FS D.461
Die FS D.461 war eine Diesellokomotive der italienischen Staatsbahnen Ferrovie dello Stato (FS). Sie wurde 1961 von FIAT (mechanischer Teil) und GEC Alsthom (el…
| FS D.461 | |
|---|---|
| Nummerierung: | FS D.461.1001 |
| Anzahl: | 1 |
| Hersteller: | Fiat Ferroviaria Typ E 10011, GEC Alsthom |
| Baujahr(e): | 1961 |
| Ausmusterung: | 1977 |
| Achsfolge: | Co'Co' |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 18.940 mm |
| Breite: | 3.500 mm |
| Höhe: | 4.100 mm |
| Drehzapfenabstand: | 10.414 mm |
| Drehgestellachsstand: | 3.800 mm |
| Treibraddurchmesser: | 1.040 mm |
| Dienstmasse: | 93 t |
| Reibungsmasse: | 93 t |
| Radsatzfahrmasse: | 15,5 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | urspr. 150 km/h, danach 130 km/h |
| Installierte Leistung: | urspr. 2× 883,2 kW, n. Reduzierung 2× 736 kW |
| Anfahrzugkraft: | 190 kN |
| Motortyp: | FIAT Mb 820 Db |
| Motorbauart: | 12-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor |
| Nenndrehzahl: | 1500 U/min |
| Leistungsübertragung: | dieselelektrisch |
| Bremse: | Westinghouse, Handbremse |
| Tankinhalt: | 4.000 l |
Die FS D.461 war eine Diesellokomotive der italienischen Staatsbahnen Ferrovie dello Stato (FS). Sie wurde 1961 von FIAT (mechanischer Teil) und GEC Alsthom (elektrischer Teil) gebaut. Die Lokomotive wurde bis 1977 als Prototyplokomotive betrieben. Seit 2009 steht die Lokomotive äußerlich aufgearbeitet im Museo Ferroviario Piemontese.
Geschichte
Die Lokomotive war die erste sechsachsige dieselelektrische Lokomotive in Italien und wurde gemeinsam von FIAT und GEC Alsthom entwickelt. Die Lokomotive wurde zuerst ausführlich auf der Bahnstrecke Turin–Mailand im Schnellzugdienst getestet.[1.1] Dabei erreichte sie mit 185 t Last Geschwindigkeiten von 150 km/h und bei Anhängelast von 185 t Beschleunigungswerte, die auch mit damaligen Elektrolokomotiven der FS erreicht wurden.[1.2]
Später wurde sie auch auf anderen Strecken eingesetzt, wo die Lokomotive mehrmals 160 km/h erreichte.[2] Prägend war auch ein Einsatz auf der Brennerbahn während der Umstellung der Elektrifizierung von Drehstrom auf Gleichstrom. 1964 wurde sie von den FS übernommen, wobei sie die Bezeichnung D.461.1001 erhielt. Dabei verlor die Lokomotive ihre Lackierung mit den grünen Streifen,[3] die Dieselmotorleistung wurde auf 1000 PS reduziert und die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h. Hatte man anfangs noch großes Interesse an der Lokomotive, sank dies durch die Entwicklung der fast gleichstarken D.445 mit zwei zweiachsigen Drehgestellen.[1.3] Hauptsächlich wurde die Lok auf der Strecke von Turin nach dem Bahnhof Aosta eingesetzt. Häufig war sie in Doppeltraktion mit einer D.343 zu sehen.[2] Ab 1966 ereilten die Lokomotive mehrere Defekte, eine typische Erscheinung bei einer Prototyplokomotive. Bei einer Hauptinstandsetzung wurde ihr ein zentraler Scheinwerfer eingesetzt.[4] Im Jahr 1977 wurde die Lok nach einem größeren Ausfall dann ausgemustert.[2] Nach einer jahrelangen Abstellzeit wurde die Lok im Zustand der FS-Übernahme wieder äußerlich aufgearbeitet und im Museo Ferroviario Piemontese hinterstellt.
Technik
Die Lokomotive leistete, obwohl ihr ein Nachbau versagt blieb, für viele nachfolgenden Dieselloks wertvolle Entwicklungshilfe; der kastenförmige Fahrzeugrahmen mit der Lagerung des Fahrzeugtanks in der Mitte wurde ebenso von späteren Lokomotiven übernommen als wie die Achslagerführung und die indirekte Federung der Drehgestelle. Sie bestand aus dem Hauptrahmen mit den Drehgestellen und dem Laufwerk, die Aufbauten waren in fünf Blöcke unterteilt, die äußeren Einstiegs- bzw. Bedienerblöcke, und die mittleren drei Blöcke mit der Maschinenanlage und einem geplanten zentralen Dampfheizkessel,[5] der allerdings aus Gewichtsgründen nicht realisiert wurde.
Sie war mit zwei in Lizenz gefertigten Dieselmotoren MB 820 Db ausgerüstet, die direkt mit einem von GEC Alsthom gelieferten Gleichstromgenerator vom Typ GP 838 C1 gekuppelt waren. Der Dieselmotor war ein Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotor dessen beiden Zylinderreihen in einem Winkel von 60° angeordnet waren. Die Nenndrehzahl der Motor-Generator-Einheit betrug 1.500 Umdrehungen pro Minute. Die sechs Fahrmotoren vom Typ TA 635 Al waren in Tatzlager-Bauart ausgeführt, sie wurden ebenso wie die Steuer- und Regeleinrichtung der Lok von Alsthom geliefert. Die elektropneumatische Steuerung der Dieselmotoren stammte hingegen von FIAT.[1.2]
Ausgerüstet waren die Loks mit einer Kraftstofffüllung von 4.000 Litern, dieser Vorrat reichte bei normalem Betrieb mit einer Geschwindigkeit von 105 km/h und mittlerer Belastung auf einer Distanz von ca. 600 Kilometern.[1.3] Zur Vorwärmung des Kühlwassers beim Kaltstart dienten zwei Vorwärmgeräte von Webasto. Für die wichtigsten Hilfseinrichtungen (Erregermaschinen, Fahrmotorenbelüftung und Kühlanlagen) wurde eine Leistung von etwa 200 PS benötigt. Für die Bremsausrüstung wurden Hauptluftbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1.000 Litern verwendet. Die Lokomotive besaß eine Schleuderschutzeinrichtung.[1.2]
Siehe auch
Literatur
- Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
- Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Elektro- und Diesellokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1969
Weblinks
- Motrici CoCo delle FS – parte 2: D.461, D.361ed altro. In: scalaeNNe - Note Sparse (Treni, Ferrovie e loro modellazione in Scala N). 23. Juni 2012, abgerufen am 9. Juli 2026 (italienisch).
- Maßskizze der Lokomotive D.461.1001 auf www.rotaie.it (italienisch)
- Foto der D.461.1001 auf trainspo.com (englisch)
- Collezione, locomotive diesel, Treni: Locomotiva Diesel per treni rapidi D 461.1001. Museo Ferroviario Piemontese, 16. März 2015, abgerufen am 9. Juli 2026 (italienisch).
Einzelnachweise
- ↑ Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Elektro- und Diesellokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1969
- ↑ a b c Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1, S. 67
- ↑ scalaenne.wordpress.com: Foto der FS D.461.1001 in Ursprungslackierung auf scalaenne.wordpress.com
- ↑ scalaenne.wordpress.com: Foto der FS D.461.1001 nach der Ausmusterung auf scalaenne.wordpress.com
- ↑ scalaenne.wordpress.com: Seitenskizze der D.461.1001 auf scalaenne.wordpress.com
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