Karl Gander
Johann Friedrich Carl Gander (meist Karl Gander; * 19. Mai 1855 in Coschen, heute zu Neißemünde; † 12. März 1945 in Passau) war ein deutscher Lehrer und He…

Johann Friedrich Carl Gander (meist Karl Gander; * 19. Mai 1855 in Coschen, heute zu Neißemünde; † 12. März 1945 in Passau) war ein deutscher Lehrer und Heimatforscher.
Leben und Werk
Karl Gander war der Sohn des Kleinbauern Johann Gottfried Gander (* 1818) und dessen Frau Johanne Karoline geborene Bahro. Er besuchte von 1872 bis 1875 das Lehrerseminar in Neuzelle. Von 1876 bis 1914 war er als Lehrer in Guben tätig. Seit deren Gründung 1884 war er Mitglied der Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde und von 1916 bis 1930 deren Vorsitzender.
Sein Hauptwerk ist die Geschichte der Stadt Guben, deren Niederschrift er 1916 unter Benutzung der Vorarbeiten von Hugo Jentsch begann, und die er 1925 publizierte. Neben der Geschichte beschäftigte Gander die Volkskunde, insbesondere die Sagenkunde, worüber er 1894 die „Sammlung Niederlausitzer Volkssagen“ (Volksausgabe 1896) veröffentlichte. Ferner schrieb er über Frühlings- und Festbräuche, über die wichtigsten Momente des Lebens im Brauch und Glauben des Volkes, über die Ernte im Volksglauben, über Volkskundliches im Bereich der Viehzucht und über Seelen und Geister im Volksglauben in der Niederlausitz.
Auf der Flucht vor der sowjetischen Armee verstarb er am 12. März 1945 in Passau.
Gander war Ehrenmitglied des Kaufmännischen Vereins sowie der Gubener Lehrervereinigung. 1924 ernannte ihn die Oberlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte zu ihrem Ehrenmitglied, ebenso 1929 die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens. In Guben wurde eine Straße nach ihm benannt.
Werke
- Niederlausitzer Volkssagen vornehmlich aus dem Stadt- und Landkreise Guben. Deutsche Schriftsteller-Genossenschaft, Berlin 1894. Digitalisat; Nachdruck: Olms, Hildesheim und New York 1977, ISBN 3-487-06271-2. Teil-Digitalisat
- Führer durch Guben und Umgebung. A. Koenig, Guben 1900, auch Koenig, Guben 1914; Nachdruck: Andreas Peter, Guben [1998] (Guben – Perle der Lausitz, ISBN 3-935881-01-0)
- Die Tuchmacherfamilie Lehmann in Guben. Ein Beitrag zur Bürger- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt. [R. Hefter], [Bad Homburg] 1967
- Geschichte der Stadt Guben. Koenig, Guben 1925; Nachdruck: Institut für Städtegeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster 1980, ISBN 3-921616-69-7; 4. Auflage, Niederlausitzer Verlag, Guben 2009, ISBN 978-3-935881-63-0
Literatur
- Gerhard Gunia: Gander, Karl. In: Friedrich Beck und Eckart Henning (Hrsg.): Brandenburgisches Biographisches Lexikon (= Einzelveröffentlichung der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V., Band 5). Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 2002, ISBN 3-935035-39-X, S. 135
- Klaus-Dieter Gansleweit und Heinz-Dieter Krausch: Gander – Eine namenkundliche Betrachtung. In: Geschichte und Gegenwart des Bezirkes Cottbus. Heft 19, 1985, S. 135–147 (mit Bild)
- Peter Walther (Hrsg.): Musen und Grazien in der Mark. 750 Jahre Literatur in Brandenburg. Band 2: Ein historisches Schriftstellerlexikon. Lukas-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-931836-69-X, S. 125–126 (Digitalisat)
Weblinks
- Literatur von und über Karl Gander im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Karl Gander in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Kurzbiographie und Angaben zum Werk von Karl Gander bei Literaturport (mit Bild)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gander, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Gander, Johann Friedrich Carl (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Lehrer und Heimatforscher |
| GEBURTSDATUM | 19. Mai 1855 |
| GEBURTSORT | Coschen, heute zu Neißemünde |
| STERBEDATUM | 12. März 1945 |
| STERBEORT | Passau |
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.