Alès

Alès [.mw-parser-output .IPA a{text-decoration:none}alɛs] (bis 1926: Alais; okzitanisch Alès) ist eine Stadt mit 46.125 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023…

Alès
Alès
Alès
Alès (Frankreich)
Alès (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Gard (30)
Arrondissement Alès (Unterpräfektur)
Kanton Alès-1, Alès-2, Alès-3
Gemeindeverband Alès Agglomération
Koordinaten 44° 8′ N, 4° 5′ OKoordinaten: 44° 8′ N, 4° 5′ O
Höhe 116–356 m
Fläche 23,16 km²
Einwohner 46.125 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 1.992 Einw./km²
Postleitzahl 30100
INSEE-Code
Website Alès

Alès – Ortsbild mit Fluss Gardon

Alès [alɛs] (bis 1926: Alais; okzitanisch Alès) ist eine Stadt mit 46.125 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Gard in der südfranzösischen Region Okzitanien.

Lage und Klima

Die etwa 150 m hoch gelegene Stadt Alès liegt knapp 45 km (Fahrtstrecke) nordwestlich von Nîmes in einer Flussbiegung des Gardon d’Alès, am südlichen Rand des Cevennen-Nationalparks. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 1200 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr. Sie gilt als die Hauptstadt der Sevennen.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2019
Einwohner 8.944 18.871 24.940 36.893 39.346 41.837
Quellen: Cassini und INSEE

Die Reblauskrise im Weinbau und die Mechanisierung der Landwirtschaft haben zur immer noch anhaltenden Zuwanderung von Menschen aus den ländlichen Gebieten im Umland geführt.

Wirtschaft

Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Alès ein regionales Zentrum des Kohlebergbaus im Gard, der im Jahr 1840 mit der Eröffnung der auf Veranlassung von Paulin Talabot gebauten Eisenbahn von Beaucaire über Nîmes nach Alès seinen Aufschwung nahm. Die Strecke wurde als Cevennenbahn weiter nach Saint-Germain-des-Fossés bei Vichy verlängert. Außerdem gab es eine beachtliche Eisenverarbeitung und Seidenproduktion. Im Jahr 1912 wurden zwei Millionen Tonnen Kohle pro Jahr gefördert, 1947 arbeiteten 20.000 Mineure im Kohlebecken. Erst im Jahr 1958 nahm die Kohleförderung wieder deutlich ab; im Jahr 1986 wurde die Mine d’Destival, zwei Jahre später die Mine d’Oules und 1995 der letzte Abbauort geschlossen. Im 21. Jahrhundert ist die Stadt zu einem Forschungszentrum für Mechanik, Biotechnologie und Ökologie geworden.[1] Die 1843 gegründete allgemeine Ingenieurschule École nationale supérieure des mines d'Alès befindet sich in der Stadt.

Geschichte

Kathedrale von Alès
Protestantischer Tempel

Aufgrund von Funden kann angenommen werden, dass Alès bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. erstmals besiedelt wurde. Im Jahr 2008 wurde eines der größten römischen Mosaike aus der Zeit Julius Cäsars entdeckt. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Stadt an einer wichtigen römischen Handelsstraße lag und von Bedeutung war.

Ein Geldstück aus der Zeit der Merowinger trägt den Namen Alesto, der aus dem phönizischen Wort für Eisen stammt. Bereits um das Jahr 1200 sicherte eine Charta von Alès die Rechte seiner Bewohner.

Alès war einer der Sicherheitsplätze für die Hugenotten zur Zeit der Reformation. In Alès fand im Jahr 1620 die Hauptsynode der reformierten Kirche Frankreichs statt, 1629 wurde hier der Friede von Alès verkündet. Die Zitadelle wurde im Jahr 1688 vom Festungsbaumeister Vauban errichtet. In den Jahren 1702 bis 1704 fand hier der Aufstand der evangelischen Kamisarden statt.

Alès war Bischofssitz – die zugehörige ehemalige Kirche St. Jean-Baptiste stammt größtenteils vom Ende des 17. Jahrhunderts. Im Querschiff der Kathedrale befindet sich eine Himmelfahrt Mariä von Pierre Mignard aus dem 17. Jahrhundert.

Stadtbild

Das heutige Erscheinungsbild von Alès wird als desolat wahrgenommen. Der sozialistische Bürgermeister Paul Béchard, der von 1947 bis 1948 und vor allem von 1953 bis 1965 Verwaltungschef seiner Geburtsstadt war, ließ ab 1960 die komplette mittelalterliche Altstadt, mit Ausnahme der Kirchen, niederreißen und durch Bauten im Sinne des HLM, der französischen Variante des Sozialen Wohnungsbaus, neu errichten. Sein Nachfolger Roger Roucaute (1965–1985) verfolgte diese städtebauliche Politik dann weiter.

Sehenswürdigkeiten

  • In der ehemaligen Franziskanerkirche (Église des Cordeliers) befindet sich das Touristenbüro.
  • Kathedrale (17. Jh.) und protestantischer Tempel (19. Jh.) bilden die religiösen Zentren der Stadt.
  • Das Musée du Colombier widmet sich sowohl der Archäologie als auch der bildenden Kunst; hier ist u. a. ein Triptychon von Jean Bellegambe (um 1470–1534) ausgestellt.

Sonstiges

Im Jahr 1878 war Alès der Endpunkt von Robert Louis Stevensons Reise mit dem Esel durch die Cevennen.[2]

Meteorit

Am 15. März 1806 fielen bei Alès zwei Fragmente eines Meteoriten zur Erde. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die beiden vier und zwei Kilogramm schweren Stücke von einem Kohligen Chondriten des Typs CI1, einem besonders seltenen Meteoritentyp, stammen. Der Fall wurde unter dem damaligen Ortsnamen Alais offiziell registriert.[3][4]

Persönlichkeiten

Commons: Alès – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Histoire. In: Ales.fr. 14. Januar 2022, abgerufen am 9. Juli 2022 (französisch).
  2. Stevensonweg
  3. Alais meteorite. In: mindat.org. Abgerufen am 12. Januar 2024 (englisch).
  4. Alais. Meteoritical Bulletin. The Meteorological Society (MetSoc), Lunar And Planetary Institute (LPI). Stand: 11. Januar 2024 (englisch).
  5. Tobias Glenz: Älteste Ordensfrau und zugleich älteste Frau der Welt wird 117. In: katholisch.de. 9. Februar 2021, abgerufen am 10. Februar 2021.

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.