Postgarage
Als Postgarage bezeichnet man in Deutschland und Österreich einen Betriebshof, der zur Abstellung und oft auch Wartung des Fuhrparks der ehemaligen Post- und T…
Als Postgarage bezeichnet man in Deutschland und Österreich einen Betriebshof, der zur Abstellung und oft auch Wartung des Fuhrparks der ehemaligen Post- und Telekomverwaltungen, insbesondere der Linienbusse, verwendet wurde bzw. wird.
Entwicklung ab den 1990er-Jahren
Die Forderung nach Liberalisierung des Post- und Telekomsektors führte noch in den 1990er-Jahren zur Ausgliederung des Post- und Telekombereichs aus der Staatsverwaltung (Deutschland: Postreformen I-III, Österreich: 1997 Gründung der Post und Telekom Austria) und Öffnung der Branche für private Konkurrenz. Die privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen, die aus der Staatsverwaltung hervorgingen, waren flexibler organisiert und kauften Leistungen, wie die Wartung und Reparatur des Fuhrparks, von Dritten zu. Dadurch kam die Bezeichnung Postgarage ab. Außerdem waren die Postbusse in Deutschland bis 1986 komplett in den Bahnbus eingegliedert worden. In Österreich wurde der Postbus 2001 aus dem Post-Konzern ausgegliedert und gehört seit 2003 zum ÖBB-Konzern. Dort wurde aber der Bahnbus in den Postbus eingegliedert, so dass die Bezeichnung Postgarage nicht nur historischen Charakter hat.
Standorte von Postgaragen (Auswahl)
Österreich


- Eisenstadt
- Neusiedl am See: ehemaliger Bahnbus-Standort
- Oberpullendorf: Um-/Neubau 1991 abgeschlossen[1]
- Feldkirchen in Kärnten: Neubau um 23,4 Millionen Schilling 1980 abgeschlossen[2]
- Klagenfurt: seit 2004 im ehemaligen Bahnbus-Standort; Artikel[3] über Nutzung des ehemaligen Standortes
- Spittal an der Drau: Um-/Neubau 1990 abgeschlossen[4]
- Villach: war beim Telekom-Hochhaus, Um-/Neubau 1984 abgeschlossen[5]; seit 2005(?) beim Bahnhof Seebach am ehemaligen Bahnbus-Standort
- Wolfsberg: Um-/Neubau 1984 abgeschlossen[6]
- Amstetten
- Gmünd: Neubau um 30 Millionen Schilling 1980 abgeschlossen[7]
- Himberg: ehemaliges Bahnbus-Gelände verkauft
- Hollabrunn: Um-/Neubau 1991 abgeschlossen[8]
- Horn: Um-/Neubau 1986 abgeschlossen[9]
- Krems: Um-/Neubau 1984 abgeschlossen[10]
- Poysdorf
- Sankt Pölten: seit 2004(?) am ehemaligen Bahnbus-Standort, Postgarage ungenützt
- Vösendorf: 2009(?) neu eröffnet, ersetzt Wien-Liesing und Wien-Erdberg
- Waidhofen an der Thaya: Um-/Neubau 1985 abgeschlossen[11]
- Waidhofen an der Ybbs: Umbau ca. 2003
- Zwettl: Artikel[12] zur alten Postgarage; neue Garage nach Brand am 23. 1. 2024 mit 1. 7. 2026 verkauft.[13]
- Braunau am Inn: Umbau 1979 abgeschlossen[14]
- Freistadt: Um-/Neubau 1989 abgeschlossen[15]
- Gmunden
- Ischl
- Linz: 2004 neuer Standort Aigengutstraße eröffnet, davor in der Raimundstraße
- Ried im Innkreis
- Schärding: Um-/Neubau 1990 abgeschlossen[16]; 2005 an Fa. Glas verkauft, wieder seit 2018 durch gewonnene Ausschreibung des dortigen Linienbündels[17]
- Steyr: Um-/Neubau 1985 abgeschlossen[18]
- Wels
- Hofgastein
- Reitdorf: bis ca. 2003 in Radstadt, Um-/Neubau 1986 abgeschlossen[19], ca. 2004 verkauft; seit 201x neuer Standort in Reitdorf
- Salzburg
- Sankt Johann im Pongau: ursprünglich beim Postamt; 1987 Eröffnung des um 64 Millionen Schilling erbauten, neuen Standortes[20]
- Tamsweg: Um-/Neubau 1984 abgeschlossen[21]
- Zell am See: Umbau 1981 abgeschlossen[22]

- Bad Aussee
- Feldbach: Eröffnung der neuen Postbus-Basis im Juli 2020[23]
- Fürstenfeld
- Graz:
- „alte Postgarage“, Dreihackengasse 42: denkmalgeschützt[24], als Veranstaltungshalle genützt[25]
- Brockmanngasse 84: markantes Bürogebäude,[26] 1931 von Leopold Hoheisl errichtet[27][28], bis Anfang der 1980er-Jahre genützt, danach Banken- und Universitätsstandort
- Hohenstaufengasse: 1982 Fertigstellung des Verwaltungsgebäudes[29], seither(?) alleiniger Standort
- Hartberg: Um-/Neubau 1985 abgeschlossen[30], ca. 2004 verkauft und abgerissen (am ehemaligen Gelände steht heute ein Supermarkt)
- Judenburg: Um-/Neubau 1991 abgeschlossen[31]; vor 2004 verkauft und abgerissen (am ehemaligen Gelände steht heute ein Supermarkt), stattdessen Nutzung des Betriebsgeländes der übernommenen Fa. Hirner
- Kapfenberg: Standort bis um die Jahrtausendwende in Bruck an der Mur, danach (bis?) bei der Mürztaler Verkehrs-Gesellschaft in Kapfenberg
- Knittelfeld: ehemaliger Bahnbus-Standort
- Leoben: heute am Betriebshof des städtischen Verkehrsbetriebs
- Stainach: Postgarage war in Donnersbach, Um-/Neubau 1987 abgeschlossen[32]; heute am ehemaligen Bahnbus-Standort in Stainach, Umbau 2013[33]
- Imst
- Innsbruck
- Kitzbühel: Umbau 1981[34] und 2012[35]
- Kufstein: Um-/Neubau 1985 abgeschlossen[36], 2005 an Fa. Ledermair verkauft
- Lienz
- Wörgl: seit 2005 im ehemaligen Bahnbus-Standort
- Zams: Um-/Neubau 1985 abgeschlossen[37]
- Bludenz: Um-/Neubau 1985 abgeschlossen[38]
- Bregenz: Um-/Neubau 1986 abgeschlossen[39]
- Dornbirn: ehemalige Straßenbahnremise; Umbau 1988 abgeschlossen[40]; 2004 Übersiedlung nach Wolfurt
- Feldkirch
- Lech am Arlberg: heute beim Betriebshof der Gemeinde, früher im Postamt
- Schruns: 2005 an Montafonerbahn verkauft
- Wolfurt: am Güterbahnhof, ehemaliger Bahnbus-Standort
- Wien Arsenal: 1978 Eröffnung der neuen Anlagen der Telegraphenverwaltung am bestehenden Standort[41], einschließlich einer Postgarage für die Fahrzeuge[42]; Umbau der Fernmeldegarage 1987 abgeschlossen[43]
- Wien-Erdberg: Eröffnung des „Postzentrums“ 1985[44], vom Postbus noch bis ca. 2009 genützt, danach abgerissen und Errichtung eines Wohnhauses[45]
- Wien-Hütteldorf: seit 2004, ehemaliger Bahnbus-Standort, davor in Mauerbach (Niederösterreich)
- Wien-Liesing: ehemaliger Bahnbus-Standort, übersiedelt nach Vösendorf (Niederösterreich), Gelände verkauft
- „Wien Nord“: ehemaliger Bahnbus-Standort am Nordwestbahnhof, 2004 auf benachbarte Postbus-Standorte verteilt, ca. 2009-201x wieder vom Postbus genützt, als Stadterweiterungsgebiet vorgesehen
- Wien Roggendorfgasse: Abstellplatz mit Personalgebäude, Um-/Neubau 1981[46]
- Wien Ungargasse: Postgarage bis Anfang der 1980er-Jahre, dann Übersiedlung nach Wien-Erdberg, am Gelände wurde ein Schulzentrum errichtet. Elektrisch angetriebene Lieferwagen waren bis 1981 auf der gegenüber liegenden Straßenseite (ehemalige Reithalle des Militär-Reitlehrer-Institutes) untergebracht[47].
Siehe auch
- Österreichische Postbus AG
- Übersichtskarte der Postbus-Standorte auf bahnbus.at
Literatur
- Erich Novak: „70 Jahre Kraftwagendienst der Österreichischen Bundesbahnen“. ISBN 3-9500743-0-9
- Lösch, Peter und Hans Pötschner: „90 Jahre Postautobus“. Verlag Omnibusspiegel Dieter Hanke, Bonn o. J. [1998], ISBN 3-925301-97-6
- Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsberichte
Einzelnachweise
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1991, S. 81
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1980, S. 45
- ↑ N. N.: Frühere Postgarage als kreative Werkstatt, abgerufen am 14. Juli 2026
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1990, S. 85
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1984, S. 125
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1984, S. 125
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1980, S. 45
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1991, S. 81
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1986, S. 105
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1984, S. 125
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1985, S. 117
- ↑ Brigitte Hofmann: Postgarage, FF-Haus, Lagerhalle Mengl, heute Lagerhalle Eisen Kastner, abgerufen am 14. Juli 2026
- ↑ Sebastian Dangl: Postbus strukturiert Standorte neu – Verkauf in Zwettl, abgerufen am 7. 8. 2026
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1979, S. 68
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1989, S. 84
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1990, S. 85
- ↑ N. N.: Großer Erfolg für den Postbus im Innviertel! In: Info, S. 9, abgerufen am 13. Juli 2026
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1985, S. 117
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1986, S. 105
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1987, S. 71 u. 92
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1984, S. 125
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1981, S. 94
- ↑ Thomas Plauder: Neue Postbus-Basis in Feldbach eröffnet, abgerufen am 7. 8. 2026
- ↑ Kropac, Markus: Postgarage wird an obersteirischen Bauträger verkauft. Abgerufen am 13. Juli 2026
- ↑ N. N.: Postgarage Graz. Ein Fixpunkt im Grazer Nachtleben. Abgerufen am 13. Juli 2026
- ↑ Category:Brockmanngasse 84, Graz - Wikimedia Commons. Abgerufen am 13. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Schuster, Ulrike: Architektur- und Kunstgeschichte der Moderne. Vorlesung im Wintersemester 2017/18 an der Technischen Universität Graz. Mitschrift auf studocu.com, abgerufen am 13. Juli 2026
- ↑ nextroom - architektur im netz: Architekturzentrum Wien. Archiviert vom am 2. Dezember 2024; abgerufen am 13. Juli 2026.
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1982, S. 97
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1985, S. 117
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1991, S. 81
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1987, S. 92
- ↑ Angelika Marianne Wohofsky: Postbus bleibt fix in Stainach, abgerufen am 7. 8. 2026
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1981, S. 94
- ↑ Klaus Kogler: Buszentrale neu in Kitz, abgerufen am 16. Juli 2026
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1985, S. 117
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1985, S. 117
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1985, S. 117
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1986, S. 105
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1988, S. 84
- ↑ N. N.: 35 Jahre A1 Technologiezentrum Arsenal, abgerufen am 14. Juli 2026
- ↑ Gerhard Fürnweger: Der Arsenalturm und das Wiener Arsenal, abgerufen am 14. Juli 2026
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1987, S. 92
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1985, S. 117
- ↑ N. N.: Postzentrum Erdberger Lände, Wien Geschichte Wiki, abgerufen am 13. Juli 2026
- ↑ Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung: Geschäftsbericht 1981, S. 94
- ↑ Gerhard Fürnweger: Nostalgie: Elektrofahrzeuge anno dazumal, abgerufen am 13. Juli 2026
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.