Coschen
Coschen (niedersorbisch Kóšyna)[2] ist ein Ortsteil der Gemeinde Neißemünde im Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg. Der Ort liegt gut sieben Ki…
Coschen Gemeinde Neißemünde
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| Koordinaten: | 52° 1′ N, 14° 43′ O |
| Höhe: | 43 m ü. NHN |
| Fläche: | 5,38 km² |
| Einwohner: | 332 (31. Dez. 2016)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 62 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 2001 |
| Postleitzahl: | 15898 |
| Vorwahl: | 033657 |
Coschen (niedersorbisch Kóšyna)[2] ist ein Ortsteil der Gemeinde Neißemünde im Landkreis Oder-Spree im Land Brandenburg. Der Ort liegt gut sieben Kilometer nördlich von Guben.
Geschichte



Das Gebiet des heutigen Dorfes war bereits in der späten Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Eisenzeit besiedelt. In der Nähe fand man Gefäßreste aus der Kugelamphorenkultur (spätere Jungsteinzeit), Ackergeräte oder Waffen aus der Bronze- und Eisenzeit. Später bestand eine slawische Siedlung um den Burgwall, der später als Schanzhebbel bezeichnet wurde.
1414 wurde das Dorf erstmals erwähnt, als die Gubener Bürgerin Anna Tylkow und ihr Sohn Jakob einen Teil des Ortes an das Kloster Neuzelle verkauften. Dabei wurde es als Cosschin bezeichnet, 1468 dann als Koschen. Ab 1651 wurde es vom Kloster an die von Rochow verpfändet und blieb bis zur Separation 1817 in dieser Familie.
Mit dem Bau der Eisenbahn 1846 veränderte sich auch das Ortsbild des Dorfes. Der Gasthof „Zur Eisenbahn“ wurde 1870 gebaut, die Eisenbahnhaltestelle „für den Personen-Verkehr“ 1880 eingerichtet. 1894 wurde eine Holzbrücke über die Neiße nach Seitwann gebaut. Und immer wieder gab es Hochwasser. So hatte die Gemeinde 1897 auf ihrer Flur zehn Überflutungen und drei Dammbrüche. 1901 wurde ein Güterbahnhof erbaut. Kiesabbau und eine Schneidemühle belebten die Wirtschaft, eine Poststelle wurde eingerichtet.
Während des Zweiten Weltkriegs brannte 1945 die Neißebrücke ab. 2014 wurde wieder eine Brücke über die Neiße in das benachbarte, heute polnische, Żytowań erbaut.[3][4]
Am 31. Dezember 2001 bildete Coschen mit drei weiteren Gemeinden die neue Gemeinde Neißemünde.[5]
Klima
Am 26. Juni 2019 wurde an der Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Coschen mit 38,6 °C die bis dahin deutschlandweit höchste Junitemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnung gemessen.[6] Dieser Rekord hielt bis zum 27. Juni 2026, als in Drewitz in Sachsen-Anhalt mit 41,8 °C ein neuer Temperaturrekord für Deutschland aufgestellt wurde.[7] In Coschen wurden am 28. Juni 2026 41,7 °C gemessen, die höchste bisher jemals in Brandenburg erreichte Temperatur.[8]
Kultur, Vereine und Freizeit
Das örtliche Leben wird unter anderem von der Freiwilligen Feuerwehr, dem kirchlichen Gemeindeleben und dem Sportverein geprägt. Die Ortsfeuerwehr gehört zur Verwaltung des Amts Neuzelle und nutzt ein Feuerwehrdepot mit angeschlossenen Vereinsräumen. Seit 1962 besteht das Kirchengemeindehaus „Johann Crüger“, in dem vierzehntäglich Gottesdienst gehalten wird; die Kirchengemeinde gehört zu Guben. Der Sportverein spielt in der Fußball-Kreisklasse und nutzt einen Fußballplatz mit Vereinshaus hinter dem Dorf.
Südlich des Ortes entstand in einer früheren Kiesgrube ein Badesee. Die Gemeinde Neißemünde beschreibt außerdem den hohen Anteil an Acker- und Grünflächen als weiterhin bedeutsam für den Ort.[9]
Verkehr und Tourismus
Coschen liegt ca. 3 km östlich der Bundesstraße 112, die aber nur über eine Straßenschleife erreichbar ist und erst so die den Ort mit Forst (Lausitz), Guben und Frankfurt (Oder) verbindet. Der Ort besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Cottbus–Falkenberg (Elster). Er wird von der Regionalbahnlinie RB 43 und der Regionalexpresslinie RE 10 bedient; beide Linien ergänzen sich nach Angaben des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg zwischen Frankfurt (Oder) und Falkenberg (Elster) zu einem Stundentakt.[10]
Der Oder-Neiße-Radweg führt durch Coschen. Über die Brücke „Neißewelle“ besteht seit 2014 wieder eine Verbindung über die Neiße in das polnische Żytowań.
Persönlichkeiten
- Karl Gander (1855–1945), Lehrer und Heimatforscher in Guben
Literatur
- Rudolf Lehmann: Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 2. Die Kreise Cottbus, Spremberg, Guben und Sorau. 2011. ISBN 978-3-941919-90-7.
Einzelnachweise
- ↑ Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen am 21. Juni 2020.
- ↑ Eintrag „Kóšyna“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de
- ↑ Neuer Brückenschlag über die Neiße. RBB Online, 4. November 2014, archiviert vom am 5. November 2014; abgerufen am 5. November 2014.
- ↑ Brücke Coschen. Seenland Oder-Spree, abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
- ↑ 38,6 Grad: Der heißeste Ort Deutschlands liegt in Brandenburg. In: Märkische Allgemeine. 26. Juni 2019, abgerufen am 1. Juli 2026.
- ↑ 41,7 Grad: neuer Hitzerekord in Deutschland. In: Süddeutsche Zeitung. 28. Juni 2026, abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ www.focus.de
- ↑ Coschen. Amt Neuzelle, abgerufen am 28. Juni 2026.
- ↑ RE10: Frankfurt (Oder) <> Cottbus <> Falkenberg (Elster) < > Leipzig. Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, abgerufen am 28. Juni 2026.
Weblinks
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