ProVeg
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| ProVeg e. V. (ProVeg) | |
|---|---|
| Rechtsform | gemeinnütziger eingetragener Verein |
| Gründung | 1892 in Leipzig |
| Gründer | Ernst Hering |
| Sitz | Berlin[1] |
| Zweck | Verringerung Konsum tierischer Produkte |
| Vorsitz | Sebastian Joy, Nora Winter[2] |
| Geschäftsführung | Matthias Rohra |
| Beschäftigte | 109 (2026) |
| Freiwillige | 100 Ortsgruppen |
| Mitglieder | ca. 10.000 (2026) |
| Website | proveg.org/de |
ProVeg ([3]) ist eine deutsche Nichtregierungsorganisation in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. ProVeg setzt sich für „eine Welt, in der unser Essen gut für alle Menschen, Tiere und den Planeten ist“ ein.[4]
Der Verein ProVeg e. V. ist Teil der Organisation ProVeg International, die als internationale Dachorganisation in 14 Ländern auf 5 Kontinenten und mit mehr als 250 Beschäftigten aktiv ist.[5] Der gemeinnützige Verein hat seinen satzungsmäßigen Sitz und ein Hauptstadtbüro in Berlin.[6] ProVeg Deutschland hat etwa 10.000 Mitglieder[7] (Stand 2026).
Ziele
Der Verein wirkt laut eigenen Angaben darauf hin, „dass pflanzenreiche Lebensmittel und alternative Proteine breit verfügbar sind und weithin Anklang finden“.[4] Damit zielt die Ernährungsorganisation darauf hin, den Übergang zu einem nachhaltigen globalen Ernährungssystem zu beschleunigen.

Geschichte
Der Beginn der Vegetarierbewegung in Deutschland liegt im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1867 wurde von Eduard Baltzer in Nordhausen der Deutsche Verein für natürliche Lebensweise gegründet, dem eine Reihe anderer Vegetariervereine folgten. Der Verein schloss sich am 7. Juni 1892 in Leipzig im Gasthaus und Café Pomona[8] mit dem Hamburger Vegetarierverein zum Deutschen Vegetarierbund zusammen. Diese Gründung hatte das Ziel, den Fleischkonsum in Deutschland deutlich zu senken und dadurch zu einer globalen Verbesserung ökologischer sowie gesundheitlicher Probleme beizutragen.[8] Die Vereinszeitschrift trug ab 1893 den Namen Vegetarische Rundschau, ab 1897 Vegetarische Warte.[9]
Nachdem sich noch im Jahr 1932 Vegetarier aus der ganzen Welt in Oranienburg treffen konnten, konnte die Vereinszeitschrift seit 1935 nicht mehr erscheinen. Der Verein musste sich im Jahr 1935 auf Druck der Nationalsozialisten auflösen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1946 zur Neugründung, die jedoch durch die Trennung der Besatzungszonen erschwert wurde. Auf Betreiben von Adolf Briest entstanden deshalb zunächst zwei Vereine, die Vegetarier-Union Deutschlands (VUD) in Sontra bei Kassel und die Deutsche Vegetarier-Union (DVU) in der französischen Besatzungszone; die DVU existierte bis Mitte der 1970er-Jahre. Die Zeitschrift Der Vegetarier wurde 1956 von der VUD gegründet.[10]
1973 kam es zum Zusammenschluss der VUD und des „Freundeskreises der deutschen Reformjugend“ als „Bund für Lebenserneuerung. Vereinigung für ethische Lebensgestaltung, Vegetarismus und Lebensreform“. Der Name wurde 1985 vorne durch „Vegetarierbund Deutschland“ ergänzt, was 2008 der ganze Name des Vereins wurde, kurz VEBU.[8]
Im Jahr 2012 schloss sich die im Jahr 1868 von Gustav Struve mitbegründete Vegetarische Gesellschaft Stuttgart – ursprünglich Stuttgarter Vegetarierverein – dem VEBU an.
Am 22. April 2017 wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Berlin die Namensänderung von VEBU nach ProVeg beschlossen.[11]
Finanzen
ProVeg finanziert sich hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Seit Mai 2014 ist der VEBU/ProVeg mit dem Siegel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Als Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung verpflichtet sich ProVeg, die von der Initiative festgelegten Informationen, wie u. a. Personalstruktur und Angaben zur Mittelverwendung, über sich zu veröffentlichen.[12]
Aktivitäten
Die Ernährungsorganisation ist in den Bereichen politische und institutionelle Arbeit sowie Unternehmensarbeit aktiv.[13][14] ProVeg ist Träger des Momentum for Change Award der Vereinten Nationen und Veranstalter der jährlich stattfindenden New Food Conference in Berlin.[15]
ProVeg übernimmt in Deutschland als nationaler Lizenzpartner die Lizenzierung des V-Labels. Das V-Label ist eine eingetragene und geschützte Marke für die Kennzeichnung veganer und vegetarischer Produkte. Im Rahmen seiner Funktion koordiniert ProVeg für Produktionsstätten in Deutschland die Zusammenarbeit mit den hier ansässigen Unternehmen.[16]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ ProVeg: Vereinssatzung. § 2. Abgerufen am 4. Mai 2026.
- ↑ Verein. In: ProVeg. Abgerufen am 4. Mai 2026.
- ↑ ProVeg Deutschland - Was machen die eigentlich? - Interview. In: ProVeg Dresden. Abgerufen am 4. November 2021.
- ↑ a b Über uns. In: ProVeg. Abgerufen am 23. April 2026.
- ↑ Über uns. In: ProVeg. Abgerufen am 24. April 2026.
- ↑ Vereinssatzung. In: ProVeg. Abgerufen am 24. April 2026.
- ↑ Verein. In: ProVeg. Abgerufen am 24. April 2026.
- ↑ a b c 7. Juni 1892 - Vegetarierbund in Leipzig gegründet. WDR, 7. Juni 2017, abgerufen am 28. April 2026.
- ↑ ProVeg-Magazin: Das ProVeg-Magazin hatte schon viele Namen abgerufen am 16. April 2019
- ↑ Vegetarierbund Deutschland (VEBU). Archiv für alternatives Schrifttum, abgerufen am 28. April 2026.
- ↑ International erfolgreich: VEBU wird zu ProVeg. V-Label, 14. Juli 2017, abgerufen am 28. April 2026.
- ↑ Initiative Transparente Zivilgesellschaft. In: ProVeg. 31. Januar 2025, abgerufen am 29. April 2026 (deutsch).
- ↑ Institutionen. In: ProVeg. Abgerufen am 30. April 2026 (deutsch).
- ↑ Unternehmen. In: ProVeg. Abgerufen am 30. April 2026 (deutsch).
- ↑ New Food Conference. In: New Food Conference. Abgerufen am 30. April 2026 (englisch).
- ↑ FAQ. In: V-Label. 30. Mai 2022, abgerufen am 30. April 2026 (deutsch).
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