Sporer

Ein Sporer (auch Spornmacher) war ein Gewerbetreibender, der Sporen anfertigt. Auch wenn Sporer häufig auch Gebisse und Steigbügel herstellten, so gab es im M…

Sporer
Sporer in Nürnberg, 1457
Sporer in Jost Ammans Ständebuch (1568)

Ein Sporer (auch Spornmacher) war ein Gewerbetreibender, der Sporen anfertigt. Auch wenn Sporer häufig auch Gebisse und Steigbügel herstellten, so gab es im Mittelalter auch die Handwerksberufe Bizzer[1] (Bißmacher[2], Gebissmacher) und Stegraiffer[1] (Steigbügelmacher[2]). Sporer waren darüber hinaus für die Anfertigung von Striegeln zuständig, in Österreich gab es allerdings auch den eigenen Beruf des Striegelschmieds.[3] Die Sporer bildeten gewöhnlich mit den Schmieden eine Innung.

1363 gab es beispielsweise in Nürnberg insgesamt 19 Bizzer-, Sporer- und Stegraiffermeister.[4] 1497 ist in Bozen als Inhaber eines Altstadthauses der sporer Friedrich Raminger nachgewiesen.[5] In Dresden gab es bis 1450 nur eine einzige Innung für alle Schmiedeberufe, mit der fortschreitenden Spezialisierung vergrößerte sich deren Anzahl. Im Jahr 1600 ist die Existenz einer Innung bestehend aus Schlossern, Sporern, Nagelschmieden, Büchsenschmieden und Uhrmachern nachgewiesen.[6]

Commons: Sporer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • „Bissbuch“ – Zeichnungen von Gebissen in einer Handschrift des aus Ravensburg stammenden Sporers Matthias Frauendienst, wohl 16. Jh. (Digitalisat der WLB Stuttgart)

Einzelnachweise

  1. a b Norbert Goßler: @1@2Vorlage:Toter Link/www.stadtentwicklung.berlin.deMittelalterliches Reiterzubehör aus Berliner Grabungen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) (Vortrag auf dem Berliner Archäologentag 2007 am 7. November 2007), S. 3.
  2. a b Visualisierung von Entstehung und Entwicklung der Berufsausbildung in Deutschland – Konzept und erste Pilotprojekte im Deutschen Museum München (PDF; 1,8 MB), S. 100.
  3. Stephan von Keeß: Darstellung des Fabriks- und Gewerbswesens in seinem gegenwärtigen Zustande. Wien 1824.
  4. Königlich Bayerische Akademie der Wissenschaften, Historische Kommission: Die Chroniken der fränkischen Städte. 1862, S. 507.
  5. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 2. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2008, ISBN 978-88-901870-1-8, S. 230, Nr. 1317.
  6. Matthias Meinhardt, Andreas Ranft: Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte. Akademie Verlag 2005, S. 71.

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