Milk & Serial
Milk & Serial ist ein US-amerikanischer Found-Footage-Horrorfilm von Curry Barker aus dem Jahr 2024. Der von Curry Barker und Cooper Tomlinson für lediglic…
| Film | |
| Titel | Milk & Serial |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Länge | 62 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Curry Barker |
| Drehbuch | Curry Barker |
| Produktion | Curry Barker, Cooper Tomlinson |
| Musik | Curry Barker |
| Kamera | Curry Barker, Cooper Tomlinson |
| Schnitt | Curry Barker |
| Besetzung | |
| |
Milk & Serial ist ein US-amerikanischer Found-Footage-Horrorfilm von Curry Barker aus dem Jahr 2024. Der von Curry Barker und Cooper Tomlinson für lediglich 800 US-Dollar produzierte Slasher wurde auf ihrem gemeinsamen YouTube-Kanal that’s a bad idea veröffentlicht und entwickelte sich zu einem viralen Erfolg.
Handlung
Die beiden Freunde und Mitbewohner Marshall („Milk“) und Steven („Seven“) betreiben einen YouTube-Kanal namens Prank Bros, für den sie sich gegenseitig Streiche (englisch pranks) spielen und für Klicks scheinbar vor nichts zurückschrecken.
Anlässlich Milks Geburtstag plant Seven eine Überraschung der besonderen Art. Er spannt seinen früheren Mitschüler Jason ein und besorgt sich eine Faustfeuerwaffe samt Platzpatronen. Auf der Geburtstagsparty verstört Milk zunächst seine Gäste, indem er während eines Trinkspiels gesteht, schon einmal eine Katze getötet zu haben. Als der uneingeladene und Milk unbekannte Jason mit der Waffe auf Partygast Naomi schießt, jagt er dem Geburtstagskind einen Riesenschrecken ein. Nachdem sich die Aufregung gelegt hat, stattet der unheimliche, ältere Nachbar Greg der Wohnung einen Besuch ab.
Am nächsten Morgen sitzt Greg überraschend auf Milks und Sevens Couch. Seven, der alles mit seiner Handykamera festhält, plädiert dafür, die Polizei zu rufen, doch Milk versucht, den offensichtlich tief depriminierten Mann zu beruhigen. Während eines gemeinsamen Abendessens verabreicht Greg den beiden K.-o.-Tropfen. Er fesselt sie und bringt sie mit seinem Auto aufs Land. Als sie wieder zu sich kommen, werden sie von Greg mit einer Waffe bedroht. Geistesgegenwärtig wirft Milk dem Alten Sand in die Augen, während Seven zu einer neben ihm auf dem Boden liegenden Pistole greift und ihn erschießt. Nachdem Milk seinem Freund erklärt hat, dass Greg ein von ihm angeheuerter Schauspieler ist, ist Seven zunächst nicht nur erleichtert, sondern begeistert. Die Freude währt jedoch nur kurz, denn wie sich herausstellt, waren in der Pistole echte Projektile und Greg liegt tot auf dem Wüstenboden.
Seven ahnt nicht, dass Milk, der von ihren Fans zunehmend als weniger kreativ wahrgenommen wird und damit nicht zurechtkommt, ein Doppelleben als Serienmörder führt. Nachdem er ein Mädchen namens Jessica ermordet hat, entführt er Naomis Freundin Lara und erschlägt sie mit einem Ziegelstein. Dabei trägt er eine furchteinflößende Gesichtsmaske aus Kunststoff und stellt seinem Publikum in zunehmend manischem Gebaren die Frage „What do you mean, you don’t like it?“
Nachdem die Prank Bros Gregs Leiche vergraben haben, versucht der offenbar eifersüchtige Milk weiter, Seven das Leben zur Hölle zu machen. Als Gregs Sohn Frank sich auf die Suche nach seinem Vater begibt, überredet Milk Seven, sich seiner zu entledigen. In Franks Wohnung sticht Milk ihm mit einem Messer in den Hals und lässt ihn verbluten. Dieser Mord scheint Seven endgültig zu traumatisieren. Er kauert sich in die Badewanne und bittet Milk, ihn zu töten oder die Polizei einzuschalten. Unterdessen stellen Naomi und Link, über die Spannungen zwischen ihren beiden Freunden verwundert, Nachforschungen an. Sie finden eine Schachtel mit Blutproben seiner Mordopfer unter Milks Bett sowie Laras Leiche im Keller. Während Milk sich ein letztes Mal selbst filmt und damit prahlt, dass Seven sein siebenter Mord werden würde, wird er von Seven überrascht und erschossen. Die Kamera fällt zu Boden und bleibt kurz liegen, ehe sie jemand aufhebt.
Produktion

Nach mehreren Kurzfilmen, darunter die Horrorthriller The Chair und Warnings, war Milk & Serial Curry Barkers erster Langfilm. Die Idee dazu kam ihm während des Verfassens verschiedener Schauspielszenen:
„I wrote a comedy scene, I wrote a cowboy scene. I wrote all these different scenes, and I wrote one serial killer scene because I thought I could pull off this creepy serial killer vibe. This guy’s telling this girl ‘It’s not a prank’ and that he’s gonna kill her at the end of the night. It was just for my reel but I thought, whoa, I could make this into a whole found footage movie.“
„Ich schrieb eine Comedy-Szene, ich schrieb eine Cowboy-Szene. Ich schrieb all diese verschiedenen Szenen, auch eine Serienmörder-Szene, weil ich dachte, ich könnte diese gruselige Serienmörder-Ausstrahlung gut rüberbringen. Dieser Typ sagt diesem Mädchen ‘Das ist kein Streich’ und dass er sie am Ende der Nacht töten würde. Eigentlich war es nur für mein Demo gedacht, aber dann dachte ich mir, wow, daraus könnte ich einen ganzen Found-Footage-Film machen.“[1]
Curry Barker und Cooper Tomlinson, die auf ihrem YouTube-Kanal that’s a bad idea vor allem mit Sketch-Comedy bekannt wurden, investierten in die Produktion von Milk & Serial etwa 800 US-Dollar aus privaten Mitteln. Konkret steckten sie das Geld in einen Sony-Camcorder, der nach Drehschluss gewinnbringend weiterverkauft wurde, und die Gage des Schauspielers Jonathan Cripple, der die Rolle des Greg übernahm. Ansonsten bestand der Cast aus dem eigenen Freundeskreis. Curry Barker selbst agierte nicht nur als Co-Produzent, Regisseur und Drehbuchautor, sondern auch als Co-Kameramann, Editor und Komponist. Die Dreharbeiten fanden über einen Zeitraum von vier Monaten ausschließlich an den Wochenenden im Raum Los Angeles statt.[1]
Nachdem er einen Verleiher gefunden und bereits die nötigen Formulare und Freigaben besorgt hatte, entschied sich Barker den Film lieber auf eigene Faust zu veröffentlichen. Wie er gegenüber Variety verriet, wollte er sein Langfilmdebüt nicht hinter einer Paywall bei Shudder oder einem anderen Streamingdienst enden sehen, sondern den Fans direkt zur Verfügung stellen. Unmittelbar vor dem YouTube-Upload am 9. August 2024 kürzte er die ursprüngliche Fassung von 85 Minuten auf 62 Minuten herunter, um die Filmhandlung schneller zu machen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits mit der Vorproduktion seines Kinodebüts Obsession begonnen.[1]
Der Titel des Films ist eine Verballhornung des Frühstücksbegriffs „Milk and cereal“ (Milch und Zerealien), wobei „cereal“ im Englischen eine auditive Ähnlichkeit mit „serial“ – Bestandteil des Wortes „serial killer“ (Serienmörder) – aufweist.
Rezeption
Milk & Serial entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einem viralen Erfolg und konnte in den ersten beiden Wochen auf YouTube über 300.000 Aufrufe verbuchen. Der Titel verbreitete sich vor allem via YouTube, verschiedener Subreddits und dem TikTok-Hashtag #horrotok, ehe auch die traditionellen Medien darauf aufmerksam wurden.[1][2]
Noch bevor William Earl den Film in der Zeitschrift Variety als „unwahrscheinlichsten Hit des Jahres“ titulierte, berichtete die Website Bloody Disgusting darüber. Autor Ari Drew verwies auf die „Comedy-Horror-Pipeline“, die vor Barker bereits Regisseure und Drehbuchautoren wie Jordan Peele, Zach Cregger und David Gordon Green erfolgreich beschritten hätten, und lobte Barkers und Tomlinsons Werk ausdrücklich: Die „Leidenschaft für Horror und abgedrehtes DIY-Storytelling“ werde von der Eröffnungsszene an deutlich. Der Film sei ein „wilder Ritt, der alle Erwartungen übertrifft“ und getragen von der „beeindruckenden Kreativität des Duos und der Fähigkeit, ein Gefühl von Authentizität einzufangen, das im Found-Footage-Horror-Subgenre oft schwer zu erreichen“ sei.[3]
Der für den Guardian schreibende Stuart Heritage sah Milk & Serial in der Tradition von Found-Footage-Klassikern wie Blair Witch Project, Paranormal Activity und Host. Er nannte den Film eine „grausige, gruselige, schnörkellose Stunde, bewusst schäbig und erschreckend glaubwürdig“ inszeniert. Das Werk enthalte einige „treffende Beobachtungen“, beispielsweise wenn Barkers Milk den Begriff Gaslighting erklärt („It’s like when you prank somebody but they think it’s their fault“). Außerdem befand Heritage die Figuren in einer Weise geschrieben, welche die individuellen Stärken der Darsteller zur Geltung brächte. Den Film wollte er als Kommentar auf das dargestellte YouTube-Subgenre verstanden wissen:
„Watching these videos is like watching a joyless, charmless version of Jackass that seems to double as a psychopathy manual. There’s a chilling pathology to them, coupled with a compulsion to record everything on camera, to maximise all potential content. Milk & Serial pushes this pathology to its logical endpoint by dousing it in blood, but it keeps the core motivation intact.“
„Diese Videos anzuschauen ist, als würde man sich eine freud- und reizlose Version von Jackass ansehen, die gleichzeitig als Handbuch für Psychopathie zu dienen scheint. Sie strahlen eine erschreckende Pathologie aus, gepaart mit dem Zwang, alles vor der Kamera festzuhalten, um das gesamte Content-Potenzial auszuschöpfen. Milk & Serial treibt diese Pathologie bis zu ihrem logischen Endpunkt, indem es sie in Blut tränkt, lässt dabei aber die Kernmotivation intakt.“[4]
Die Möglichkeit einer Fortsetzung schloss Curry Barker 2024 nicht aus, meinte aber, dass der Film erst ein Kultklassiker wie „Blair Witch“ oder Creep werden müsste. Das offene Ende, das im Internet zu Diskussionen führte, konnte bzw. wollte er nicht auflösen.[1][5]
Weblinks
- Milk & Serial auf YouTube
- Milk & Serial bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e William Earl: How ‘Milk & Serial,’ a Clever Slasher Made for $800 and Released for Free on YouTube, Became a Must-Watch for Horror Fans. Variety, 26. August 2024, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).
- ↑ Jan Hestmann: „Milk & Serial“: Found-Footage-Horrorfilm auf Youtube wird zum viralen Hit. FM4, 7. September 2024, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ari Drew: ‘Milk & Serial’ – New Found Footage Movie Is One of This Year’s Hidden Horror Gems. Bloody Disgusting, 22. August 2024, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).
- ↑ Stuart Heritage: Milk & Serial: the vicious, viral $800-budget horror that’s free to watch. The Guardian, 28. August 2024, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).
- ↑ Interview with Obsession's Curry Barker – Dead Meat Podcast Ep. 270. Dead Meat/YouTube, 18. Mai 2026, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).
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