Wallitz

Wallitz ist ein Ortsteil[1] der Stadt Rheinsberg im nordbrandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Wallitz
Wallitz
Koordinaten: 53° 7′ N, 12° 46′ OKoordinaten: 53° 7′ 10″ N, 12° 46′ 21″ O
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 16837
Vorwahl: 033931
Wallitz (Brandenburg)
Wallitz (Brandenburg)
Lage von Wallitz in Brandenburg
Dorfkirche Wallitz (2003)

Wallitz ist ein Ortsteil[1] der Stadt Rheinsberg im nordbrandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Der Ort liegt westlich des Stadtkerns von Rheinsberg an der Landesstraße L 16. am Ostrand der Wittstock-Ruppiner Heide. Östlich des Ortes verläuft die L 15. Unweit westlich hat der Mühlbach Kagar seine Quelle und fließt von dort nach Nordosten in den Braminsee. Die Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern verläuft von Wallitz 8 km nördlich.[2]

Geschichte

1972 wurde durch westlich des Dorfes bei Bauarbeiten aufgefundene bronzezeitliche Scherben und Gefäßreste nachgewiesen, dass die Gegend schon in der Bronzezeit besiedelt war. Die große Anzahl der Funde wird in Zusammenhang mit einem Gräberfeld gesehen. Nordöstlich des Mühlbaches fanden sich slawische Scherben. Die älteste Erwähnung (rivulum Wolevisz) bezieht sich auf den Mühlenbach, er wurde hier als "Ochsenbach" bezeichnet. Auf der mittelalterlichen Dorfstelle wurden sowohl slawische als auch frühdeutsche Funde gemacht. "Lütken Walwitz", in der Nähe des heutigen Dorfes gelegen, fiel ebenso wie das 2 Kilometer nördlich, westlich der Blocksberge gelegene "Groten Walvis" im 15. Jahrhundert wüst. Während Groß Wallitz dem Bischof von Havelberg und damit zur Prignitz gehörte[3], war das heutige Wallitz ein Dorf der im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin und gelangte mit dieser 1525 zur Mark Brandenburg. Es wurde durch das Amt Ruppin verwaltet. 1590 wurde die wüste Feldmark durch die Schäferei Linow und einige Heueräcker durch Bauern aus Dorf Zechlin genutzt. 1654 war sie völlig bewachsen.

1687 wurden sechs französische Familien angesiedelt, welche aber die Rodungsarbeiten bald aufgaben und verzogen. 10 Jahre später bearbeiteten nur noch zwei Kossäten Land mit 9 Scheffel Saat.1699 wurde ein zweiter Versuch der Wiederbesiedlung unternommen, diesmal mit Kolonisten aus der Pfalz und jetzt mit Erfolg. 1722 waren ansässig: 5 Bauern, 2 Leineweber, 9 Häuslinge, 1 Schäfer, 1 Knecht und 1 Magd, insgesamt 63 Seelen. Westlich des Dorfes bestand am Uhlenberg ein Teerofen.

Gedenktafel in Wallitz für das KZ Sachsenhausen

In Wallitz befindet sich eine Gedenktafel, die an den Todesmarsch der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen im April 1945 erinnert.

Baudenkmale

In der Liste der Baudenkmale in Rheinsberg sind für Wallitz fünf Baudenkmale mit 12 Einzeldenkmalen aufgeführt, darunter

Siehe auch

Truppenübungsplatz Wittstock

Literatur

Lieselott Enders: Wallitz, in: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil II Ruppin; Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam Band 7 Hermann Böhlhaus Nachf., Weimar 1970, S. 278–279

Wallitz, Kreis Neuruppin, In: Das Rheinsberg-Fürstenberger Seengebiet, Werte unserer Heimat Band 25; Akademie-Verlag Berlin 1974 S. 57–60

Commons: Wallitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Erwähnung als Ortsteil der Stadt Rheinsberg im Kommunalverzeichnis des Landes Brandenburg; abgerufen am 1. Mai 2026
  2. (Lage)
  3. Lieselott Enders: Groß Wallwitz. In: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. 2. überarbeitete und wesentlich erw. Ausgabe Auflage. Teil I Prignitz. Verlag Hermann Böhlhaus Nachf., Weimar 1997, ISBN 3-7400-1016-9, S. 927.
  4. Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Ostprignitz-Ruppin (PDF). Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

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