Peter Segl

Peter Segl (* 25. Januar 1940 in München; † 17. Oktober 2025 in Pfaffenhofen[1][2]) war ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.

Peter Segl (* 25. Januar 1940 in München; † 17. Oktober 2025 in Pfaffenhofen[1][2]) war ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.

Leben und Wirken

Peter Segl studierte in München, Wien und Regensburg die Fächer Geschichte, Deutsch und Erdkunde. 1971 wurde er an der Universität Regensburg bei Kurt Reindel mit einer Untersuchung über die Cluniazenserklöster in Kastilien-León im 11. und 12. Jahrhundert zum Dr. phil. promoviert. An derselben Universität Die habilitierte er sich 1979 mit einer Arbeit über Häresie und Inquisition im Herzogtum Österreich im 13. und beginnenden 14. Jahrhundert. 1981 übernahm er eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Augsburg. Von 1982 bis 1984 war er Professor an der Universität Erlangen. Von 1984 bis 2005 hatte er an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte und historische Hilfswissenschaften inne. Zeitweise war er Dekan der kulturwissenschaftlichen Fakultät sowie ab 1994 Vizepräsident der Universität.[3]

Zu seinen Schwerpunkten gehörte die Ketzer- und Häresieforschung, bei der er das gesamte mittelalterliche Europa wie auch den nordafrikanischen Raum betrachtete. Er untersuchte die Beziehungen zwischen dem Papsttum und Nordafrikas Mittelmeerraum. Dem Projekt Konziliengeschichte war er eng verbunden und nahm mehrfach an Symposien der Gesellschaft für Konziliengeschichtsforschung teil.[4]

Peter Segl starb im Oktober 2025 im Alter von 85 Jahren.

Schriften (Auswahl)

  • Königtum und Klosterreform in Spanien. Untersuchungen über die Cluniacenserklöster in Kastilien-León vom Beginn des 11. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. (Dissertation), Lassleben, Kallmünz 1974, ISBN 978-3-7847-4000-3.
  • Ketzer in Österreich. Untersuchungen über Häresie und Inquisition im Herzogtum Österreich im 13. und beginnenden 14. Jahrhundert. (Habilitationsschrift), Quellen und Forschungen aus dem Gebiete der Geschichte, N.F., Heft 5, Schoeningh, Paderborn u. a. 1984, ISBN 978-3-506-73255-2.
  • Der Hexenhammer. Entstehung und Umfeld des Malleus maleficarum von 1487. (Hrsg.), Bayreuther Historische Kolloquien Band 2, Böhlau, Köln-Wien 1988, ISBN 978-3-412-03587-7.
  • Die Anfänge der Inquisition im Mittelalter. Mit einem Ausblick auf das 20. Jahrhundert und einem Beitrag über religiöse Intoleranz im nichtchristlichen Bereich. (Hrsg.), Bayreuther Historische Kolloquien, Band 7, Böhlau, Köln-Weimar-Wien 1993, ISBN 978-3-412-03392-7.
  • Karl der Große und die Grundlegung Europas im Mittelalter. Weltenburger Akademie. Gruppe Geschichte: Schriftenreihe 2; 16. Abensberg-Kelheim 1993, urn:nbn:de:bvb:355-rbh-3024-1
  • Mittelalter und Moderne. Entdeckung und Rekonstruktion der mittelalterlichen Welt. (Hrsg.) Kongreßakten des Symposions des Mediävistenverbandes, Band 6, Thorbecke, Sigmaringen 1997, ISBN 978-3-7995-5405-3.
  • Zeitenwenden – Wendezeiten. Von der Achsenzeit bis zum Fall der Mauer. (Hrsg.) Bayreuther Historische Kolloquien, Band 14, Röll, Dettelbach 2000, ISBN 978-3-89754-179-5.
  • Byzanz – das "andere" Europa (Hrsg.) Das Mittelalter, Band 6, Heft 2, Akademie-Verlag, Berlin 2001.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Traueranzeige von Peter Segl. Süddeutsche Zeitung, 25. Oktober 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  2. Prof. Dr. Peter Segl. In: Traueranzeige. Donaukurier, 25. Oktober 2025, abgerufen am 20. Februar 2026.
  3. Historiker Prof. Segl neuer Vizepräsident. (PDF; 56 MB) In: Spektrum. Universität Bayreuth, Januar 1994, abgerufen am 21. Februar 2026.
  4. International bekannter Mediävist Peter Segl verstorben (1940–2025). In: konziliengeschichte.de. Abgerufen am 21. Februar 2026.

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