Pia Colombo
Pia Colombo, bürgerlicher Name Éliane Marie Amélie Colombo (* 6. Juli 1934 in Homblières, Aisne; † 16. April 1986 in Nonancourt, Eure) war eine französis…
Pia Colombo, bürgerlicher Name Éliane Marie Amélie Colombo (* 6. Juli 1934 in Homblières, Aisne; † 16. April 1986 in Nonancourt, Eure) war eine französische Chanson-Sängerin und Schauspielerin franco-italienischer Herkunft.
Leben und Karriere
Pia Colombo wuchs bei ihrer Großmutter mütterlicherseits auf. Ihr Vater stammte aus Mailand, ihre Mutter aus Nordfrankreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sie zu ihren Eltern in die Pariser Region.
Sie begann ihre Karriere im Pariser Kabarett L’Écluse am Rive Gauche, wo sie unter anderem mit Barbara auftrat. 1958 gastierte sie erstmals im Olympia als Vorband von Georges Brassens und erhielt 1959 den Coq d’Or de la chanson française für ihre Interpretation von Les Flonflons du bal.[1]
Nach dem Tod von Édith Piaf 1963 galt Colombo vielen Kritikern als mögliche Nachfolgerin, doch ihr intellektuelles Repertoire sprach ein engeres Publikum an.
Verbindung zu Bertolt Brecht und Kurt Weill
Pia Colombo ist besonders für ihre Interpretationen von Werken der deutschen Autoren Bertolt Brecht und Kurt Weill bekannt. In den 1960er Jahren wirkte sie in mehreren Inszenierungen von Brechts Stücken unter der Regie von Roger Planchon mit. 1966 übernahm sie am Théâtre National Populaire die Rolle der Jenny in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Brecht/Weill) in einer Inszenierung von Georges Wilson.
1969 erschien ihr Album Pia Colombo chante Bertolt Brecht et Kurt Weill, aufgenommen beim Théâtre National Populaire, für das sie den Preis der Académie Charles-Cros erhielt.[1] Das Album enthält unter anderem Stücke aus der Dreigroschenoper, aus Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny und aus Happy End.
Politisches Engagement
Colombo war politisch engagiert. Im Mai 1968 sang sie in besetzten Fabriken neben Jean Ferrat, Georges Moustaki und anderen. Sie unterstützte François Mitterrands Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen und trat in verschiedenen Ländern auf, darunter die Sowjetunion, Kuba und die USA.[1]
Diskografie (Auswahl)
- Tique Taque (1960, Philips)
- Pia Colombo chante Bertolt Brecht et Kurt Weill (1969, Disc’AZ) — Prix de l’Académie Charles-Cros
- Adagio Nocturne (1971)
- Florilège (1959–1971, Kompilation)
Einzelnachweise
- ↑ a b c Colombo Pia. In: passionchanson.net. Abgerufen am 14. April 2026.
Weblinks
- Pia Colombo bei IMDb
- Pia Colombo beim INA (französisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Colombo, Pia |
| ALTERNATIVNAMEN | Colombo, Éliane Marie Amélie |
| KURZBESCHREIBUNG | französische Chanson-Sängerin und Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 6. Juli 1934 |
| GEBURTSORT | Homblières, Aisne |
| STERBEDATUM | 16. April 1986 |
| STERBEORT | Nonancourt, Eure |
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