacea: Malacostraca, Decapoda: Parathelphusidae, Potamidae). In: Zhu Hongfu et al. (Hrsg.): 中国动物志 (= Fauna Sinica). Band 40. Peking 1999, ISBN 7-03-006407-0, Kap. 休宁华溪蟹 新种 Sinopotamon xiuningense sp. nov., S. 248–250 (Erstbeschreibung).
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j k l Dai Ai-Yun: 无脊椎动物 第四十卷 甲壳动物门 十足目 束腹蟹科 溪蟹科 (= Arthropoda: Crustacea: Malacostraca, Decapoda: Parathelphusidae, Potamidae). In: Zhu Hongfu et al. (Hrsg.): 中国动物志 (= Fauna Sinica). Band 40. Peking 1999, ISBN 7-03-006407-0, Kap. 休宁华溪蟹 新种 Sinopotamon xiuningense sp. nov., S. 248–250 (Erstbeschreibung).
- ↑ a b c Ruxiao Wang et al.: Revision of the Chinese endemic freshwater-crab genus Sinopotamon Bott, 1967 sensu lato (Decapoda: Brachyura: Potamidae), with descriptions of two new genera. In: Journal of Crustacean Biology. Jg. 46, Nr. 1. Leiden 2026, doi:10.1093/jcbiol/ruag002.
- ↑ a b c d Hsi-Te Shih et al.: A re-appraisal of the widely-distributed freshwater crab genus Sinopotamon Bott, 1967, from China, with establishment of a new genus (Crustacea: Decapoda: Potamidae). In: Zootaxa. Band 4138, Nr. 2. Auckland 2016, S. 309–331, doi:10.11646/zootaxa.4138.2.5.
- ↑ Chu Kelin et al.: 中国淡水蟹分类与分布名录(十足目: 拟地蟹科, 溪蟹科) (= A checklist for the classification and distribution of China’s freshwater crabs). In: 生物多样性 (= Biodiversity Science). Band 26, Nr. 3. Peking 2018, S. 274–282, doi:10.17520/biods.2018062.
- ↑ Taxonomische Details von Longpotamon xiuningense (Dai, 1999) im DecaNet (World List of Decapoda), abgerufen am 18. Juli 2026.
- ↑ Tang Li-Yun et al.: 湖南省并殖吸虫淡水蟹类宿主的调查 (= An investigation on the freshwater crab as the host of Paragonimus in Hunan Province). In: 中国寄生虫学与寄生虫病杂志 (= Chinese Journal of Parasitology and Parasitic Diseases). Jg. 11, Nr. 3. Shanghai 1993, S. 211 f. (jsczz.cn).
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