Edith Adam

Edith Adam (* 7. Juli 1943 in Garmisch-Partenkirchen, Deutsches Reich; † 12. März 1996) war eine österreichische Grafikerin, Illustratorin, Autorin und Übe…

Edith Adam

Edith Adam (* 7. Juli 1943 in Garmisch-Partenkirchen, Deutsches Reich; † 12. März 1996) war eine österreichische Grafikerin, Illustratorin, Autorin und Übersetzerin. Von 1964 bis zu dessen frühem Tod 1969 lebte sie mit dem Wiener Fotografen und Aktionskünstler Rudolf Schwarzkogler zusammen und verwaltete anschließend dessen Nachlass.

Leben und Wirken

Edith Adam schrieb unter anderem Märchen für Ferry Eberts Wiener Märchenautomaten

Edith Adam wurde am 7. Juli 1943 in Garmisch-Partenkirchen in Bayern geboren und verlor bereits im folgenden Jahr ihren Vater, Hermann Willi Adam (* 13. September 1911; † 26. August 1944 in Caracui, Hîncești, Moldauische SSR), der während des Zweiten Weltkriegs als Oberstleutnant in Jugoslawien ums Leben kam.[1] Bereits fünf Jahre zuvor war auch sein jüngerer Bruder während des Krieges in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen gestorben.[2] Ihre Großeltern väterlicherseits waren der Generaloberst Wilhelm Adam (1877–1949) und dessen Ehefrau Isabella Adam (geborene Buchner; 1885–1970).[3][4] Laut anderen Quellen, wie etwa dem Handbuch der österreichischen Kinder- und Jugendbuchautorinnen, soll die Familie väterlicherseits eine Apotheke in München besessen haben. Der bis zu seinem Tod 1949 in Garmisch-Partenkirchen lebende Richard Strauss war ein regelmäßiger Gast der Familie.

Ab ihrem vierten Lebensjahr wuchs Adam in Wien bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf. Ihre Mutter, Gertrud Karoline Marie Adam (geborene Rybička; * 22. Juni 1914 in Mödling; † 21. November 1993 in Wien),[5] die 1940 in Garmisch-Partenkirchen geheiratet und noch einen Sohn hatte, blieb jedoch in Bayern. Ihre Großeltern mütterlicherseits waren den Postbeamte Robert Rybička (1886–1956)[6] und dessen Ehefrau Anna Wilhelmine (geborene Liebl; 1889–1981)[7].[5] Nach dem Besuch der Pflichtschule schloss die Handelsakademie ab und studierte in weiterer Folge Psychologie an der Universität Wien und schloss zudem einen Fernkurs in Fotografie ab. Außerdem besuchte sie in den 1970er-Jahren die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.

Bereits als 17-Jährige veröffentlichte sie erste Kurzgeschichten und war nach abgeschlossener Ausbildung unter anderem als freie Grafikerin beschäftigt. Im Laufe ihrer Berufslebens arbeitete sie auch einige Zeit in einer Bank. Während dessen Bundesheer-Zeit lernte sie Anfang der 1960er-Jahre Rudolf Schwarzkogler kennen, mit dem sie 1964 in eine gemeinsame Wohnung zog. Bis zu dessen frühem Tod im Alter von 28 Jahren am 20. Juni 1969 lebte sie mit dem Fotografen, Aktionskünstler und Mitglied der Wiener Aktionisten zusammen.[8] Nach Schwarzkoglers Ableben verwaltete sie dessen Nachlass. Um 1975 befreundete sie sich mit der Galeristin und Kunsthändlerin Ursula Krinzinger und verwaltete bald darauf gemeinsam mit ihr den Nachlass ihres verstorbenen Lebensgefährten.[9] Bereits ab dieser Zeit wurden Arbeiten Schwarzkoglers veräußert; so etwa 1983 9 Notizbücher (1968) an die Österreichische Ludwig-Stiftung für das mumok.[10]

Während ihrer Zeit als Grafikerin rückte ihr Interesse an der Buchillustration immer mehr in den Vordergrund, weshalb sie vor allem ab den 1980er-Jahren vorwiegend als Kinderbuchillustratorin und -texterin tätig war. Daneben war sie auch als Übersetzerin aus dem Dänischen, das sie auch an der Universität Wien, studiert hatte, beschäftigt. Daneben verfasste sie Märchen und Kurzgeschichten für das erste Lesealter, darunter auch Geschichten für die ab 1992 errichteten Wiener Märchenautomaten von Ferry Ebert.

Laut dem Handbuch der österreichischen Kinder- und Jugendbuchautorinnen entwickelte sie im Laufe der Zeit eine unverwechselbare eigene Sprache, mit der sie sowohl visuell als auch textlich den Kern der jeweiligen Geschichten herausarbeitete. Tiergestalten studierte sie zunächst eingehend, bevor sie diese zeichnerisch umsetzte.

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Motiv: Grab am Wiener Zentralfriedhof, sofern noch nicht aufgelassen

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Adam, die zuletzt in der niederösterreichischen Gemeinde Großengersdorf lebte, starb am 12. März 1996 im Alter von 52 Jahren. Am 27. März 1996 wurde sie im Grab ihrer Großeltern am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt, in dem etwas mehr als zwei Jahre zuvor bereits ihre Mutter bestattet worden war (Gruppe 28, Reihe 49, Nummer 62).[11][12] Das Grabnutzungsrecht endete am 28. Juli 2020;[11] ob das Grab mittlerweile aufgelassen wurde, ist nicht bekannt.

Im Jahr 1998 wurde der fotografische Nachlass Edith Adam mit zahlreichen Darstellungen Schwarzkoglers von der Galerie Konzett erworben und der Bestand um Fotografien, Autografen, Dokumente und Rara erweitert.[13]

Werke (Auswahl)

Schriften
Illustrationen

Literatur

Einzelnachweise

  1. Oberstleutnant Hermann Willi Adam in der Datenbank Find a GraveVorlage:Findagrave/Wartung/Wikidatakennung nicht gesetztVorlage:Findagrave/Wartung/Wirkungslose Verwendung von Parameter 2, abgerufen am 10. August 2026
  2. Werner Adam in der Datenbank Find a GraveVorlage:Findagrave/Wartung/Wikidatakennung nicht gesetztVorlage:Findagrave/Wartung/Wirkungslose Verwendung von Parameter 2, abgerufen am 10. August 2026
  3. Gen Wilhelm Adam in der Datenbank Find a GraveVorlage:Findagrave/Wartung/Wikidatakennung nicht gesetztVorlage:Findagrave/Wartung/Wirkungslose Verwendung von Parameter 2, abgerufen am 10. August 2026
  4. Isabella Adam (geb. Buchner) in der Datenbank Find a GraveVorlage:Findagrave/Wartung/Wikidatakennung nicht gesetztVorlage:Findagrave/Wartung/Wirkungslose Verwendung von Parameter 2, abgerufen am 10. August 2026
  5. a b Taufbuch Mödling-St. Othmar, tom. XXXIV, fol. 124 (Faksimile), abgerufen am 9. August 2026
  6. Robert Rybičkas Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 9. August 2026
  7. Anna Rybičkas Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 9. August 2026
  8. Erklärung von Edith Adam zum Mappenwerk Rudolf Schwarzkogler, 1965-1969, abgerufen am 9. August 2026
  9. Hommage an Rudolf Schwarzkogler: Blut und Hoden, abgerufen am 9. August 2026
  10. Rudolf Schwarzkogler – 9 Notizbücher – 1968, abgerufen am 9. August 2026
  11. a b Edith Adams Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 9. August 2026
  12. Gudrun Adams Grab auf der offiziellen Webpräsenz der Friedhöfe Wien, abgerufen am 9. August 2026
  13. Rudolf Schwarzkogler auf der offiziellen Webpräsenz der Galerie Konzett, abgerufen am 9. August 2026

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