Marsupialisation

Bei der Marsupialisation (von lateinisch marsupium „Tasche“) handelt es sich um eine chirurgische Technik, die zur Behandlung von Zysten eingesetzt wird. Be…

Marsupialisation
Marsupialisation einer Ranula bei einem Hund
Marsupialisation

Bei der Marsupialisation (von lateinisch marsupium „Tasche“) handelt es sich um eine chirurgische Technik, die zur Behandlung von Zysten eingesetzt wird. Bei einer Zyste handelt es sich um einen abgeschlossenen Gewebehohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Insbesondere bei Zysten mit eitrigem Inhalt wird eine Marsupialisation durchgeführt. Das genaue Verfahren unterscheidet sich in Abhängigkeit von der Lokalisation der Zyste, das Prinzip ist aber stets gleich. Die Zyste wird durch einen Schnitt mit einem Skalpell eröffnet (Inzision) und die Ränder der Zyste werden an eine andere Struktur oder ein anderes Organ so angenäht, dass sich eine offene Tasche bildet, daher der Name. Der Inhalt der Zyste kann dadurch abfließen (Drainage).

Die Marsupialisation wird häufig zur Behandlung von Bartholin-Zysten, die infolge einer Bartholinitis der Bartholin-Drüse entstehen, angewendet. Die Ränder der eröffneten Zyste werden hier an der Haut des Scheidenvorhofs angenäht, damit der neue, künstliche Drüsenausgang offengehalten wird und sich keine neue Zyste bildet. Es gibt auch Zysten innerer Organe, die mit Hilfe der Marsupialisation behandelt werden können. Die Ränder der eröffneten Pankreaszyste können beispielsweise mit dem Magen verbunden werden, so dass eine „künstliche“ Fistel entsteht und der Inhalt der Zyste in den Magen abfließen kann. Die erste Marsupialisation führte 1882 Carl Gussenbauer durch, indem er eine Pankreaszyste in die Bauchwand einnähte.[1] Auch beim Auftreten von Speichelsteinen in den Ausführungsgängen der unteren Speicheldrüsen kann diese Technik zur künstlichen Verkürzung und Offenhaltung der Ausführungsgänge im Rahmen der operativen Entfernung der Steine eingesetzt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Folashade Omole et al.: Management of Bartholin’s duct cyst and gland abscess. In: American family physician, 2003, Band 68, Nr. 1, S. 135–140, PMID 12887119.
  • Roche Lexikon Medizin. 4. Auflage. Urban & Schwarzenberg, 1998, ISBN 3-541-17114-6.

Einzelnachweise

  1. K. Zimmermann: Bauchspeicheldrüse. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 89–106, hier: S. 97.

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.