Sequential Slab Construction

Sequential Slab Construction (SSC) (deutsch Sequentielle Plattenbauweise) war von 8000 bis 3000 v. Chr. die am weitesten verbreitete Technik zur Keramikher…

Sequential Slab Construction (SSC) (deutsch Sequentielle Plattenbauweise) war von 8000 bis 3000 v. Chr. die am weitesten verbreitete Technik zur Keramikherstellung in Westasien. Sie verwendete ein pflanzlich gemagertes Material aus einer Mischung von montmorillischem Ton, Spreu und Wasser, die zu einer spezifischen Formgebung der Keramik führte. Die Produktionsmethode existierte parallel zur später auftretenden mineralisch gemagerten Feinkeramik (fine ware oder grit ware) fort. Sequential Slab Construction wird deshalb als konservative, optimierte Produktionsmethode eingestuft und überdauerte sowohl die Einführung und den Untergang verschiedener Typen der Feinkeramik als auch stilistische und regionale Änderungen von Keramikformen, Dekorationen und Funktionen.

Bei der Sequential Slab Construction handelt es sich um eine spezielle Technik, die auf bestimmten Rohmaterialien und Verarbeitungsmethoden basiert, die auf früheren Anwendungen mit Erdmaterialien wie zum Beispiel architektonischen Elementen basiert. Aufgrund der dabei vorgenommenen technologischen Entscheidungen konnten nur gewisse Arten der Formgebung angewendet werden und andere mussten verworfen werden.

Für die Herstellung von Gefäßen wurden eine flache oder gerundete Oberfläche benutzt wie zum Beispiel ein Korb oder ein Loch im Boden. Die Verwendung von Körben wurde durch Negativabdrücke auf Scherben nachgewiesen, die sich am Boden oder an den unteren Wänden der Gefäße befinden. Scheibenweise wurde Material aufeinander geschichtet, wobei obere Schichten dünner als die darunter liegenden waren. Zuletzt wurde der Rand geformt und mit kleinen Stücken von Lehm geebnet. Bei der frühen Keramik war der Rand nicht gleichmäßig geformt und das Gefäß war nicht symmetrisch. Manchmal war sie nicht einmal rund.

In den Gebieten der heutigen iranischen Provinzen Fars und Kerman wurden viele Gefäße mit einer ungemagerten Tonschicht überzogen (coating), engobiert (slipped) und poliert (burnished), um eine glatte Oberfläche zu erzeugen. Die darauf angebrachten Dekorationen waren ein-, zwei- oder mehrfarbig, die kaum noch erhalten sind. Die Gefäße wurden bei niedrigen Temperaturen gebrannt, wahrscheinlich mit weniger als 700 °C.[1]

Für den zeitlichen und räumlichen Rahmen dieser Keramik prägte der amerikanische Archäologe Robert H. Dyson 1965 den Begriff Soft-Ware Horizon. Er steht für die Verbreitung der weichen, niedrig gebrannten Keramik der SSC im Gegensatz zur späteren Hard-Ware, die eine mineralische Magerung aufweist und mit höheren Temperaturen hergestellt wurde.

Literatur

  • Pamela B. Vandiver: Sequential Slab Construction: A Near Eastern Pottery Production Technology, 8000–3000 B.C. Massachusetts Institute of Technology, Cambridge MA 1985. (Dissertation)
  • Pamela B. Vandiver: Sequential Slab Construction; a convervative southwest asiatic ceramic tradition, ca. 7000–3000 B. C. In: Paléorient. Band 13, Nr. 2. 1987, S. 9–35. (jstor.org)

Einzelnachweise

  1. Cameron A. Petrie: „Culture“, Innovation and Interaction Across Southern Iran from the Neolithic to the Bronze Age (c. 6500–3000 BC). In: Benjamin W. Roberts, Marc Vande Linden (Hrsg.): Investigating Archaeological Cultures. Springer 2011, ISBN 978-1-4419-6969-9, S. 151–182, hier 161.

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