Parteiselbstschutz
Der Parteiselbstschutz, abgekürzt PSS, war eine kurzfristige paramilitärische Organisation der KPD. Er war Teil des Antimilitärischen Apparats der KPD. Die O…
Der Parteiselbstschutz, abgekürzt PSS, war eine kurzfristige paramilitärische Organisation der KPD. Er war Teil des Antimilitärischen Apparats der KPD. Die Organisation wurde 1931 gegründet und 1932 aufgelöst.
Geschichte
Einige Monate nach der Gründung des unbewaffneten Kampfbundes gegen den Faschismus im September 1930 wurde 1931 unter Aufsicht der KPD-Bezirksleitungen ein bewaffneter Parteiselbstschutz gegründet, der den Vormarsch der NSDAP in den Arbeitervierteln stoppen sollte. Diese Organisation, in Fünfergruppen untergliedert,[1] war von Beginn an durch Grabenkämpfe gekennzeichnet. Einige ihrer Führer verlangten eine Besoldung und organisierten unabgestimmte Aktionen. Als führende Leiter des PSS galten Hans Kippenberger und Heinz Neumann, daneben waren unter anderem Alfred Schönherr und Max Matern aus Berlin sowie Tönnies Hellmann aus Hamburg für die Organisation tätig. Michael Klause hingegen sabotierte alle aktiven Einsatzbefehle und wurde auf Befehl Kippenbergers von seiner Position als Instrukteur im Parteiselbstschutz Berlin-Brandenburg enthoben.

Neben der bewaffneten Absicherung von KPD-Aktionen wurden Spitzeldienste geleistet sowie auch Gewalttaten verübt. Besonders bekannt wurden die Morde auf dem Bülowplatz vom 9. August 1931, als Erich Mielke und Erich Ziemer die Polizeioffiziere Paul Anlauf und Franz Lenck erschossen und einen dritten Polizisten namens Richard Willig schwer verletzten. Nach der blutigen Aktion wurden Mielke und Ziemer in die Sowjetunion gebracht.[2] Zudem verübten Angehörige des Parteiselbstschutzes mehrere bewaffnete Überfälle auf SA-Stützpunkte in Berlin (Gneisenaustraße, Röntgenthal, Richardstraße), die von der KPD-Führung als fraktionistische Machenschaften verurteilt wurden. Im September 1932, kurz vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten, wurde der Parteiselbstschutz auf Beschluss des XII. Plenums der Komintern aufgelöst.[3]
Literatur
- Hans Coppi: Die nationalsozialistischen Bäume im sozialdemokratischen Wald. Die KPD im antifaschistischen Zweifrontenkrieg (Teil 2). Online-Ausgabe In: UTOPIE kreativ, November/Dezember 1998, S. 7–17. Rosa-Luxemburg-Stiftung
- Erich Wollenberg: Der Apparat – Stalins Fünfte Kolonne. In: Ost-Probleme, Bd. 3, Nr. 19 (12. Mai 1951). JSTOR:44922907
Weblinks
- Klaus Bästlein: Wer war Erich Mielke? In: Bundeszentrale für politische Bildung, 2. November 2017
Einzelnachweise
- ↑ Götz Aly: Bekenner-Postkarten zu den Bülowplatz-Morden In: taz.de, 23. März 1992.
- ↑ Erich Mielke - Meister der Angst Mitteldeutscher Rundfunk, 10. Februar 2021.
- ↑ Coppi, S. 16.
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.