Kilb
Kilb ist eine Marktgemeinde im Bezirk Melk im niederösterreichischen Mostviertel mit 2597 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026).
| Marktgemeinde Kilb
| ||
|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Melk | |
| Kfz-Kennzeichen: | ME | |
| Fläche: | 45,18 km² | |
| Koordinaten: | 48° 6′ N, 15° 24′ O | |
| Höhe: | 300 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.597 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 57 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 3233 | |
| Vorwahl: | 02748 | |
| Gemeindekennziffer: | 3 15 14 | |
| NUTS-Region | AT121 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Marktplatz 4 3233 Kilb | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Manfred Roitner (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2025) (21 Mitglieder) |
||
| Lage von Kilb im Bezirk Melk | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Kilb ist eine Marktgemeinde im Bezirk Melk im niederösterreichischen Mostviertel mit 2597 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026).
Geografie
Kilb liegt im Hügelland des Alpenvorlandes an der Sierning, die beim Simmetsberg (592 m ü. A.) entspringt, sowie an der Manker Straße B 29. Etwa 26 Prozent der Fläche der Gemeinde ist bewaldet.
Gemeindegliederung
Katastralgemeinden sind (Fläche Stand 31. Dezember 2023[1]):
- Hauersdorf (365,71 ha)
- Heinrichsberg (617,97 ha)
- Kettenreith (1.104,08 ha)
- Kilb (583,29 ha)
- Rametzberg (646,91 ha)
- Teufelsdorf (494,17 ha)
- Umbach (705,97 ha)
Kettenreith liegt vom Ortskern Kilb etwa fünf Kilometer entfernt und ist die zweite größere Besiedelung der Marktgemeinde. Kettenreith hat einen eigenen Ortskern, ein Gasthaus sowie einen Kindergarten und eine eigene Freiwillige Feuerwehr.
Das Gemeindegebiet umfasst 44 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026[2]):
- Braunöd (24)
- Bühren (17)
- Dörfl (8)
- Dornhof (47) samt Dreihöf
- Feld (9)
- Fleischessen (31) – zum Namen siehe Kälberhart
- Fohra (12)
- Fohrafeld (31)
- Freyen (91)
- Gartling (28)
- Glosbach (24)
- Graben (20)
- Graben bei Haag (12)
- Grub bei Kilb (28)
- Guglberg (17)
- Hauersdorf (21)
- Haxenöd (16)
- Heinrichsberg (26)
- Hohenbrand (21)
- Hummelbach (3)
- Kettenreith (157)
- Kilb (1318)
- Kohlenberg (24)
- Laach (20)
- Maierhöfen (29)
- Mallau (48)
- Niederhofen (58)
- Oberneuberg (33)
- Panschach (43)
- Petersberg (56)
- Rametzberg (28)
- Ranzenbach (9)
- Ruttersdorf (13)
- Schlögelsbach (13)
- Schützen (19)
- Taubenwang (1)
- Teufelsdorf (18)
- Umbach (59)
- Unterneuberg (5)
- Unterschmidbach (33)
- Volkersdorf (17)
- Wötzling (27) samt Baumgarten
- Waasen bei Kilb (25)
- Wiesenöd (58)
Nachbargemeinden
| Mank | Hürm | Bischofstetten |
| Kirnberg an der Mank | Hofstetten-Grünau (Bezirk St. Pölten) | |
| Texingtal | Kirchberg an der Pielach (Bezirk St. Pölten) |
Rabenstein an der Pielach (Bezirk St. Pölten) |
Geschichte
Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Um 1074 erscheint ein edelfreier Adalbert von Kilb, um 1090 ein edelfreier Rapoto von Kilb (1090; 1120), ein Gefolgsmann der Grafen von Burghausen.
Mit dem 1. Jänner 1966 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Heinrichsberg, Rametzberg, Teufelsdorf und Umbach nach Kilb eingemeindet,[3] mit 1. Jänner 1971 folgte die Gemeinde Kettenreith.[4] Ein Jahr später wurde ein Teil von Kilb in die neugegründete Gemeinde Texingtal ausgegliedert.[5]
Zwischen Dornhof und Schützen soll auf 11 Hektar wertvoller Ackerböden eine Fotovoltaik-Anlage errichtet werden, wogegen sich Kritik regt, weil das politisch angekündigte Maximum mit der Zwei-Hektar-Grenze wohl bald nur noch ein Richtwert ist.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| Kilb: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 2.293 | |||
| 1880 | 2.336 | |||
| 1890 | 2.214 | |||
| 1900 | 2.327 | |||
| 1910 | 2.439 | |||
| 1923 | 2.453 | |||
| 1934 | 2.412 | |||
| 1939 | 2.274 | |||
| 1951 | 2.217 | |||
| 1961 | 2.187 | |||
| 1971 | 2.361 | |||
| 1981 | 2.375 | |||
| 1991 | 2.487 | |||
| 2001 | 2.537 | |||
| 2011 | 2.541 | |||
| 2021 | 2.585 | |||
| 2026 | 2.597 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021 | ||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Schloss Grünbühel (auch Grünbichl) oder Kilb, Adresse Mankerstraße 9. Anstelle der älteren Feste nun ein Renaissanceschloss mit historischem Kern, von Nikolaus Gienger von Grienpichel errichtet, 1830 klassizistisch umgestaltet. In Privatbesitz.
- Katholische Pfarrkirche Kilb hll. Simon und Judas: Gegründet vom Bischof Altmann von Passau um 1080, wurde im 15. Jahrhundert zur dreischiffigen spätgotischen Pseudobasilika erweitert und wird wegen ihrer Größe auch die „Königin der Landpfarrkirchen“ genannt.
- Seit 2004 gibt es das Kultur- und Veranstaltungszentrum „K4 – Kunst, Kultur, Kulinarium Kilb“ mit maximal 400 Sitzplätzen.
- 1988 wurde im Ortszentrum ein mächtiger Zunftbaum aus einer 130 Jahre alten und 22 m hohen Lärche errichtet.
- Seit 1986 bildet die Pfarrkirche die Kulisse für die Kilber Passionsspiele, bei denen Laienschauspieler aus der Gemeinde das „Leiden, Sterben und Auferstehen unseres Herrn“ darstellen. Weiters fanden in den Jahren 1989, 1994, 1999, 2004, 2009 und 2014 Vorführungen statt.[7]
-
Taverne des Stiftes Melk in Kettenreith
-
Zunftbaum
Wirtschaft und Infrastruktur
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 78, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 184. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1134. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46 Prozent.
Öffentliche Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es zwei Kindergärten,[8] eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[9]
Verkehr
- Bahn: Kilb war eine Station an der schmalspurigen Lokalbahn Ober-Grafendorf–Gresten, die 2010 eingestellt wurde.
Politik
Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder und setzt sich folgendermaßen zusammen:
| Jahr | ÖVP | SPÖ | FPÖ | Bürgerliste Kilb 2000 |
|---|---|---|---|---|
| 1990 | 16 | 4 | 1 | n. k. |
| 1995 | 16 | 3 | 1 | 1 |
| 2000 | 16 | 4 | 1 | n. k. |
| 2005 | 16 | 5 | n. k. | n. k. |
| 2010 | 16 | 5 | n. k. | n. k. |
| 2015 | 15 | 6 | n. k. | n. k. |
| 2020 | 15 | 5 | 1 | n. k. |
| 2025 | 12 | 5 | 4 | n. k. |
Bürgermeister
- 1995–2010 Ernst Gansch (ÖVP)
- seit 2010 Manfred Roitner (ÖVP)
Wappen

- Entstehung und geschichtliche Hintergründe
Zur Zeit des Abtes Bartholomäus erhielt der Ort Khülb über eigenes Ansuchen von „Richter Rath und Gemaind“ ein Marktwappen. Diese kaiserliche Urkunde wurde vom Vizekanzler Georg Gienger am 17. Mai 1541 ausgestellt und gefertigt.[16]
Der mittlere und zugleich Hauptteil der zur Zeit Kaiser Ferdinand I. erlassenen Urkunde lautet im Originaltext:
„Das wir demnach gnediglich angesehen, wargenohmen und betracht haben soll ich der gedachten Richter Rath und Gemaind demüthig und zimblich bitte, und darumb mit wolbedachten muet, gutem Rath und rechter wissen berürter Markht Külb mit dem hernach geschriebenen Wappen so mit Namen sein am Rotter oder Rubinfarber Schilt habend in der mitte über zwerchs ain weisse oder Silberfarbe strassen, in des Schiltsgrund oberhalb drey grüne Pucht, aus der Erde über sich erscheinend drey Paum mit ihrem gruenen Laub und Esten über sich in die Höhe gezogen darob aingewunden weyßgewülckh, wir dann sollich Wappen und Clainatt in mitten diß unseres Kuniglichen briefs gemahlet und mit Farben aigentlichr außgestrichen sein, Von neuem gnediglichen Verliehen und gegeben.“
Gemeindepartnerschaften
- seit 1983 Kirtorf (Hessen, Deutschland), seit 1983
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Anton Luger (1863–1946), Politiker (Deutsche Vereinigung/CS) und Landwirt
- Edith Specht (* 1943), Althistorikerin
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
- Alexander Bernhuber (* 1992), Politiker (ÖVP) und seit 2019 Mitglied im Europäischen Parlament
- Franz Müllner (1896–1980), Politiker (ÖVP) und Landwirt
- Thomas Zeller (* 1974), Regisseur, Kameramann, Cutter und Filmproduzent sowie Fotograf
Sonstiges
Die Marktgemeinde Kilb ist ein Handlungsort im Roman Holzfällen des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard. Die Anfangsszenen im Film Happy Hour von Xaver Schwarzenberger wurden ebenfalls in Kilb gedreht.
Weblinks
- 31514 – Kilb. Gemeindedaten der Statistik Austria
- Kilb in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
- Seite der Marktgemeinde Kilb
Einzelnachweise
- ↑ Regionalinformation 31.12.2023.zip, bev.gv.at (1.119 kB, 0003450398_100_Verwaltungseinheiten_KG_2023.csv); abgerufen am 20. Jänner 2025
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
- ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 13. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 26. Dezember 2025. (LGBL. NÖ. Nr. 209/1965)
- ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 36. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 26. Dezember 2025. (LGBL. NÖ. Nr. 116/1971)
- ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 50. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 26. Dezember 2025. (LGBL. NÖ. Nr. 264/1971)
- ↑ Josef Poyer: Fotovoltaik-Lawine als große Gefahr. Kronen Zeitung, 28. Februar 2021, S. 30–31.
- ↑ Website der Passionsspiele ( des vom 14. September 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 25. Oktober 2020.
- ↑ Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 15. September 2020.
- ↑ Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 1995. Abgerufen am 27. April 2026.
- ↑ Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 2000. Abgerufen am 27. April 2026.
- ↑ Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 2005. Abgerufen am 27. April 2026.
- ↑ Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 2010. Abgerufen am 27. April 2026.
- ↑ Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 2015. Abgerufen am 27. April 2026.
- ↑ Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 2025. Abgerufen am 27. April 2026.
- ↑ Das Gemeindewappen ( des vom 20. November 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf www.kilb.at, abgerufen am 20. November 2016.
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.
