Receiver Functions
Die Methode der Receiver Functions gehört zu den gebräuchlichen Auswerteverfahren der Seismologie. In ihrer ursprünglichen Version, Mitte der 1960er Jahre wu…

Die Methode der Receiver Functions gehört zu den gebräuchlichen Auswerteverfahren der Seismologie. In ihrer ursprünglichen Version, Mitte der 1960er Jahre wurden Fourierspektren von P-Wellen benutzt, um aus der Antwortfunktion der Erdkruste unterhalb einer einzelnen seismischen Station Geschwindigkeitsstrukturen abzuleiten. Die Methode wurde jedoch seither ständig weiterentwickelt und wird heute auch routinemäßig bei größeren Stationsnetzen eingesetzt.
Die Methode der Receiver Functions beruht auf dem Effekt der teilweisen Umwandlung seismischer Wellentypen (Konversion), wie sie an seismischen Diskontinuitäten auftritt: Die Energie einer auf eine solche Grenzschicht auftreffenden P-Welle wird zu einem Teil in eine S-Welle umgewandelt (bezeichnet als Ps-Welle). Da deren Ausbreitungsgeschwindigkeit niedriger ist, erreichen diese sogenannten konvertierten seismischen Phasen die Messstation verzögert. Aus der Zeitdifferenz kann mit einem geeigneten Geschwindigkeitsmodell auf die Tiefe der Diskontinuität zurückgeschlossen werden. Neben der direkten konvertierten Phase treten auch Multiple (mehrfach innerhalb einer seismischen Schicht reflektierte und dabei evtl. konvertierte Wellen) auf. Diese erbringen einerseits über ihre Laufzeitdifferenz zusätzliche Informationen, können andererseits jedoch auch direkte Phasen überdecken und wirken damit störend.
In der jüngeren Entwicklung gewinnt auch die Methode der S-Receiver Functions an Bedeutung. Diese beruht auf dem gleichen Prinzip, verwendet jedoch den umgekehrten Fall einer S-Welle, die teilweise in P-Wellen (Sp-Welle) konvertiert wird. Da es sich bei der S-Welle um eine spätere Phase des Wellenspektrums handelt, tritt hier meist ein deutlich höherer Rauschpegel auf. Die S-Receiver Function Methode hat jedoch den Vorteil, dass die zu untersuchenden Sp-Phasen wegen der höheren P-Wellengeschwindigkeit vor der erzeugenden S-Welle eintreffen. Die multiplen Phasen hingegen erreichen die Messstation auf Grund des mehrfachen Laufweges später und stören somit nicht die direkten konvertierten Phasen.
Literatur/Quellen
- T. Lay & T.C. Wallace: Modern Global Seismology, Academic Press, San Diego, 1995, ISBN 978-0127328706
- X. Yuan: Teleseismic Receiver Function Study and Its Application in Tibet and the Central Andes, Dissertation, 2000, Scientific Technical Report STR00/10, GFZ Potsdam
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.